Private Censay

Soviel also zu diesem Versuch das hier aufleben zu lassen…

Ich merke, dass mir das Schreiben fehlt, denn ich verliere den Überblick. Den Überblick über mich und die Themen die in mir herumschwurbeln.
Und ich merke das das Themen sind, die in einem neuen Leben stattfinden. Eines das ich (noch?) nicht mit allen teilen will – nun schon seit knapp 4 Jahren. Und weil die letzten iks „Nutzer“ die noch in meine Leserliste hinzugefügt wurden schäbige Bots waren.

In dem Sinne wird ab nun privat geschrieben, in der Hoffnung das ich damit das Ventil erneut öffnen kann das mir ganze 218 Beiträge lang (wenn ich diese Zahl so lese, bin ich ziemlich baff von mir selbst) viel gegeben hat ohne mich viel zu kosten…

Wer das mitlesen will, der schreibe mir hier über das Kontaktprofil eine Nachricht (oder belehre mich über anderweitige Möglichkeiten). Ich habe obskure Gründe der Auswahl und keine Ahnung (jetzt), wen ich da alles dazulasse… (and again, ob das überhaupt was werden wird)… aber soviel sei gesagt:

  • Es wird ein anderer Stil von „Geschichten“. Vermutlich zu Beginn „tagebuchiger“, wirrer und auskotzender; vor allem aber ziemlich privat, wie schon beschrieben muss ich erst mal da in mir aufräumen bevor ich Struktur reinbringe.
  • wenn sich Beiträge ergeben, die ich „der Allgemeinheit“ zutragen will, dann werde ich die auch veröffentlichen
  • Keine Zeit zu haben ist eine Bitch, oder ein Bastard, wenn da wer Gleichberechtigung will. Mein Leben ist gerade einmal 180 Grad zu meinem Beitrag „Over Capacity“ und ich weiss noch nicht ob ich das so geil finde

Sollten wir uns nicht „auf der anderen Seite“ sehen, dann sage ich dir: Danke für deine Aufmerksamkeit all die Jahre. Du hast mir viel geholfen, weil du gelesen hast.
Wirklich und ganz ohne Häme, Sarkasmus oder andere Lebensnotwendigkeiten: Danke fürs lesen und teilhaben. Komm gut durch dein Leben und viel Erfolg beim letzten Boss dann.

Days of Mediocrity

Dicke Wände lassen den Raum zu einem Gefängnis werden, grauer Himmel überragt eine Szenerie der Tristess, sichtbar nur im langweiligen Rahmen des schmalen Fensters im Hintergrund.
Bleiches Weiss verstärkt den Kontrast der dürren, kalten Äste die sich durch den gespannten Rahmen und meine eigenen Grenzen flechten; lässt sie zu Spindelfingern werden, die sich ins Unterbewusstsein pulen.
Müde Augen verlieren den Fokus und matt glimmt dieses Bild vor sich hin, am Rande des Wahrnehmenden und der mentalen Erschöpfung, während Puscifer sich der existentiellen Abrechnung hingibt.

Melodram in feinsten Farben, subtilsten Tönen und den höchsten Komplexitäten. Ein Foreshadowing welches den schlechtesten Hollywooddramen in nichts nachstehen würde.

Es wird ein beschissener Tag, soviel weiss ich heute. Ein Tag zum an sich selbst scheitern und der Gefühlsapokalypse. „Wir wachsen daran und können daraus lernen“ ist halt so eine dieser Phasen die niemand gerne hört ; auch wenn – oder gerade weil – sie stimmt. Auch das weiß ich heute, ebenso das der Dienstag mein „day of mediocrity“ sein wird.

Traurig ist, dass es so ungleich schwerer ist sich der Zukunft gelassen hinzugeben als die Vergangenheit gelassen zu reflektieren.
Fast so, als würde das Gelernte stets nach hinten verfügbar sein, aber niemals nach vorne. So wie ein schlechter Streamingdienst bei mieser Verbindungsqualität nur etwas für Menschen ist, die in der Lage sind beim Warten aufzustehen und sich ’nen Kaffee zu machen. Der Rest wird mit stetig steigender Wallung abwarten.
Erwarte nicht, auf Dinge besser zu reagieren nur weil sie dich ein halbes Leben begleiten…

Zuweilen ist mir das Melodram des Lebens zu viel und ich frage mich, ob es je Wachstum in Gelassenheit gibt. Fraglich ob daher der Titel des Reich der Mitte kommt; fraglich zumindest für den müßigen Geist. Und Muße hat er, der Geist. One of the perks of immortality.

