Indian Summer

Indian Summer

Kalt scheint die Sonne durch das Geäst. Kalt klebt der Tau an meiner Haut. Kalt und feucht.

Es fröstelt mich, obwohl ich in gleißendes, fahles Licht getaucht bin. Ein Säuseln tanzt über die Wege, zart, still, ungewohnt. Eine kleine Pause im Toben der Lüfte; Ein Atemholen der Natur.

Ich schlage den Kragen meines Mantels auf, doch dünne Rinnsale finden einen  Weg und schicken – frostigen Fingern gleich – ein Schaudern über meinen Rücken. Ich ziehe den Kopf ein und wünschte ich wär eine Schildkröte, die Ihren Hals in einen schützenden Panzer zurückziehen kann. Frieren Schildkröten? Doch ich bin ein Mensch und somit bleibt mir keine Flucht nach innen, ich entscheide mich also, in ein Café zu fliehen.

Behagliche Wärme wabert herbei, umfängt mich und lullt mich ein. Meine Brille beschlägt und für eine Weile ist meine Welt auf zwei verschwommene, milchige Glasscheiben reduziert. Als ich wieder sehe, bemerke ich, dass ich alleine bin. Wie passend. ich suche mir einen Platz, ganz so wie ich ihn mag, bestelle einen Tee und fange an zu schreiben. Die Stunden treiben und mit ihnen meine Gedanken; ziellos und ohne Führung, im Kreis und ewig weiter.

Melancholie erfasst mich, so wie sie das Wetter erfasst hat. Und irgendwie, ganz leise und vertraut, erkennen wir uns als alte Bekannte und beginnen ein langes, bis zum Winter andauerndes Zwiegespräch.

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