Dialoge III

Du sagst: Ich will dich nicht verletzen, du bist so feinfühlig.

Er denkt: Trotz meiner Feinfühligkeit habe ich nie verlernt zu lieben. Muß doch einen Grund haben. . .

Er sagt: Überlass meine Verletzung mir und klär lieber was du selbst willst.

Er denkt: Wer entscheidet eigentlich wie verletzt jemand sein darf?

Du sagst: Bislang war es immer so, dass ich genau wusste was getan werden muss damit es ihm gut geht.

Er sagt: Das kannst du bei diesem speziellen Spezifikum von Mann  vergessen.

Er denkt: Das kannst du bei mir vergessen.

Sie sagt: Ja, darum ist es ja nicht leicht.
Er denkt: Genau darum ist es leicht. Genau darum kannst du nicht darüber nachdenken, sondern musst es fühlen.

Er sagt: …

Manchmal kann sogar er an der richtigen Stelle schweigen.

Dialoge II

[Ich auf dem Heimweg von einem anstrengenden Arbeitstag an einem sonnigen Tag; Er auf unserem Hinterhof und sich gerade eine Kippe drehend]
Er: (nuschelig) „…’kommst’n du her?“
Ich: (müde) „Arbeit.“
[Er leckt das paper an, dreht zuende und schaut mich danach, die Kippe in den Mund steckend, kopfschüttelnd an]
Er: (gelassen) „Ich hasse Arbeit.“

Und damit war eigentlich alles gesagt.

Dialoge I

Er: Für was bewirbst Du Dich eigentlich?

Sie: Kinderbetreuerin im Einkaufszentrum.

Er: Wrm.. yay?😆

Sie: Bitte nochmal in verständlich?

Er: Erm (verschrieben,  ein Laut des lauten Nachdenkens)
… (dramatische Pause zur Steigerung der Wirkung der Pointe)
yay (ein Ausruf der Freude, zumeist im ironischen Kontext verwendet.  Außerdem in dem vorliegenden Fall die Pointe)
?(Ein Fragezeichen, hier verwendet um der zuvor getätigten Aussage – zur Erinnerung: ein Auszug der Freude – eine erhöhte Zweideutigkeit zu verleihen)
😆 (Ermangelung eines besseren Smileys wurde dieses Emoticon verwendet um zu betonen, dass es sich um einen Scherz handelte)

Oder so😋
Anders gesagt: nicht mein Traumjob, aber scheinbar für dich ansprechend. Ich freue mich für dich, würde mich selbst aber erschießen.

Sie: Warum einfach, wenns auch kompliziert geht, hm? ^^

Er: Weil kompliziert das neue einfach ist.
Das „hippe“ easy.

Sie: Gut, dass wir drüber ‚gesprochen‘ haben. 😬

Er: Hm. Wanna have? Also eine ernste Antwort

Sie: Auf welche Frage? 😳

Er: Warum einfach wenn bla

Sie: Achso. Na dann gib mal ne ernste Antwort.

Er: Weil einfach mich langweilt. Nicht im Sinne dessen, dass es blöd ist oder ich besser, besonders klug oder sonst was, sondern auf einem fundamentalem Level.
Manchmal habe ich das Gefühl, meine Gedanken sind ein überfüllter LKW, der auf einem Highway durch mein Leben rast, dass aber blöderweise nur für eine Landstraße gebaut ist. Natürlich hat die Straße auch Kurven und Schlaglöcher, weshalb unterwegs eine Menge verloren geht.

Einfach. .. das ist das, was übrig bleibt wenn ich auf die Landstraße schaue, auf der die zertrümmerten Fragmente dessen liegen, was ich unterwegs verloren habe. Dumm nur, dass ich nicht vergesse, was noch im LKW liegt. Entsprechend stehe ich also da und erlebe irgendwie gleich zwei Mal die selbe Sache. Einmal in den Tempo, das mich umgibt und einmal in den, das nur mein Ich umgibt. Das zweite rauscht dabei, unbeirrt im Tempo, mehrmals an der Situation vorbei und bringt jedes mal neue Ladung mit.

Einfach… das hat so wenig mit mir zu tun, dass es mir fremdartig vorkommt. Ich bin wie ein Alien, dass mehr als drei Dimensionen sieht und sich fragt, wieso keiner sonst auf die wunderschönen Farben in der Musik achtet.

Einfach… kann ich einfach nicht. Wenn ich probiere, nicht ich zu sein verkrampft sich mein Inneres und aus kompliziert wird merkwürdig. Gleichzeitig weiß ich aber nicht, ob kompliziert wirklich zu mir gehört, ob ich nicht etwas konstruiert habe um besonders zu sein. Wer bin ich überhaupt? Der, der seine Umwelt verwirrt? Oder der, der selbst verwirrt ist.

Einfach. Das ist ein Traum den ich habe. Einfach Ich sein. Einfach nicht über mich nachdenken. Einfach passieren lassen.

Das wäre der perfekte Schluss. Aber mein Kopf ist schon fünfzig Schritte weiter, seziert das ganze schon, weil meine Hände nicht schnell genug schreiben und meine Worte unzureichend sind. „Sprache ist im Grunde nur ein besseres Gekläff“ singt Joint Venture. Recht hat er.

Ich mag kompliziert vielleicht nicht einmal wirklich. Aber nur darüber kann ich mit dem Chaos mithalten,  dass meinen Kopf manchmal platzen lassen will.
Neulich sagte jemand: „Du bist ein schwieriger Charakter“. Darauf konnte ich nur aus tiefer Überzeugung sagen: „Nicht für die Menschen, die in meiner Welt mitschwingen. Diese Welt ist aber sehr, sehr weit weg von der, die gängig ist.“

Einfach. Ich glaube ich kenne nichts komplizierteres.

Sie: Das wäre doch n schöner Text für deinen Blog. ☺ So oder so ähnlich komme ich mir selbst in vielen gesellschaftlichen Konstellationen vor. Als die Einzige, die „anders“ denkt/fühlt/sieht. Und im Versuch, es den „Anderen“ angemessen mitzuteilen, registriere ich eine Art der Überforderung beim Gegenüber, die mich wiederum nur noch mehr als „anders“ und „zu kompliziert für den Rest“ dastehen lässt. Hm. Hab mich schon oft genug als Nicht Massenkompatibel verstanden. Macht den Umgang und die Eingebundenheit oft nicht einfach. Sondern eben kompliziert.

Er: Ja stimmt. Das ist ein wenig länger geworden als geplant😅
Das beschreibt ganz gut was die Krux an dem Thema ist. Schön gesagt.
Wobei ich jetzt nur für mich sprechen kann… aber ich finde dich nicht unverständlich.
Und ein wenig muß ich jetzt an das eine Lied von Reinald Grebe denken… „Massenkompatibel“

Sie: Genau aus dem Lied hab ich auch dieses schöne Wort. 😁