Mut

Gerade eben lese ich auf meinkopfchaos‘ Blog eine Referenz auf mich (yay, Ego go pooof) und nachfolgend diese Worte:

„Ich bin müde. Müde um den ganzen Datingwahnsinn. Um das ganze möglichst perfekt sein. Um das ganze hin und her. Um das ganze möglichst interessant und doch nicht zu verrückt sein.“

dazu denke ich mir:

Man sollte einen Club gründen. Einen Club der Datingmüden, die darüber jammern/philosophieren/abkotzen wollen und sich nicht präsentieren wollen. Ein Club in dem das „Dating“ Thema sein kann, aber kein Thema ist. Der ehrlich ist und sagt: wir sind wer wir sind und jetzt sind. Und. Wir. Wollen. Nichts. Beweisen.

Und dann denke ich mir: Wieso „man“?

Also ihr mutigen Menschen, meine Einladung: schreibt mich an und ich organisiere ein Treffen. Garantiert ohne Datingabsichten und godmotherfucking pretentiousness. Vielleicht finden sich ja Interessierte, die wie ich an echten Kontakten Begeisterung finden. 😉 Aus Berlin zu kommen birgt hierbei Vorteile 😛 Und wie genau das vonstatten geht um die Garantie aufrechtzuerhalten erörtere ich mit meinen inneren Instanzen noch.

And don’t bother bringing your ego along for a polishing. We should be past that point.

Was du nie hören wirst

„Vorsicht! ich hab‘ Lust mich zu verlieben, so richtig.“

Ich hab‘ keine Ahnung mehr, wie dein Gesicht ausgesehen hat. Ich glaube du warst blond und nicht schlecht gebaut. Ganz so wie es sein soll in dieser Welt, die auf Perfektion aus ist. Ganz so, wie es mir gefallen könnte. Aber ein Detail stimmte bestimmt nicht… vermutlich so etwas unwichtiges wie die Haare, denn alles was ich im Kopf habe sind diese Worte. Es ist fast so, als könnte ich mir nur eines merken. Wie du aussiehst, oder wie du bist. Entweder sprichst du mein Hirn oder meine Augen an. Beides zusammen… das hat nicht geklappt. Wie es scheint. Bei mir zumindest.

„Vorsicht“ hast du gesagt, als wäre es ein Verbrechen, diesen Wunsch zu haben. Zumindest ihn auszusprechen. Als wäre es die Pest, Gefühle zu haben und diese auch noch nach außen mitzuteilen. Eine Aussätzige, die ihre widerliche Galle in die gepuderten Gesichter der Aristorkatie speit. Du hast dein Puder abgenommen und zeigst allen die Eiterbeulen darunter, denn wenn ich hinschaue, sehe ich die vergilbten Rüschen an deinen Unterröcken und die zerlotterte Perücke weist auf längst vergangene Tage in Schlössern bei Kapern und Schaumwein. Du warst, wer sie sind und hast doch die Krankheit in dir erkannt, hast dich ihr geöffnet und nun suchst du jene, die mit dir aus dem falschen, heuchlerischen Traum eines vergnügten Nachmittags mit Cnapés im Rosengarten aufwacht.

„ich hab‘ Lust“, so lässig und unverfänglich wie ein Siebzigjähriger vor seiner jugendlichen Nichte über seine Jugend spricht, zeigst du dein Gesicht unter der Floskel. Nicht „mal eben“ soll es sein. Du hast Lust und nicht „Alles kann, nichts muss“. Nein. Du hast Lust und das sagst du. Es muss! Du zeigst mir den Schimmer eines lodernden Feuers unter deinen Worten, die gnadenlose Hitze, mit der du explodieren willst, sobald jemand den Schlüssel findet. Lust. Nicht mit ein wenig Motivation wird es passieren, sondern mit all deiner Kraft, all der lodernden Leidenschaft und dem verschlingenden Eifer den du aus deinem Hirn, deinem Körper und deiner Seele quetschen kannst.

Mit deinem „mich zu verlieben“ wirfst du dich in die einzige Schale, die dir dein Leben retten kann. Du bist vor eine Meute hungernder Tiere gefallen und alle wollen dein Fleisch reissen. Doch du weichst nicht zurück, ziehst dir nicht ihren Pelz an und frisst mit an deinen eigenen Eingeweiden. Du bist nicht der sechste Affe aus diesem Experiment mit der Treppe und der Banane, der seine Kameraden verdrischt ohne zu wissen um was es geht. Du weisst um was es dir geht. Du willst dich verlieben. Einfach so. Ohne Erklärungen. Und einen besseren Schutz vor den Hyänen wirst du niemals finden. Liebe sollte nicht rot, sondern grün sein. Dann könnten wir es umbenennen in Kryptonit und endlich wäre die Ausrede gefunden, warum es so gemieden wird.

