Die Dauer einer Fahrt

Ich suche dich, Inspiration. Oh du holde Maid, du zarte Versuchung. Du flüchtige Braut, ewig am Rande..

Ah well. Fuck you stupid bitch.

Auf der Suche nach Bildern über die ich schreiben kann stolpere ich immer wieder über Wiederholungen.

Die Bogensehne, die zum zerreissen angespannt ist; das Flugzeug, dessen Flügel wild im Wind vibrieren und desen bedrohliches Summen mit lauter Stimme nahendes Unheil verkündet; der Baum, im Sturmwind gebeutelt und im Geiste noch nicht entschlossen ob er Eiche oder Palme sein soll; Die Fußstapfen, die sich immer und immer wieder selbst kreuzen…

Alles wiederholt sich. Kreise im Kopf ergeben die Kreise in meinem Leben und ich bin gefangen in einem meiner Lieblingselemente: Redundanz. Ein schönes Wort, meist liebe ich es. Doch gerade bringt es mich um den wenigen Verstand, den ich normalerweise als halbwegs zurechnungsfähig einstufen würde.

Verzweifelt bemühe ich mich darum, Schönes zu kreieren. Der Drang, meine eigene Erbärmlichkeit zu übermalen ist so stark, dass er mich in die Tasten hauen lässt, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass ich eigentlich nichts zu sagen habe. Und schon jetzt scheitere ich an meinem eigenen Ausweg, da ich die Mittelmäßigkeit des Bemühens erkenne. Denn wer schreibt schon über das Schreiben an sich?! Ein Künstler, der vor einem weißen Blatt sitzt und es weiß belässt, weil er gerade nichts kreieren kann ist vermutlich der beste Maler, da er Anspruch an seine Arbeit hat. Zumindest finde ich ihn besser als jene, die aufs Blatt spucken und das Ganze als kreativ verkaufen.

Ich spucke. Spucke Worte, da mir Gift und Galle ausgehen. Ich schreibe ohne ein Thema, da mir keines einfallen will, meine Seele aber nach einem Ventil schreit. Nach einem Ablass, doch wo kann ich den heutzutage noch kaufen? Die Kirche musste es ja abschaffen und ich glaube eh nicht an sie.

Wer bin ich wenn ich schreibe? Und warum zur Hölle fällt mir kein anderes Thema ein als ich selbst?

Vielleicht… Vielleicht sind viel denkende Menschen allein per Definition einsamer als andere, weil man Gedanken ja eben nicht hören kann. Ich will schreien, traue mich aber noch nicht einmal in Capslock zu schreiben…

Ich will schlafen, denn ich habe zu viel gesehen von mir selbst. Doch meine Gedanken schlafen nie, denn sie wollen mehr mehr mehr. Und so bleibe ich mit meinen Wünschen ein Schatten in meiner eigenen Welt. Ich bin ein Schatten in meiner eigenen welt, wie soll ich also in deiner teilhaben?! Wie soll ich das raus bekommen, was in mir wuchert und krankt wie ein Geschwür, wenn es doch letztlich in meinem eigenen Kopf steckt und nur dort Bestand haben kann?

1 2 3 Kotzprobe UEEERG. So hat es ein kleiner 13jähriger Junge neulich bei Tonproben formuliert. So schreib ich es nieder um zusammenzufassen was hier abgeht. Ich kotze; reier mir die Seele aus dem Leib. Denn dort will sie nicht bleiben. Und ich gebe ihr nach, denn ich kann sie verstehen.

Ich verstehe so viel, zu viel. Ich verstehe und verstehe.

Doch was mir fehlt ist das Verständnis.

Für meine Welt.

Für mich.

 

Denn manchmal ist Niveau auch nur eine Handcreme und ein Blog auch nur ein emotionaler Schrotthaufen.

10 Kommentare zu “Die Dauer einer Fahrt

  1. Wenn der Kopf gar nicht mehr zu denken aufhören will, liegt es meist daran, dass auf gedachtes kein Handeln folgt.
    So kenne ich es zumindest von mir.

    Worum geht’s dir beim schreiben? Ums seelische auskotzen? Dann mach. Nimm Stift und Papier und schreib einfach so exakt wie möglich auf, was dich beschäftigt. Danach nie wieder draufschauen.

    Ich habe mir vor kurzem ein „Spiel“ angelegt. Hunderte von Zeitungsschnipseln, Wortgruppen aufgeklebt und thematisch geordnet. Zb Ort, Person, Handlung. Dann ziehe ich verdeckt ein Kärtchen und schreibe aus den zufällig gewählten Worten einen Text. Sicher, es ist eine künstliche Intention. Aber es funktioniert.

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    • Das wäre wenig zielführend. Belangloses schreiben über Worte die dann eine Geschichte ergeben… das geht auch ohne Zettelchen.
      Wenn man sich meine Geschichten und Gedanken anschaut, kann man sehen, dass es selten um eine Handlung geht. Akteure, Orte und Geschehen sind für mich nicht viel mehr als Krücken, auf denen ich meine Botschaft, den zugrunde liegenden Gedanken laufen lasse.
      Den zu finden und nicht nur Hülsen zu schaffen. Das ist es was fehlte. Was ich wollte.

      Whatev. Ich denke meine Meinung ist verständlich gemacht.

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      • I did? Ich stelle fest, dass du den Sinn des vorliegenden Schreibens anders aufgefasst hast. Sollte das als dissen ankommen. . . So ist das so. War zumindest nicht die Absicht.

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