Rollende Räder

Wieder am reisen, diesmal allerdings mit dem Bus… sehr zu meinen Leidwesen. Nicht, dass ich Bus nicht mag, oder die nette Dame neben mir unangenehme Gesellschaft wäre. Im Gegenteil: die Fortbewegung ist eine der mir liebsten. Mehr Platz als im Zug, vor allem im Fußbereich; die Gesellschaft ist sogar äußerst sympathisch (ich bin ja eh ein Mensch, der mittlerweile ganz gerne mit Fremden in Kontakt tritt). Allerdings bin ich mit dem Bus einfach mal das anderthalbfache der Zeit unterwegs. Was in Berlin jetzt kein Thema wäre, da man dort meist eh nicht viel mehr als eine Stunde unterwegs ist.
Heute sind es dann mindestens neun.

Als ich – nach einer viel zu kurzen Nacht – aufwachte, war mein Kopf voll mit Ideen, was ich in dieser vielen Zeit alles schreiben will. Ein Buch? Ach waaas. Brauch ich gar nicht erst mitnehmen, ich habe ja meine Geschichten im Kopf und schreibe ganz viel.
Das mit dem Denken sollte ich neu überdenken…

Die Räder rollen unter mir in einem gleichbleibenden, wegen der Unebenheiten allerdings nicht völlig monotonen, Brummen dem Ziel entgegen. Die Landschaft schlendert vorüber, denn in der Weite hat sie Zeit. Zeit es sich noch einmal zu überlegen, was sie eigentlich mit sich selbst anstellen will. Zeit sich hinzusetzen und inne zu halten, ungeachtet der hektischen Käfer, die durch sie hindurchrasen. Zeit, dem Wetter in seiner Unentschlossenheit beizustehen und seine Launen auszuhalten, ganz egal was es auch anbringt.

Und auch ich gleite mit den Rädern meinem Ziel entgegen. Auch ich schlendere durch die Täler meiner Träumerein und schaue meinen Gedankenflocken bei ihrem gemächlichen Treiben zu. Auch ich entschleunige.
Die Ideen, die Anspannung. Alles was mich in den letzten Tagen nahe an die Stimmung eines verletzen Grizzlys brachte ist -vorerst zumindest – in der Gleichförmigkeit des Reisens erstickt und bröckelt leise von mir ab.

Ich wollte über so vieles schreiben, doch letztlich schreibe ich nur darüber, dass ich gar nicht schreiben will. Nicht denken; zumindest nicht bewusst. Mal schauen, wie lange das so bleibt und in meinem Kopf Ruhe herrscht.

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