Leere

16:11 Zeit, die Zeit zu füllen

Es ist früher Nachmittag, bald Abend und die Zeit wird zum Feind. Was draußen zu erledigen ist, ist erledigt. Oder es kann bis morgen warten. Grell, übersteigert und abgehackt sind meine Gespräche, die Gespräche nach außen, die Gespräche in mir drin. Alles schreit aus vollem Halse: „Wir sind nicht allein!“

Folie118:05 Ich arbeite, also bin ich. Oder so.

Übersteigerte Intellektualität ist mir schon seit ewigen Zeiten zuwider. Interessant, ist sie doch integraler Bestandteil meines Selbst und basiert mein Humor doch zumeist auf der verkannt genialen Verwendung besonderer Hintergründe des Gesagten und anderem… Ist es die Flucht, sich mit der Basis meines Seins zu beschäftigen, die mich dazu bringt hin und wieder in einem Anfall gemäßigten Wahnes tatsächlich zu versuchen kluges Zeug niederzuschreiben?

Folie221:24 Wenn ich weiterlaufe, kann mein Kopf nicht auslaufen

Emsig, emsig, emsig weiter. Eine Ameise in ihrer Kolonne, die linken (gefühlt) zwanzig Fußpaare heben, rechts abdrücken und dann ein weiterer Schritt. Nicht den Blick heben, nicht die Last verrutschen lassen, nicht weiterdenken. Mein Leben besteht aus dem nächsten Schritt und anschließend dann (eventuell) aus dem nächsten. Ich bin beschäftigt, die Welt ist in Ordnung. Woher nehme ich nur neue Scheuklappen, sollten die meinen mir von meinen verschwitzten Stirnlappen rutschen?!

23:24 Pause, Atemholen und anschließend ein Knäckebrot

Hyperaktivität ist keine Sache eines unausgelasteten Körpers. Das würde der Masse fettleibiger Menschen, die in Ihrem Stuhl festkleben und alles andere als beweglich sind, dann ja das Anrecht absprechen, sich selbst auch als hyperaktiv diagnostizieren zu können. Hyperaktivität ist eine Farce, geschaffen um zu übertünchen. Zu übertünchen und abzulenken, von uns, von euch, von dem Knäckebrot. Aber reinbeißen müssen wir; so dass es kracht.

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23:35 System Overload, beende äußere Einflussnahme

11 Minuten danach, nach dem Knäckebrot, nach der Atempause. Nicht gerade ein super Filmtitel, dazu auch noch sehr abgekupfert. 11 Minuten, weniger Zeit als es brauchen würde eine Website zu finden die mir etwas ausspuckt das 11 Minuten dauert und nicht das Buch/den Film 11 Minuten meint. 11 Minuten ist alles, was mein Leben braucht um schlafen zu gehen und dabei nur eins zu vergessen. Mich und die Krümel.

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23:56 Zeit ins Bett zu gehen… von wegen!

Während ich meinem Leben dabei zuschaue, wie es schlafen gegangen ist und mir denke: „watt nu?“ bewegt sich mein Körper ganz automatisch und als ich wieder hinschaue, was genau da eigentlich vor sich geht, ist mein Körper bereits wieder mit anderem beschäftigt. Ich komme mir vor wie ein Betrunkener, dessen Augen verzweifelt versuchen dem Geschehen zu folgen, jedoch immer eine halbe Sekunde zu spät dort ankommen und in einem Reigen verschwommener, verwirrender Standbilder Informationen an das Stammhirn weiterreichen.

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01:27 A brave new day

Der Bordcomputer meldet, dass sich die Flotte noch immer in Bewegung befindet. Auch wenn die Kommandozentrale keine weiteren Befehle sendet, ist dem Operationsmechanismen nicht Einhalt zu gebieten. Irgendwo zwischen mir und meinem Kopf scheint eine Verbindung gekappt zu sein. Vielleicht steckt da ein Krümel fest. Oder ich schlafe schon und träume nur noch aktiv zu sein? Grenzen sind eh überbewertet. Besonders Realität und Traum.

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02:14 Musik ist geronnene Dickmilch im Prozess unseres Denkens

Seit einer halben Stunde bin ich bereits auf dem Weg ins Bett… bestimmt. Und ich bin auch gewiss schon ungefähr 3 cm vorangekommen. Die Kunst beim Fliegen ist es, den Boden zu verfehlen. Die Kunst ist es, den Wahn sinnig zu machen. Die Nacht ist voller abgedroschener Phrasen und ich stecke in dem Pfuhl den mir dieser Dünnschiss beschert.

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9 Kommentare zu “Leere

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