Einer von denen

In letzter Zeit fühlt es sich wieder so an, als wäre ich – bezogen auf andere Menschen – genau zu einem Zweck in dieser Welt. Blöderweise ist das kein angenehmer Grund und so stehe ich vor einer Predulie meines Selbstwertes. Und vor einer gesamtgesellschaftlichen Überlegung.

Es gibt diese Menschen, die sind besonders dann wichtig und wirklich gute Freunde, wenn man sie braucht. Menschen auf die man sich verlassen kann,  die nach einem halben Jahr Stille  sagen: „klar komm ich dir beim Umzug helfen“ ohne zu erwähnen, dass du ihnen bei ihrem Umzug nicht geholfen hast. Menschen die Termine verschieben, wenn du schreibst du bräuchtest Ablenkung, auch wenn es für sie zum Nachteil ist. Denen du alles erzählen kannst und die versuchen dir damit zu helfen.

Es ist jetzt vermutlich nicht überraschend,  wenn ich mich (nach dieser Einleitung) in diese Kategorie Mensch einordne.

Was diesen Menschen allerdings auch passiert, oben ist es ja schon kurz angedeutet, ist eine gewisse Einseitigkeit darin. Dann ist das der dritte Umzug den er/sie in Anspruch nimmt, bei jedem eigenen allerdings stehen wichtige Dinge an. Bandprobe beispielsweise. Oder Seefahren.
Wenn er/sie in einer schlechten Phase ist, sind die meisten leider gerade komplett ausgebucht oder haben nach 5 Minuten die Lösung: „Stell dich einfach nicht so an. „, was in dieser, meiner und vermutlich jeder anderen Welt eine „nette“ Formulierung für „nerv mich nicht mit deinen Problemen“ ist.

Nun will ich nicht zu viel jammern über dieses Los – auch wenn mein Wesenstyp der eines Janmerers sein kann – sondern darauf eingehen, was das heißt. Vermutlich hätte ich zu Beginn des Textes darauf hinweisen sollen, dass in diesem Text gejammert werden wird.  Ah well.

Vermutlich können die meisten dieser Menschen mit dieser Einseitigkeit irgendwie umgehen. Nach einigen Jahren erwarte ich z.B. gar nicht mehr,  dass irgendwer für mich da ist,  di wie ich für andere da bin.  Das heißt jedoch nicht,  dass es mich (und vermutlich auch alle anderen) nicht dennoch enttäuscht oder verletzt.
Ich sah da vor kurzem ein Bild von zwei Wölfen.  Mutter und Kind; Sie mit unzähligen Pfeilen gespickt, und dennoch aufrecht stehend; Es mit einem einzigen Pfeil niedergestreckt.

Schmerz ist relativ, körperlicher noch weniger als seelischer.

Womit ich eigentlich enden wollte, muß ich nun dann doch schon hier sagen,  da meine Gedanken danach in eine andere Richtung trudeln:
Gedenkt in nächster zeit einfach mal euren Freunden,  die für euch da sind, euch aber irgendwie nerven/stressen oder mit denen ihr eben sonst nichts anfangen könnt. Zahlt mal was zurück oder tut ihnen den Gefallen und beendet das sauber. Sie tun es nicht weil sie daran glauben, dass in euch was Gutes steckt und ihr schon seht was sie geben. Idioten gibt es halt immer.

So.  Nachdem dieser – bestimmt nicht persönlich gefärbte – Exkurs vorbei ist auf zu neuen Ufern!

Was mich in diesem Thema, nach einigem Ringen mit meinem Ego (was noch immer ein knackiger Endbosskampf ist) fasziniert ist die Paradoxie unserer Gesellschaft. Wohlgemerkt betrachte ich gerade isoliert ein Element, also wird sehr wahrscheinlich in anderen Kontexten anderes gelten. Soviel zur wissenschaftlichen Exaktheit.