Ich werde gefragt, ob es sein kann das meine „neueren“ Texte verwirrter sind; ironisch da ich überlegte den Blog zu beenden aufgrund von mangelnder Verwirrung zum schreiben.
Nein, sind sie nicht. Nicht per se. Sie sind weniger konsistent. Nicht nur im Aufbau, auch im Zeitraum des Schreibens. Das letzte Mal, dass ich einen Text „aus einem Guss“ gestaltet habe ist in etwa 3 Jahre her. seither schnitze ich mir die Muße (und Muse) in kleineren Häppchen aus dem Leibe. Die Übergänge zerfleddern und das Thema verschmiert sich zwischen den einzelnen Zeilen. Ein wenig wie Klopapier das nass wird.
Klumpige, versiffte Brocken verstopfen den Durchfluss und verursachen trübe Pfützen brachiger Suppe. Schwer anzuschauen, schwer zu verdauen aber in sich homogen beschissen.

Yes, maybe I still am a bit confused.

Kokstaxi

Mein Blog wird acht Jahre alt und nutzt diese Chance um sich mir aus dem dunklen Keller des Augenwinkelrandbewusstseins bemerkt zu machen. Dabei dachte ich, ich hätte alle Benachrichtigungen abgestellt…

Ich wollte wieder schreiben, sagte ich (schrieb ich, höhöhö). Und habe mir wirklich auch eine Weile wieder die – zuvor unbewusst ablaufende – Routine angewöhnt, die mich umgebende Welt auf Schriftversatzstücke abzuchecken.
Und ich habe auch bestimmt noch mindestens 3 dieser Stücke im Kopf. Irgendwo in diesem verstauben, räudigen Frack von Oberstübchen.

(Ich mag die neue Absatzkultur der WordPress app nicht)
Doch leider muss ich zu dem vorher schon bestehenden Leben nun auch noch das eines Studenten mimen und erkenne erneut, was es heißt ein sich gewohntes Hirn wachzurütteln. Leider, da ich dadurch wunderbar neue Ausreden habe, was niemand hören will und ich nicht sagen sollte. Immerhin bastel ich nun Schattentheaterfiguren und lese kluges Zeug das ich auf möglichst kluge Art zusammenfassen will ohne darauf allzuviel Zeit zu vertun (gegenläufige Motivation als Lebensmotto).

„Mir wurde eine Visitenkarte für das Kokstaxi angeboten und ich fühle mich nun bedrängt weil das so schlimm ist“ jammert einer in die digitale Nachbarschaft und sucht Mitleidbekundungen oder andere Heucheleien.
Falsche Plattform, bekommt er nicht; eher eine auf die Fresse. Es sind halt nicht nur Hipster und Yuppies in Friedrichshain unterwegs, was mich beruhigt und diese Stadt wieder ein Stück mehr lieben lässt.

Ich springe mit auf den hate-train und erwähne, dass diese Menschen ja nur ihren Job machen, wofür man sie doch nicht verurteilen könne und verweise auf den höheren Störfaktor durch selbstgerechte Gutmenschen und egomanische Boomereltern. Kommt nicht gut an; verwunderlich, habe ja keine Namen genannt.

„Die Haut der Menschen ist 2020 nicht nur dünner geworden, sondern auch inkonsistenter“ denke ich und ziehe mich mit Überlegungen zur Korrelation von Übertragungsraten und Hautdicke aus dem – zu jeglichem Thema entstehenden und durch das Corona-zeigt-den-Wahnsinn-unserer-Zeit-Virus geprägten – Diskurs heraus.

Not gonna argue about the sense of masks (google mask debate), the common sense of people or any other brainfucked topic anymore. Abandon all ye hope thee, sagte man schon vor Ewigkeiten; heute vermutlich mehr als früher, meist um damit posh zu wirken.

Der Mensch ist faul, ich an erster Stelle. Blöderweise ist er auch verlogen und das zuallererst sich selbst gegenüber (ich werde das Blog schon noch irgendwann regelmäßig führen!). Eine ungesunde Kombination wenn man berücksichtigt, dass der faule Mensch schnell annimmt er sei ja nun doch schon eigentlich so ziemlich ehrlich mit sich selbst. Mehr darüber nachdenken wäre dann ja Arbeit. Und einzusehen das man zu faul ist noch eine Schicht Lügen abzutragen ist halt Arbeit.

Ein Teufelskreis.

Für mehr Überlegungen bin ich jetzt dann zwar auch zu faul aber die Tragweite dieser Erkenntnis ist bestimmt massiv. Hab ja auch lange darüber nachgedacht. Mindestens.

Mein Ironiezentrum scheint für heute ausgelutscht… mehr beim nächsten Mal, wenn ich wieder Humor in mir spüre (immerhin lache dann ich selbst).

Perspektivwechsel

Einen Beitrag übers Schreiben will niemand lesen. Einen darüber, warum man nicht schreiben kann noch weniger als Niemand.
Die Summe einer negativen Masse ist jedoch in der Logik immer noch null und damit ist zumindest an dieser Front nichts verloren: wie so oft ist es nur eine Frage der Perspektive wie und ob man etwas wahrnimmt.

