Days of Mediocrity

Dicke Wände lassen den Raum zu einem Gefängnis werden, grauer Himmel überragt eine Szenerie der Tristess, sichtbar nur im langweiligen Rahmen des schmalen Fensters im Hintergrund.
Bleiches Weiss verstärkt den Kontrast der dürren, kalten Äste die sich durch den gespannten Rahmen und meine eigenen Grenzen flechten; lässt sie zu Spindelfingern werden, die sich ins Unterbewusstsein pulen.
Müde Augen verlieren den Fokus und matt glimmt dieses Bild vor sich hin, am Rande des Wahrnehmenden und der mentalen Erschöpfung, während Puscifer sich der existentiellen Abrechnung hingibt.

Melodram in feinsten Farben, subtilsten Tönen und den höchsten Komplexitäten. Ein Foreshadowing welches den schlechtesten Hollywooddramen in nichts nachstehen würde.

Es wird ein beschissener Tag, soviel weiss ich heute. Ein Tag zum an sich selbst scheitern und der Gefühlsapokalypse. „Wir wachsen daran und können daraus lernen“ ist halt so eine dieser Phasen die niemand gerne hört ; auch wenn – oder gerade weil – sie stimmt. Auch das weiß ich heute, ebenso das der Dienstag mein „day of mediocrity“ sein wird.

Traurig ist, dass es so ungleich schwerer ist sich der Zukunft gelassen hinzugeben als die Vergangenheit gelassen zu reflektieren.
Fast so, als würde das Gelernte stets nach hinten verfügbar sein, aber niemals nach vorne. So wie ein schlechter Streamingdienst bei mieser Verbindungsqualität nur etwas für Menschen ist, die in der Lage sind beim Warten aufzustehen und sich ’nen Kaffee zu machen. Der Rest wird mit stetig steigender Wallung abwarten.
Erwarte nicht, auf Dinge besser zu reagieren nur weil sie dich ein halbes Leben begleiten…

Zuweilen ist mir das Melodram des Lebens zu viel und ich frage mich, ob es je Wachstum in Gelassenheit gibt. Fraglich ob daher der Titel des Reich der Mitte kommt; fraglich zumindest für den müßigen Geist. Und Muße hat er, der Geist. One of the perks of immortality.

Ich werde gefragt, ob es sein kann das meine „neueren“ Texte verwirrter sind; ironisch da ich überlegte den Blog zu beenden aufgrund von mangelnder Verwirrung zum schreiben.
Nein, sind sie nicht. Nicht per se. Sie sind weniger konsistent. Nicht nur im Aufbau, auch im Zeitraum des Schreibens. Das letzte Mal, dass ich einen Text „aus einem Guss“ gestaltet habe ist in etwa 3 Jahre her. seither schnitze ich mir die Muße (und Muse) in kleineren Häppchen aus dem Leibe. Die Übergänge zerfleddern und das Thema verschmiert sich zwischen den einzelnen Zeilen. Ein wenig wie Klopapier das nass wird.
Klumpige, versiffte Brocken verstopfen den Durchfluss und verursachen trübe Pfützen brachiger Suppe. Schwer anzuschauen, schwer zu verdauen aber in sich homogen beschissen.

Yes, maybe I still am a bit confused.

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