Dialoge VII

Er: Wasn dein Zeitplan heute so dank ausgefallenen Terminen?

Ich: Nix und dann ein wenig nix.

Er: cool. Bock nachher nochn bissl nix zu machen?

Ich: Hm. Da muß ich erst mal nix zuende machen.

Er: Später hab ich aber noch nix…. dann evtl ein nichts zwischen den beiden nix?

Ich: Naja. Sowas dauert eben keine Zeit.

Eric: Eben. Da bleibt halt auch kein zeitlicher Spielraum übrig. Deswegen muss da nix durchgeplant werden.

Ich: Ich will mir aber nichts vornehmen. Sonst kommt man zu nix.

Er: Wenn man zu nix kommt, kann man sich nichts vornehmen.

Ich: Das Ding ist, dass man meist bei nix hängenbleibt und darum eh zu nichts kommt.
‚tis my life, ‚tis my hell.

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Dialoge V

O.: Der Kleine da ist voll gut. Krass das er erst so kurz mitspielt. (Geht weiter)
M.: JA mann. Wie heißt der noch mal?  (Zu O.)
B.: Kay (nuschelnuschel)
M.: woher kommt er noch mal?  (Aufzählung diverser Staaten)… Indien. Ich glaub es war Indien.
Ich: Ich würde vermuten ausm Wedding oder Kreuzberg.
M.: Ne Mann. Ist doch n Flüchtling.
Ich: Ah wah?

Kraft meiner Worte

Worte haben zum einen eine ihnen innewohnende, also von Sprecher unabhängige, Kraft. Sage ich „Liebe, Hass, Eltern“, so erzeugen die Worte – jedes voneinander unabhängig – an sich schon drei Gefühle. Plus minus die gefühlten hundert Varianten dazwischen, in denen die Erfahrungen des Rezipienten mit den einzelnen Worten kollidieren. So werde ich vermutlich mit „Liebe“ etwas anderes verbinden als du. Oder jeder andere, wenn man es genau nimmt.
Und auch wenn ein Wort nicht so ein großes Sinngefüge darstellt wie oben genannte, abstrakte Begriffe: selbst ein Wort wie Korb ist nicht gleich. Mein Korb ist nicht dein Korb! Ein Wort an sich hat die Kraft, dass ich mir etwas vorstellen kann, aber noch mehr hat es die Kraft, dass wir uns grob darüber verständigen können was in etwa von anderen gemeint ist.

Zum anderen jedoch haben Worte auch die Kraft, welche ihnen ihr Sprecher gibt. Allein durch die Auswahl der Worte „Liebe, Hass, Eltern“ erzeuge ich eine zusätzliche Sinnebene, die den Worten an sich nicht gegeben ist. Liebe und Hass können an sich zwar auch beide auf Eltern bezogen werden, aber dadurch, dass jemand als Schöpfer hinter diesen Worten steht, wird bereits beim lesen ein Verhältnis der drei Worte zueinander impliziert.  Noch bevor ich drei weitere Worte geschrieben habe, ist in meinem Hirn bereits eine Geschichte entstammen. Habe ich über mein Verhältnis zu meinen eigenen Eltern nachgedacht. Drei Worte, eine Geschichte von zig Jahren. In einem Augenblick.

Soviel zur eigenen Theorie,  die vermutlich ein wenig einleuchtet und einen mit einem „aber da fehlt noch der Aspekt…“ zurückbleiben lässt.

Wenn meine Worte Kraft haben, wenn ich Herr dieser Kraft bin, dann sollte ich zum Einen in der Lage sein, diese Kraft zu lenken und zum Anderen mich selbst in diesen Worten tragen können.
Aber was ist, wenn ich nicht Herr dieser Kraft bin? Was, wenn ich nicht die Richtung bestimmen kann in der die Worte gehen? Was, wenn ich nicht Teil sein möchte von dem, was Kraft meine Worte geschieht?

Ich ergehe mich in Eskapaden von Nebensätzen, zerfasere mein Selbst und den Sinn des Satzes in unzählige Fetzen sinnlosem Gebrabbels wenn ich versuche ein Kompliment zu machen oder eine Geschichte zu erzählen; verzweifelt über das natürliche Unverständnis mir gegenüber.
Ich übersteige Grenzen und katapultiere die Worte mit unmenschlicher Kraft in mein Gegenüber, wenn ich stolz auf mich bin oder positiv über etwas rede; verwundert über die notwendige Ablehnung als Reaktion.