Immer mehr Menschen – dafür brauche ich keine Studien, auch wenn es sie mittlerweile gibt – sind einsam in dieser von Menschen überfüllten Welt. Gerade in Städten, wo Menschen wirklich nur dem Arm ausstrecken müßten um eine Handvoll verschiedensten Charaktere zu erreichen, sind viel zu viele Menschen alleine und chronisch untersozialisiert.
Gleichzeitig, so ist meine Erfahrung, wird es immer schwerer offen und unbefangen mit menschen in Kontakt zu treten. Über das Leid eines Mannes mit dem weiblichen Geschlecht in Kontakt zu treten habe ich mich ja in diversen Kontexten bereits ausgelassen. Aber auch anders… Beispielsweise der Kontakt von Männern/ Frauen untereinander. Die Integration einzelner in Gruppen. Alles das fühlt sich für mich – auch mit zunehmender Kenntnis um Arbeitsmethoden und Manipulationsmöglichkeiten die das Ganze umgehen – immer. . . dichter und verschlossener an. Selbst wenn du als Individuum dich also offen und freundlich gestaltest (in einem authentischen Sinne), wirst du zunehmend auf Unverständnis stoßen.  Fast so,  als würde Mensch verlernen,  was es heißt wenn jemand nett ist. Also einfach so.

Vielleicht schließt sich hier aber auch wieder der Kreis und ich bin nur einer von denen.

Nebensätzliche Tribute

Es ist dann doch eine lange, lange Nacht geworden. Dabei hatte er sich erneut geschworen es nicht zu übertreiben, da sein Wochenende lang und fordernd sein würde.
So lang war die Nacht, dass er an den Punkt gelangt war an dem er, trotz seines Verzichts auf Alkohol, wie benebelt durch die morgendlichen Gassen wankte um nun, halb blind, aus dem Fenster der Bahn zu starren. Sein Kinn ruhte dabei in seinem Handballen und immer wenn er ausatmete, glomm die dumpfe Erinnerung eines Kitzeln in seinem schlafhungrigen Hirn auf.
Die Sonne stand trotz der frühen Morgenstunde bereits warm am Himmel; Wärme überzog ihn wie eine wohlige Decke. Außerhalb des Zuges strich die, mit Lebendigkeit explodierende, Landschaft vorbei, ganz so als sänge alles ein Liebeslied an den Frühling und tanze dazu einen, ihm leicht unverständlichen, Reigen.
Er schloss die Augen, während seine Gedanken den verschlungenen Pfaden eines übermüdeten Gehirns folgten und genoss die Schwere, die seinen Körper erfasste und in die sanften Tiefen eines Schlummers ziehen wollte.
Mit einem Mal stand in riesigen, kalt funkelnden Buchstaben „Dystopie“ vor seinem Inneren Auge. Sein Verstand schreckte davor zurück als hätte er sich verbrannt, nun wieder wesentlich wacher; seine Augen flatterten auf.
Was er sah, hatte nicht mehr viel Ähnlichkeit mit der bunten und lauten Lebendigkeit dessen, was noch – wenn er sich darauf konzentrierte – undeutlich hinter den Dingen zu erkennen blieb. Schnee bedeckte verwitterte Ruinen vergangener Tage, Eis spiegelte sich in den Knospen sterbender Hoffnung und ein höhnischer Wind sang in den gähnenden Löchern gesprungener Träume. Eine Welt die untergegangen war hatte, schon so lange er denken konnte, eine unheimliche Faszination auf ihn ausgeübt. In einer Version der Realität, die gescheitert war und dennoch weiterging gab es für ihn etwas, dass sein innerstes Sein ansprang und sich in seinem Wesen festgekrallt hatte wie ein Löwe, der seine Beute riss.
Lange hatte er nicht begriffen; nicht verstehen wollen, was diese Faszination ausmachte und unbeschwert die Einsamkeit verlorener Zivilisationen und Zugrunde gegangener Welten genossen, sich in der Einsamkeit des letzten Menschen auf diesem Planeten gespiegelt, während um ihn herum der Verfall seinen Anteil an der Realität forderte.
Doch nun, in der Diskrepanz zwischen ihn umgebenden Frühling und inneren Winter, erkannte er diesen tiefen, ureigenen Wunsch sich wiederzufinden in dem was ihn umgab und nicht mehr in einer anderen Welt zu existieren, die ihm niemals wirklich einen Platz bieten konnte, wenn sie nicht – so wie er – an sich selbst scheiterte. Sich selbst bereinigte um anschließend, gelöst vom Ballast ihrer eigenen Vergangenheit, an einer befreienden Wegschneide zu stehen und die Wahl zu haben: in ewigem Winter zu schlafen bis die Kälte und Schwere alle Spuren seines Selbst ausgelöscht hatte oder aufwachen und neu zu gestalten was er selbst sein wollte.