Ich habe die Themen im Kopf, habe wie gewohnt die einzelnen „Aufhängerformulierungen“ im Kopf… Und dann erscheint Alles so belanglos, unwichtig und langweilig, dass der Text mein Hirn verlässt und lediglich einen kleinen Zettel mit der Aufschrift „Mach’s gut du Hippie“ zurücklässt.
„Bevor ich misch uffresch isset mir ejal“, sagt sie oft; darüber rege ich mich sehr auf. Und natürlich rege ich mich auch so über andere Dinge auf (echaufieren ist der Hintergrundbeat in meinem Kopf)… aber darüber zu schrieben scheint irrelevant. Überflüssig wie die Anleitung zur Nutzung einer Pizza.
bleibt sind Texte die entweder noch langweiliger sind (trust me, they do NOT fit into this Blog) oder zu persönlich werden. Ich erinnere mich an eine „befreundete“ Bloggerin, die vor einer ähnlichen Diskrepanz stand. An meinen – vermutlich klugen – Ratschlag erinnere ich mich nicht.

Die Perspektiven haben sich geändert, soviel sei gesagt. „Tagebuch eines Verwirrten“ steht hier im Untertitel; ob ich es (in dem von Urheber gemeinten Sinne) noch bin kann ich seit einem Jahr nicht beantworten. Oder auch zwei, die Erinnerungen verschwimmen hinter einer neuen Sonne und ich bin schließlich immer noch verirt.

Was mir fehlt – so ist meine Hoffnung – ist die Nacht. Die Nacht zum Denken und Schreiben; die Zeit in der niemand etwas von mir will und meine Gedanken ohne weitreichende Folgen auch mal düster oder böse werden dürfen. Ähnlich einer Schildkröte verharrt mein inneres Ich gerade in Starre, träumt von Frühling und Neubeginn während Außen gerade der Punk abgeht; Ich selbst (also äußeres Ich) aktiv im Zentrum dieses Wirbelns.

Die Länge ist schon immer von Belang, dennoch wollen wir weiter so tun als wäre dem nicht so. Et is jesacht watt zu sahn is, nech; Ich kann kein Berlinerisch und amüsiere mich doch damit.

Vielleicht die Pointe des Ganzen? Ich hab keine. Keine heute, keine gestern und keine in der ganzen Woche in der dieser Text schon fertig in der Schublade (digital weil neuzeitlich) verfault. Keine Pointe und keinen Plan, auf geht’s zum Mt. Everest!

 

Die Absurdität des Normalen

„Ich liebe das Leben! Einzig die Lebenden…“

Er schaut mich von der Seite an, lacht sein leichtes Lachen, der Engländer würde „chuckle“ dazu sagen. Ich grinse schief zurück und wir verstehen uns. Kommunikation die aus vorangehenden Gesprächen und gutmütigem Verständnis umeinander besteht ist so viel leichter als die smalltalkbeladene Krankheit die sich im fastfremden Miteinander (Gegeneinander?) eingebürgert hat.

Ein wenig weniger Härte wünscht sich Eine von mir, Unverständnis warum ich so krass formuliere spiegelt mir eine Andere. Ich registriere, dass Absurdität als Normalität wahrgenommen wird und vermerke in meiner inneren Antragstelle eine weitere Revision der Relationsregulierung von Innen und Außen gemäß Sozialisierungsvertrag der Dünnhautparagraphen. Es scheint mir nicht gegeben aus dem Herzen heraus zu sprechen; mein Herz nicht genug genormt und Ablage P. zugehörig.

In Gefühlen zu reden ist nicht nur Hip, sondern auch Pflicht eines jeden modernen Menschen – eines modernen Mannes sowieso – sonst Prolet und Vokuhila und so weiter. Leider hab ich nicht genug Geld für Goldketten, also bleibt mir nur die Emoschiene. Die geht auch mit Schlabberpulli, der nicht wegen des Stil zu groß ist sondern weil er ungefähr drei Modezyklen überlebt hat und so verwaschen ist wie die Aussprache eines Berghaintouristen am Sonntag um sieben Uhr morgens beim Bäcker.

Nur was, wenn das Gefühl Wut ist? Wohin mit dem Inneren wenn es zwischen einer schwarzpulverhaltigen Mischung aus Ressentiments und klobigem Befreiungsdrang changiert? Wie ist das eigentlich mit diesem „mal ganz ehrlich sein“, wenn Selbiges aus aggressiver Zerstörung besteht?

Gefühle und die Show um deren Enthüllung sind – so lerne ich gerade in intensiver Beschäftigung damit – trotz allem etwas, was dem Bestreben der goldenen Mitte unterworfen wird. Nicht jene golden leuchtende Mitte in der gelassene Erleuchtung wartet; mehr jene stumpfe, vergilbende Blattgoldmitte in der die Normalität ihr Szepter im Gleichklang zur Klospülung schwingt. Die Sorgen müssen unter die unberührbare Oberfläche, das alles wiederum durch den After und letztlich in die Schüssel passen. Sonst verstopft es nur und macht Arbeit.