In einer anderen Welt

Wäre die Welt anders als sie ist… doch das ist sie nicht. Und sie wird es auch nicht sein, werden oder gewesen sein. Unsere Wünsche, so scheint es mir wieder einmal, sind Spielbanken ohne Gewinngarantie. Wir zocken und zocken, in der Hoffnung auf mehr und das Anhalten unserer Gewinnsträhne. Aber im Hinterzimmer sitzt ein kleiner, dicker und gehässiger Drecksack, nur einen Knopfdruck vom Tilt entfernt.  Und sein fetter, vom  Schweiß nasser Knubbelfinger schwebt schon darüber.

Wären wir in einer anderen Welt… könnte ich durch die Schleier sehen…
So wäre doch nichts gewonnen.
Denn ich bin wer ich bin und wir sind alle Spielbälle unserer Wünsche. Completely, utterly dependent.

Wäre dies eine andere Welt… könnte ich erwachen…
Doch ich schlafe nicht. Träume nicht. Täusche nur die Augen und ersetze die grellen Farben meiner Welt mit den harmonischen Schwingungen meines Wollens. Sich selbst zu belügen kann gut tun. Daraus aufzuschrecken nie.

In einer anderen Welt, unter anderen Sternen, ja da wäre ich großer als mein Kopf.

Doch ich bin wer ich bin und nicht wer ich sein will.

2 Kommentare zu “In einer anderen Welt

  1. Der Mensch lebt meist in seiner Wunsch-und Vorstellungswelt. In einer Welt, die er sich zurecht bastelt und seine Leere füllt mit allem Möglichen. Er identifiziert sich mit dieser Welt und glaubt oft sogar, dass er diese Welt bestimmen kann. Der Mensch ist darin nicht er selbst, wie er ist, sondern angepasst oder aufmüpfig oder Macht strebend usw.. Er ist ständig auf der Suche nach mehr, höher, schneller, setzt seine Masken auf und spielt sich selbst was vor.
    Darin schläft der Mensch, in dieser Welt, er merkt oft nicht die Täuschungen und Illusionen. Somit belügt er sich selbst, ohne es womöglich zu merken. Dann kann es aber passieren, dass er irgendwann anfängt all das zu durchschauen. Genau das ist dann die Ernüchterung, wie ein Aufwachen aus einem Dornröschenschlaf.
    Mich hat das ziemlich ernüchtert und wenn ich träume oder in meiner Fantasiewelt bin, dann ist mir das meist bewusst. Könnte ich sonst die Welt, in der ich bin und die so ist wie sie ist, ertragen? Und manchmal werden Träume wahr, jedenfalls ein bisschen, wenn auch selten. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    Obwohl, im Moment, weiß ich auch nicht so genau……………………der gehässige Drecksack war aktiv……………..

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