Zu grollen? Zug Rollen? Zugrollen!

Ich sitze im Zug. Mal wieder. Und wieder kommen mir im Zug viele Gedanken; nachzuschlagen wo ich im Zug geschrieben habe ist mir aber nun zu umständlich. Das ist halt die Krux, wenn man mit dem Smartphone schreibt. Vieles, dass am Computer in einer Minute geschieht, dauert am Handy fünf. Allein das eintippen! Würde ich nicht swype nutzen, würde es noch mal länger dauern. Und ich komme so ja kaum meinen Gedanken hinterher.

Apropos. Worüber wollte ich noch gleich schreiben? Zu dumm, dass mir noch kein Titel eingefallen ist, dann hätte ich das als Anhaltspunkt. Aber das kommt schon noch. Muß nur kurzZugrollen!
Es ging darum, dass ich im Zug saß und der nach hinten rollte. Genau.
So. Jetzt Kontext.

Ich sitze im Zug und die Sonne, die sich während meines Urlaubs vehement versteckt hat (die Bitch), ballert auf mich drauf. Wie sie das halt gerne macht wenn man in Blechkisten oder andre stickige, leicht zu erwärmende Behälter gesperrt ist.

Ich schaue aus dem Fenster, was meine Grundhaltung in der Bahn ist. Denn auch wenn ich mit Sympathie ihnen gegenüber mein Geld verdiene, sind mir Menschen meistens egal.

Ich schaue aus dem Fenster, die Luft flimmert wegen der eifrigen Schlampe am Himmel und ich kann nicht ganz klar deuten, ob sich die Welt einfach durch Luftspiegelungen bewegt, meine Augen tränen oder durch etwas anderes der Eindruck entsteht ich wäre eine jenes mit falsch eingestelltem Objektiv.

Grundsätzlich steht der Zug gerade. Sollte er zumindest, denn Menschen steigen aus und ein, die Türen sind noch offen (vermutlich logisch, wenn Menschen das Gefährt verlassen und betreten) und so etwas wie frische Luft streichelt meine Armhaare. Naja… Großstadt-frisch eben. Etwas weniger abgestanden und zähflüssig als hier drin zumindest.

Aber als ich da so sitze, also im Zug (vielleicht ist da ja noch nicht klar geworden), merke ich, dass der schelmische Schaffner die Handbremse wohl nicht angezogen hat! Ganz, gaaaanz leicht rollen wir. Ich beschließe hiermit meine Mitpassagiere in meine Gedanken mit einzubeziehen und wechsle ins generalisierende „Wir“. In Gedanken ist Unterdrückung okay.

Wir rollen also leicht rückwärts, was auch die zusätzliche Unklarheit im Erfassen der Umgebung erklärt. Nicht ich bin es, der die Dinge in seinem Kopf verdreht und verschiebt, sondern wir sind es, weil wir uns von dem entfernen was wir anschauen.

Ich muss gar nicht aufschauen um zu wissen, dass diese Erkenntnis allein meine bleiben und der Rest von uns unerleuchtet sein wird. Verdient haben sie die Diktatur! Mindestens.

Wir entfernen uns von dem was wir vor uns sehen. Ganz leise und unmerklich. Und wenn wir nicht genau hinsehen, bemerken wir es nicht. Wenn wir aber hinschauen, wird es uns verwundern wie komisch es sich anfühlt: sich dabei zu beobachten wenn der Kopf Stillstand schreit und das Leben Rückschritt einschmuggelt.

Denk ich mir so. Als ich im Zug sitze. Als wir aneinander vorbei leben und so.

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