Es wirkt für mich so, als habe ich unterschiedliches Talent in den „Kräften“ meiner Worte. Unterschiedliche Zugänge. Kontrolle.
Denn niemals, so scheint es mir, bin ich so klar und präzise, nie so kraftvoll und bewegend wie an dem Punkt an dem ich mein Gegenüber schreddere oder mich selbst in den dunkelsten Farben zeichne; hilflos dem Sturm meiner Worte gegenüber.

Ein zweifelhaftes Talent. Diese Kraft meiner Worte.

Dialoge IV

Sie: „Alles?“
Er: „Nein,  ich will nur das. Nicht Alles.“
[Stille folgt in der sie ihn anstarrt und er nach seinem Geld wühlt]
Sie: „Also nicht alles?“
Er [verstehend, missverstanden worden zu sein]: „Doch. Alles. Aber ich will nicht alles im Laden haben.“
Sie: „Also alles?“
[Die Alte hinter ihr fängt an zu lachen und er schaut sie leicht fassungslos an]
[Stille]
Sie: „Dann zweivierzisch.“
[Stille, nur die Alte kichert und er schaut weiterhin; sie verwirrt, da er 2,25 € auf den Tresen legt]
Er [verstehend]: „Ach Mist. Pfand. Sorry.“
[Sie streicht das restliche Geld ein, tippert in der Kasse rum]
Sie: „Schönen Tag noch.“
Er: „Cheers.“
Er [zu sich]: „Es ist Abend…“

Aber da wäre sie vermutlich tot umgekippt.

Dialoge III

Du sagst: Ich will dich nicht verletzen, du bist so feinfühlig.

Er denkt: Trotz meiner Feinfühligkeit habe ich nie verlernt zu lieben. Muß doch einen Grund haben. . .

Er sagt: Überlass meine Verletzung mir und klär lieber was du selbst willst.

Er denkt: Wer entscheidet eigentlich wie verletzt jemand sein darf?

Du sagst: Bislang war es immer so, dass ich genau wusste was getan werden muss damit es ihm gut geht.

Er sagt: Das kannst du bei diesem speziellen Spezifikum von Mann  vergessen.

Er denkt: Das kannst du bei mir vergessen.

Sie sagt: Ja, darum ist es ja nicht leicht.
Er denkt: Genau darum ist es leicht. Genau darum kannst du nicht darüber nachdenken, sondern musst es fühlen.

Er sagt: …

Manchmal kann sogar er an der richtigen Stelle schweigen.

Was bleibt ist eine Anekdote

Heyho, Hans-Detlef aus dem Bus hier.

Ich weiß, das hier ist total verrückt. Und creepy und sowieso eigentlich vergebens. Zumindest jedoch unkonventionell.
Vermutlich gibt es gute Gründe, dass du dich nicht gemeldet hast, bestimmt sogar.

Nun ja, manchmal habe ich es nicht so mit der Vernunft.
Und creepy ist es nur bedingt: dein Name, Ort und Beruf ergeben eine recht unikate Kombination, die Freund G. recht schnell mit dir in Verbindung brachte.

Hier in etwa wäre der Punkt an dem in schlechten Filmen der Protagonist der Protagonistin ins fast ausgesprochene Wort fällt und etwas in die Richtung „hear me out“ sagt. Und an dem der Zuschauer sich in diesem Nimbus zwischen Scham und Neugier befindet. Einerseits will er umschalten, wegrennen oder einfach ihn nehmen und schütteln. Andererseits ist es ja ein Film und egal wie vergebens es wirkt oder wie tief der Fettnapf sein mag; letzten Endes ist es ein Film und danach geht es weiter.

