Steine und Menschen

Ich fühle mich schwer, plump und kalt. Ganz so als sei mein Körper aus Stein.

Meine Gedanken beginnen zu erstarren und mein Körper scheint Risse zu bekommen, aus denen das Leben in feinem, klebrigen Staub herausrinnt. Jede Bewegung, jede Erschütterung, ja sogar jeder Windstoß wirbelt eine dichte Wolke auf, die mich schleift, mir die Sicht nimmt und über meinem Kopf in unerreichbare Ferne entschwindet. Einzig der Hauch dessen, was von mir gegangen ist bleibt auf der wunden Hülle zurück.

Ich sollte schreien. Schreien ob der Risse, des schleifenden Saubs, der klaffenden Wunden die er zurücklässt. Doch mein Mund bleibt stumm. Wo Schmerzen sein sollten, ist nichts als Leere. Wo mich Verzweiflung überkommen sollte herrscht Apathie.

Mein Leben verlässt mich in einem beständigen Strom und ich zerstöre mich selbt, doch weigert sich alles in mir, den Verfall aufzuhalten. Wut auf mich selbst blockiert wie eine lodernde Wand, dass ich meine steinerne Hülle zerschmettere und von mir streife.

Ich fühle mich wie ein Stein an einem Berghang. Durch mein eigenes abschleifen nehme ich mir selbst den Halt, rutsche ich – oder vielmehr die Reste von mir – hilflos den Hang herab.

So sitze ich da, klein und kalt im Gefängnis meines Körpers, in vollem Bewusstsein meiner Selbst und hoffe darauf, aus einem Traum aufzuwachen der keiner ist.

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