Tranzendenter Würfelhusten

„Janmern ist das Kotzen der Seele. Hast du selbst einmal zu mir gesagt.“

Ich erinnere mich daran und doch gehe ich mir selbst auf die Nerven, als wir gemeinsam am See liegen, das herrliche Wetter genießen (könnten) und ich in einem fort nur Negatives von mir gebe. Ich versuche mir einzureden,  dass du das sagst um mir deutlich zu machen, dass es okay ist. Dass du da bist. Ich dich vielleicht gerade damit nerve, aber damit nicht verkackt habe für immer. Es okay ist. ES. OKAY. IST.

Aber das ist es nicht. Nicht wenn man ich ist. Denn dann mag es zwar für Andere aus einer verständigen Position heraus okay sein, für mich als denjenigen der alles boykottiert, zerredet und abschlägt wenn es eigentlich heute seit langem wieder mal schön sein könnte mit uns… für mich ist es unerträglich. Dann sitze ich dort,  hassend und vor allem selbsthassend und verschlimmere alles noch weiter. Denn nun denke ich darüber nach, dir den Tag zu zerstören, dich zu belasten und und und. Ich dekonstruiere nicht nur mich,  ich werde unfair und verletzend.

Aber wie stellten wir schon fest: das sind Komplexkisten und das sollten wir jetzt abbrechen und in gesonderte Schubladen stecken. „Morgen dann wieder“ denkt ein Teil von mir. „Morgen kann ich es besser wegstecken.“ Aber ich will nicht. Nicht Morgen. Nicht danach. Ich will gar nicht. Nichts.

Was ich vielleicht doch will. . . Das ich aufhöre wegzulaufen. Nicht vor mir,  denn mir selbst stelle ich mich seit einiger Zeit sehr direkt. Aber vor meinem Leben, in dem ich mir selbst und (vermeintlich) anderen doch eh nie genüge. Wegzulaufen vor dem Schatten dessen was sein kann, wenn ich mich von dem befreie was mich herunterdrückt und schmerzlich süße Sicherheit gibt. Je weniger ich zufrieden bin, desto weniger kann ich fallen wenn sie vorbei geht. Dass ich währenddessen stetig tiefer sinke… ist eben ein Preis den ich zahle.

„Ich traue mich nicht zufrieden zu sein,  weil dahinter ein Loch sein könnte, und mir ein vertrautes Gewicht fehlt“ schrieb ich dir einmal. Wie wahr das ist wird mir erst langsam bewußt. Vor allem, dass dort eine Freiheit lauern könnte, mit der ich nicht wüsste was ich anstellen soll.

7 Kommentare zu “Tranzendenter Würfelhusten

  1. wie sagte mal mein filosofischer Freund so fein zu mir vor vielen Jahren:
    99 pro aller eigenen Gedanken kannst du ignorieren, sind sozusagen nur der Urin deines Gehirns…
    also… einfach abfließen lassen, unbeachtet wieder gehen lassen…

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  2. Ich kenne die andere Seite. Der Vertraute neben mir. Und dann die negativen Gedanken, die alles zersetzen und gegen die jeder Sonnenstrahl machtlos ist. Gegen die ich nicht kämpfen kann, denn alles ist schon beschlossen worden. Ohne mich.

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    • Eben das macht es noch mal schlimmer. Denn darum weiß ich und stehe dem noch nahtloser gegenüber als dem Rest.

      Vertraue dem Vertrauten, dass er es sieht. Dich sieht. Auch wenn er es nicht zeigen noch sagen kann. Und dein Wort hat Gewicht. Bestimmt. Nicht direkt jetzt, aber irgendwie und irgendwann.

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      • Hm. Nah. Das wäre mir zu launenhaft. Vertrauen ist in dir. Oder du solltest Wege suchen ohne es auskommen. Dazwischen sind nur Lügen. Ist aber nicht schlechtes dran nicht zu vertrauen. Misstrauen ist wiederum – für mich – was anderes.

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      • Ich hab für mich gelernt, dass ich nicht misstrauen kann, wenn ich mich nicht gerade in eigenen Komplexen verstricke. Und dann misstraue ich nur mir selbst im Grunde. Aber anderen Menschen vertraue ich. Egal wie stark ich enttäuscht wurde. Wobei ich mit dem natürlich verkneife weiter zu vertrauen. Dumm will ich nicht sein.

        Irgendwie paradox… oder eben einfach wieder ambivalent.

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