Es war eine lange Nacht gewesen. Länger als er es sich hätte leisten wollen. Doch während er im letzten Moment aus der dösenden Träumerei erwachte, um an seiner Station auszusehen, wusste er, dass er diese Nacht, diesen Morgen und die Sonnenstrahlen in seiner Dystopie wieder und wieder sehen wollte.

Für Alex

Die Grenzen des Sein

Menschen sind egoistische Rudeltiere.

Sagtest du. Ich schwieg.

Das Rudel brauchen wir nur, weil wir uns alleine verlieren. Ohne die spürbare Grenze anderer Menschen zerfließen wir mit unseren Gedanken und weichen auf. Das ertragen können die wenigsten.

Sagte ich später noch. Eine Antwort hörte ich schon nicht mehr, mein Kopf war bereits auf Reisen.

Wo, also wann, beginnt das eigentlich… dieses Ich. Dieses Ego.
Wie, also warum, haben wir das eigentlich… diese Identität. Dieses Individuum.
Und vor allem… wie kommen wir damit klar, jeden Tag erneut den Hochseilgarten zwischen Alleinig und Allgemein zu wandeln ohne zu stürzen?

Was ich so lapidar daher gesagt hatte, als Antwort auf eine stammtischphilosophische Diskussion, lässt mich seitdem nicht mehr los.

Was ist Identität, was ist Ego. Können wir ohne sein oder ist es vielleicht schlicht notwendig egoistisch zu sein, da wir gar nicht anders können?
„Wissenschaftlich“ gesprochen ist es recht klar, warum wir eine Identität ausbilden. Wir haben nunmal einen Körper, der mit einem Hirn verbunden ist und mit dem wir unsere Umgebung wahrnehmen. Wir sind, jetzt wieder eher unwissenschaftlich, quasi um unseren einen Blickpunkt herum aufgebaut. Ich kann mich nicht als Vogel wahrnehmen, denn dazu müsste ich den Körper eines Vogels haben.
Oder könnte ich doch? Wenn ich zum Beispiel gänzlich isoliert aufwachse. Nur großgezogen von Affen… halte ich mich dann nicht auch für einen? Da muss vermutlich nicht nur ich am Mogli denken. Aber was, wenn ich jemand bei Adlern aufwachsen lasse? Oder als Adler verkleideten Menschen. Und immer wieder sage ich ihm er sei ein Vogel…
Alberne Vorstellungen, gewiss. Aber dem liegt ja die Überlegung zugrunde, wie und warum wir unseren Ego bilden.
Schon früh erfahren wir, dass wir alleine sehr aufgeschmissen sind. Verständlich wäre es also dann doch, wenn wir aus dieser Erfahrung ableiten, Gemeinschaft sei notwendig und eine Art „hive mind“ (Schwarmintelligenz) wie bei Ameisen entwickelten. Das Wohl der Gemeinde als Grundkomponente unseres Seins. Doch da dem nicht so ist, stellt sich weiterhin die Frage, was genau dazu führt, dass wir uns als Person und nicht als Teil eines Personenkorpus definieren.

Wie fahre ich fort, wenn ich mitten in einer Überlegung abhanden komme und erst Wochen später vor einem mir seltsam fremden Text sitze? Das Gefühl und die Gedanken sind nicht direkt weg, aber doch ungenau und verwaschen. Es ist ein Segen, dass ich kein Autor sein will, sonst müsste ich mich nun in den alten Stil reindenken und zwingen.

Also. On verra. Weiter.