Hier also mein Monolog, in der Hoffnung jene Art sympathischer Spinner zu sein,  der nicht als Wahnsinniger weggesperrt wird (man beachte, dass das Schreiben meine Passion ist):

Es gibt in unserem Leben hin und wieder Begegnungen, die uns besonders erscheinen. Rational ist das schwer zu erklären, immerhin handelt es sich da zumeist um fremde Menschen. Wenn du Haruki Murakami gelesen hast, kannst du bestimmt ohne weitere Erklärungen erfassen, was ich meine. Oder du kennst diese Bildfolge mit dem weißen Hund auf dem Fahrrad in einer asiatischen Großstadt. Grundessenz beider Beispiele ist, dass das Leben manchmal eine Chance gibt für etwas, dass sich abhebt von den Erlebnissen des Alltags. Vermutlich sind meine Worte an diesen Punkt schon falsch verstanden worden,  oder ich wirke einfach wieder befremdlich/überbordend oder sonst irgendwas von dem, was man an dieser Stelle von mir halten könnte.

Daher lass mich dir am dieser Stelle eines erklären: ich bin weder verrückt noch verbissen oder verzweifelt. Ich bin mit mir im Reinen und was ich tue sollte erst einmal neutral betrachtet werden, denn so ist es niedergeschrieben.

Wenn ich mich selbst beschreiben müßte, dann wären das positivere Attribute. Ich will gerade es wagen mich erneut zum Honk zu machen, mich vor jemand anderes und vermutlich auch mir zu schämen, weil ich etwas getan habe was jetzt gerade zwar verrückt aber irgendwie auch schlüssig erscheint, später aber vermutlich nur noch peinlich ist. Denn wenn ich es nicht versuchen würde, wäre es eine vergebene Chance und davon. . . Davon habe ich nun wirklich genug.

Ich will es wagen noch einmal aus der abwehrenden, übervorsichtigen Art unserer Generation auszubrechen und mich selbst einzubringen. Einzubringen in dieses Spiel zwischen Sehnsucht nach echten Kontakten und Angst vor ungewollter Nähe.

Ich selbst denke mir bei dem schreiben dieser Worte, dass es schon ganz schön weit weg von dem ist, was man so zueinander sagt, wenn der Bekanntheitsgrad noch nicht den von wasauchimmer der Punkt ist den man da haben muss. Aber weißt du was?  Das ist mir ziemlich wumpe. Denn was habe ich zu verlieren? Verrückt ist ein Attribut,  dass ich vor einiger Zeit für mich geordert habe und zeitweise ausleihe.

Es gibt in mir diese Hoffnung, dass sich meine Art irgendwo in sich selbst fügt und Sinn ergibt. Dass das was ich schreibe unsinnig klingt und dennoch transportiert was ich von ihr erhoffe:

Das nämlich keine perfide und merkwürdige Art dahinter schlummert,  sondern ein Vertrauen in Menschen, jene Biester die wir beide nicht mögen. Ein Vertrauen darin, dass man mir glaubt wenn ich sage „ich tue nichts“. Nicht Unsicherheit und Bedürfnis mich treiben, sondern tatsächlich eine Entspanntheit und Freude an wertvollen Kontakten.

Hier erscheint mir eine gute Stelle, deinen Freund zu grüßen. Frauen wie du haben immer einen Freund. 😉 der Generalvorwurf der einem Mann gegenübersteht, wenn er Kontakte knüpfen will ist – dezent formuliert – ein kleines Hindernis in unbefangener Kommunikation mit Frauen. Kann ich sagen „du warst mir sympatisch“, ohne im geistigen Widerhall gleich „und bitte mach schmutzige, schmutzige Dinge mit mir!“ zu erzeugen? Aber auch das will ich wagen.

Klar und deutlich zu sagen, dass ich den Kontakt sehr genossen habe und deine Gesellschaft. So sehr, dass es mir als Verschwendung vorkäme, wenn das aufgrund sozialisierter Formularien stirbt. Hell, immerhin schreibe ich das hier alles! Gleichzeitig gehe ich auch das Risiko ein als Groupie missverstanden zu werden, denn wenn das so sein soll, dann ist das so.

Ich selbst bin jetzt an dem Punkt angelangt, an dem es mir schwer fällt mir zu folgen, darum will ich einfach mal mit diesen Worten enden:

Es würde mich freuen, wenn wir uns noch mal treffen. So mal ohne Hintergedanken, sondern einfach weil ich im Gefühl habe, dass unsere Begegnung wertvoll war. Wenn ich mich da irre, dann ist das so und dann lasse ich das hier ruhen.

Und nein,  ich bin nicht immer SOO kompliziert 😉

Lieben Gruß
Heinz-Dieter