Am Subjekt vorbei sehend

Oder auch ‚objektiv sein‘. Aber wer kann das schon sein in diesen Zeiten in denen wir unseres eigenen Ichs bewusster sind als vermutlich je zuvor. Long Live Science!

Ich kann nicht ohne mich selbst denken. Allein in dem vorangegangenen Satz verdoppelt sich mein Ich, schwillt mit jedem weiteren meiner Sätze an und wird zu einem einzigen, zähflüssigen Brei den wir (also ich) Meinung nennen.

Meine Meinung bin Ich und Ich kann nicht ohne Meinung sein; nicht einmal als Mitglied einer Konsumgesellschaft mit Privatsendern und Internetzugang im Kühlschrank. Jedes Bild das ich mir bilde, jede Ansicht die ich zu anderen Meinungen entwickle kann und muß nur über mein eigenes Denken – und damit mein eigenes Ich – ablaufen; und verbleibt somit in mir selbst verankert.

In dieser speziellen Konstellation wäre somit der Spruch „niemand kann objektiv sein“ nur unter der Prämisse geltend das er „ohne das eigene Subjekt denkend“ meint. Wenn ich jedoch nicht ohne dieses Ich denken kann ist es unsinnig es in den Betrachtungen ausklammern.

Eine jede Betrachtung eines Anderen müsste sonst ‚objektiv‘ in sich sein, behandelt das Ziel des Gesagten, der Meinung, etc doch immer ein Objekt (weil nicht durch mein Subjekt damit verbunden) meiner subjektiven (aus meinem eigenen Subjekt stammend) Wahrnehmung.

Und darum mag ich Menschen die „so eine Frechheit“ sagen rein ‚objektiv‘ nicht.

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