Ich; was für ein elementares Wort in unserer Sprache. So gut wie nie beziehen wir uns auf etwas, ohne uns selbst nicht vorher selbst zu definieren. „Ich mag niemand“. Und abgesehen von manch einem selbstverliebtem Geist scheint das auch soweit natürlich. Nicht irgend jemand anderes will das sagen, sondern ich. Ich allein.
Im Umkehrschluss könnte man auch sagen: dadurch dass ich jemand anderes wahrnehme und eine Grenze zwischen ihr/ihm/es und mir ziehe, muss ich eine eigene Person erzeugen.

Soweit also zur Notwendigkeit eines Ego.

Doch, wie mir hier plötzlich einfällt, ging es zu Beginn ja um eine andere Note in diesen Überlegungen.

Der Mensch ist ein egoistisches Rudeltier.
Das waren deine Worte. Vor Monaten. Und noch immer habe ich nicht viel mehr erklärt als mit dem pathetischen Spruch in Zeile 6 ff.

Vom Ende einer Freundschaft

Womit fange ich an, wenn ich vom Ende reden will? Vermutlich mit dem Punkt, ab dem es endete und dann immer einen Schritt weiter bis es vorbei ist…

Ich saß auf dem Geländer eures Balkons. Diese merkwürdige, rot gemauerte Vertiefung in einer ansonsten unscheinbar gehaltenen, vom Smog der Stadt über die Jahre abstoßend gefärbten, Häuserfront. Sogar das Geländer hatten sie gemauert, damit es -wie das Haus auch- alles überlebt. Krieg, Abgase, die nächsten Generationen verkommener Mieter. Zusätzlich hatten sie eine Alu-Blech-Metall-Wasauchimmer-Krone auf die blutig rot anmutende Befestigung gesetzt und somit ihr glänzendes Denkmal für die „Ewigkeit“ gesetzt. Ein hässliches, kaltes Denkmal, aber immerhin doch für alle Zeiten gesetzt, die in der Gedankenwelt der Erbauer eine Rolle spielen könnten.
Es war eine wirklich kalte Nacht, zumindest gemessen an den Nächten vor und nach dieser Einen und den Temperaturen des Tages selbst. Vielleicht war es aber auch nicht wirklich kalt und nur das Gefühl von Kälte ist in meiner Erinnerung geblieben.

Ich erinnere mich daran, dass es regnete. Denn während ich dort saß und (vermeintlich) fror, gluckerte am Straßenrand ein deutliches Rinnsal durch den Rinnstein. Ich erinnere mich daran ganz genau; lange saß ich dort und philosophierte darüber, woran mich dieses Wasser erinnerte. Es waren nicht die Tränen, die für uns vergossen wurden. Es war nicht die Schwelle zum Jenseitigen die sich nur für mich in jener Nacht im fahlen, gelblichen Licht der Straßenbeleuchtung offenbarte. Letztlich, so kam ich mit mir selbst überein, musste es das Blut der Stadt sein. Je länger ich hinschaute, desto mehr nahm ich ein Pulsieren in den Strömen wahr, desto mehr gewann das Dunkel dieser Venen die Ähnlichkeit zu Blut. Es war kein direktes Rot – denn die Farbenwelt, derer sich eine nächtliche Welt in fahler, gelblicher Straßenbeleuchtung bedient – ist einzigartig.
Wer sagt, alle Katzen seien Nachts grau, hat noch nie in einer Stadt gelebt. Nachts sind alle Katzen, Autos, Busse, Menschen, Regentropfen, Wände, Asphalt… einfach alles… schmutzig und fahl gelblich, einzig durch ihren Grundton unterscheidbar. Oder im Schatten dieses Lichts und durch die Ablenkung der Lampen unsichtbar für unsere einfach gestrickten Augen.
Jenen Augen, die – wie unser Hirn – meist nur das Offensichtliche sehen wollen und sogar davor nur all zu oft die Lider verschließen.