Vor allem soll es „so richtig“ sein. Nicht nur ein wenig. Sondern volle Kanne. Komplett und völlig. Das ist doch total idiotisch! Niemand sollte das wollen! Denk‘ doch mal an die Gefahr, der du dich aussetzt. So komplett? Also auch auf mit dem Risiko verletzt zu werden? Hör‘ dir doch mal zu! Sowas macht man doch vielleicht mit Siebzehn, wenn man noch unerfahren ist. Du müsstest es doch besser wissen. Das endet schlecht, das garantiere ich dir! Bestimmt. Muss so sein. Womit sonst habe ich meine Zeit zugebracht? Mit Zeitweschwendung? Mit dem Gedanken an Schicksal? Das wäre ja lachhaft! Ja, es ist Frühling, aber willst du wirklich so aus dir ausbrechen? Bedenk doch, was du zurücklassen könntest. Bestimmt endest du nachher als Trauerkloß und niemand wird dir beistehen. Und wer garantiert, dass du überhaupt verstanden wirst, wenn du dich hinstellst und das einfach so sagst?

Ich weiss nicht mehr, wie dein Gesicht aussieht, vielleicht habe ich dich auch nur geträumt. Aber deine Worte hallen ohne Stimme in meinem Kopf wieder und rütteln an den Festen meiner Gedanken. Ich will mit dir ausbrechen, mit dir explodieren und den Sprung wagen.

Denn ich will mich auch verlieben.
So richtig.

Weil der Rest einfach nicht das Gleiche ist und niemals sein kann. Wir können uns etwas vormachen und weitergehen. Wir können uns anschauen oder uns einen Orgasmus vortäuschen. Aber wir können uns nicht erkennen und aneinander vorbeigehen ohne ein Stück unserer Seele zu verlieren. Aber da wir uns jetzt noch nicht kennen, lass uns üben. Lass uns der Welt unsere Lust entgegenwerfen und diejenigen aussortieren, die alles können, aber nichts müssen. Denn wir müssen, wenn wir nicht verenden wollen und als abgenagte Gerippe für die Geier enden wollen, die eigentlich Menschen sein wollten, aber unterwegs die Kraft verloren haben.

Ich vermisse das Gefühl, einfach loszulaufen und über die Klippe zu springen. Immer sind wier angeschnallt, gesichert und in sicherer Höhe. Aber das ist mir nicht genug. Ich bin bereit. Werde es sein, wann immer es sich ergibt. Bis dahin lass uns leben als wäre die Welt ein Geheimnis, dass nur du und ich teilen. Etwas, dass uns darauf vorbereitet die zu sein, die wir dann sind und sein müssen. Wir werden uns treffen: irgendwo, irgendwann. Und dann werden wir uns an den Händen halten, während wir die Fallschirme von uns schleudern und aus dem Flugzeug springen. Denn ich will mich verlieben. Dumm, komplett, mit all meinem Wesen. Als eine krankhafte Sucht, die meine Gedanken zerfetzt und mein Innerstes auffrisst. Das meine Gedanken wegwischt und nichts als besinnungslose Besessenheit zulässt. Auch wenn uns das aussehen lässt als wären wir Junkies die ihrer Bedürftigkeit unterliegen, so bleibt uns doch keine andere Wahl als zu sagen: JA! Das ist es! Denn wir wollen es nicht anders.

Es ist wirklich ein Jammer, dass du das nie hören wirst.
Denn ich hab schon ordentlich Lust drauf.

Mister Mediocrity

Let us go for a dive
Or not swim at all.
Let’s go crazy
Or diverge in sanity.
Everything else
Is just so verily
Not worth
Time and hassle.

I am not
Your Mister Perfect.
Until I am.
Or not.
Then we will
Still
Have had
Nice
Times.

So let’s jump
And dive
To this place
They call hapiness
Until our lungs
Collapse or we
Start breathing water

Dialoge I

Er: Für was bewirbst Du Dich eigentlich?

Sie: Kinderbetreuerin im Einkaufszentrum.

Er: Wrm.. yay?😆

Sie: Bitte nochmal in verständlich?

Er: Erm (verschrieben,  ein Laut des lauten Nachdenkens)
… (dramatische Pause zur Steigerung der Wirkung der Pointe)
yay (ein Ausruf der Freude, zumeist im ironischen Kontext verwendet.  Außerdem in dem vorliegenden Fall die Pointe)
?(Ein Fragezeichen, hier verwendet um der zuvor getätigten Aussage – zur Erinnerung: ein Auszug der Freude – eine erhöhte Zweideutigkeit zu verleihen)
😆 (Ermangelung eines besseren Smileys wurde dieses Emoticon verwendet um zu betonen, dass es sich um einen Scherz handelte)

Oder so😋
Anders gesagt: nicht mein Traumjob, aber scheinbar für dich ansprechend. Ich freue mich für dich, würde mich selbst aber erschießen.