Du hast geraucht, ganz die Schurkin eines Hollywooddramas, während du still im Schatten auf der Bank gesessen hast. Der Schatten der Wand, durch das rückwärtige Licht so geworfen, umgab dich mit einer Stofflichkeit, die über die Tiefe von Schatten hinausging. An jenem Abend hattest du dich in deinen Wintermantel gehüllt, doch was dich wirklich umhüllte war viel mehr als nur Stoff und der Rauch deiner ewig glimmenden Kippe. Ihre Leuchtspur, wenn du sie zum Mund führtest und ihr stetiges Pulsieren, während du einen Zug nahmst, bildeten die einzigen Löcher in der undurchdringlichen Mauer, die in der Stille der Nacht eiskalte, scharfe Kanten bekam.

Wir saßen lange, schweigend, in der Kälte dieser bizarren Nacht. Unbewegt in unseren Positionen, weit weg von unserem Körpern. Vermutlich hätte mir eine Zigarette ebenfalls gestanden, wie ich dort auf der Brüstung saß; ein Bein lässig herunterbaumelnd, eines auf dem Geländer abgestellt und nahe an meinen Körper herangezogen. Ich lehnte mich gegen die kalte, wegen des Regens schleimig nasse, Wand und verschränkte die Arme über dem Knie. Eine Zigarette hätte gepasst. Ebenso ein Hut und Stiefel mit Sporen. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert und ich rauche nicht. So blieb mir nichts um meine Gedanken festzuhalten und jedesmal, wenn meine Aufmerksamkeit zufällig an die Oberfläche tauchte, hatte sich an der Szenerie nichts verändert.

Es gibt viele Ansichten, wie Zeit sein könnte. Ein Fluß, ein Ozean, eine Uhr mit 2 bis 3 Zeigern, ein Zahnrad hinter den Vorhängen unserer Welt, eine Art Kleber zwischen den Dingen und ihren Zuständen, Unsinn, subjektiv und in der Grundsache zu wenig vorhanden, endlos und unsichtbar…
In jener Nacht hatte sie sich selbst vergessen. Ihre Bestimmung, ihr Streben, ja sogar ihre Form war einer gesichtslosen undefinierbaren Stasis gewichen. Wenn Zeit als Übergang eines Zustands in einen anderen gilt, hatte sie damals bestimmt vergessen weiter zu gehen.
Ich erinnere mich, das durch ihr Fehlen auch die Kälte verblasste, der Regen leiser wurde und es mir unmöglich wurde mit meinen Gedanken an der Oberfläche zu verweilen. Die Zeit war gegangen und hatte allen Dingen einen Anstrich aus Belanglosigkeit verpasst, unter dem, leise tröpfelnd, der Kern der Sache vermoderte.

Dort saß ich also in jener kalten Oktobernacht, während die Stille das Leben aus unserer Freundschaft drückte und in genüsslicher Ruhe das Mark aus den Knochen unserer Verbundenheit schlürfte.
Ich stand, irgendwann, auf und ging, hinter mir die zerbrochenen Gebeine dessen was ich für langlebig gehalten hatte.
Ich stand auf und ging in völliger Stille, als ich an der Tür nach innen kurz innehalten musste, weil mir der perfekte Satz zum Ende einfiel. Doch als ich zu dir hinüber sah warst du immer noch nicht viel mehr als Schatten und Zigarettenglühen und mir fiel auf, dass der Satz zu dem Hollywoodverständnis der Situation gepasst hätte, das Leben aber eigentlich auch ohne Platitüden auskommt.

„A proper story’s supposed to start at the beginning.“ Das sollte sie wirklich. Doch wo beginne ich, wenn das Ende der Anfang ist und damit die Geschichte vorbei ist, bevor sie beginnt?

Ich gehe schweigend und damit ist eigentlich alles gesagt.

Breaking Point II

In zerrissenen Laken,
Zerschunden vom Spiel,
Ausgeblutet und leer,
Liege ich allein
Neben meiner Geliebten.

Ich habe mein Gesicht,
Vielleicht auch nur
Den Blick,
verloren.

In der Stille meiner Einsamkeit
Sehe ich die Lücken,
Tief im Herzen,
Die klaffen.

Erneut am Ziel
Meiner Wünsche
Und der Sehnsucht.
Erstickt mich sanft
Meine zärtliche Geliebte.