Sie: Warum einfach, wenns auch kompliziert geht, hm? ^^

Er: Weil kompliziert das neue einfach ist.
Das „hippe“ easy.

Sie: Gut, dass wir drüber ‚gesprochen‘ haben. 😬

Er: Hm. Wanna have? Also eine ernste Antwort

Sie: Auf welche Frage? 😳

Er: Warum einfach wenn bla

Sie: Achso. Na dann gib mal ne ernste Antwort.

Er: Weil einfach mich langweilt. Nicht im Sinne dessen, dass es blöd ist oder ich besser, besonders klug oder sonst was, sondern auf einem fundamentalem Level.
Manchmal habe ich das Gefühl, meine Gedanken sind ein überfüllter LKW, der auf einem Highway durch mein Leben rast, dass aber blöderweise nur für eine Landstraße gebaut ist. Natürlich hat die Straße auch Kurven und Schlaglöcher, weshalb unterwegs eine Menge verloren geht.

Einfach. .. das ist das, was übrig bleibt wenn ich auf die Landstraße schaue, auf der die zertrümmerten Fragmente dessen liegen, was ich unterwegs verloren habe. Dumm nur, dass ich nicht vergesse, was noch im LKW liegt. Entsprechend stehe ich also da und erlebe irgendwie gleich zwei Mal die selbe Sache. Einmal in den Tempo, das mich umgibt und einmal in den, das nur mein Ich umgibt. Das zweite rauscht dabei, unbeirrt im Tempo, mehrmals an der Situation vorbei und bringt jedes mal neue Ladung mit.

Einfach… das hat so wenig mit mir zu tun, dass es mir fremdartig vorkommt. Ich bin wie ein Alien, dass mehr als drei Dimensionen sieht und sich fragt, wieso keiner sonst auf die wunderschönen Farben in der Musik achtet.

Einfach… kann ich einfach nicht. Wenn ich probiere, nicht ich zu sein verkrampft sich mein Inneres und aus kompliziert wird merkwürdig. Gleichzeitig weiß ich aber nicht, ob kompliziert wirklich zu mir gehört, ob ich nicht etwas konstruiert habe um besonders zu sein. Wer bin ich überhaupt? Der, der seine Umwelt verwirrt? Oder der, der selbst verwirrt ist.

Einfach. Das ist ein Traum den ich habe. Einfach Ich sein. Einfach nicht über mich nachdenken. Einfach passieren lassen.

Das wäre der perfekte Schluss. Aber mein Kopf ist schon fünfzig Schritte weiter, seziert das ganze schon, weil meine Hände nicht schnell genug schreiben und meine Worte unzureichend sind. „Sprache ist im Grunde nur ein besseres Gekläff“ singt Joint Venture. Recht hat er.

Ich mag kompliziert vielleicht nicht einmal wirklich. Aber nur darüber kann ich mit dem Chaos mithalten,  dass meinen Kopf manchmal platzen lassen will.
Neulich sagte jemand: „Du bist ein schwieriger Charakter“. Darauf konnte ich nur aus tiefer Überzeugung sagen: „Nicht für die Menschen, die in meiner Welt mitschwingen. Diese Welt ist aber sehr, sehr weit weg von der, die gängig ist.“

Einfach. Ich glaube ich kenne nichts komplizierteres.

Sie: Das wäre doch n schöner Text für deinen Blog. ☺ So oder so ähnlich komme ich mir selbst in vielen gesellschaftlichen Konstellationen vor. Als die Einzige, die „anders“ denkt/fühlt/sieht. Und im Versuch, es den „Anderen“ angemessen mitzuteilen, registriere ich eine Art der Überforderung beim Gegenüber, die mich wiederum nur noch mehr als „anders“ und „zu kompliziert für den Rest“ dastehen lässt. Hm. Hab mich schon oft genug als Nicht Massenkompatibel verstanden. Macht den Umgang und die Eingebundenheit oft nicht einfach. Sondern eben kompliziert.

Er: Ja stimmt. Das ist ein wenig länger geworden als geplant😅
Das beschreibt ganz gut was die Krux an dem Thema ist. Schön gesagt.
Wobei ich jetzt nur für mich sprechen kann… aber ich finde dich nicht unverständlich.
Und ein wenig muß ich jetzt an das eine Lied von Reinald Grebe denken… „Massenkompatibel“

Sie: Genau aus dem Lied hab ich auch dieses schöne Wort. 😁