Wer ist eigentlich dieser Stereo-Typ?

„Emanzipation ist wichtig“, sagte sie und schob ihrem vollbepacktem Mann zusätzlich die Tüten von Douglas, Zara und Pimkie in die schwitzigen Finger.

„Immer diese Abwertung und Reduktion auf den Körper“ sagte sie, als sie ihr Dekolleté vom Bauchnabel zum Brustbein hochzog.

„Da stimme ich dir zu“ sagte sie und rückte den Träger ihres Männerunterhemds zurecht, welches bedauerlicherweise ihr einzige Oberbekleidung war. Gut, sie hatte eh keine Brüste, daher war der fehlende BH nicht wirklich spannend… Aber das Fragezeichen in Kopf bleibt.

Wer ist eigentlich dieser Stereo-Typ und warum bin ich selbst scheinbar Mono?

„Trag du das mal, du bist doch ein starker Mann.“ – „Na klar. Dann koch derweil was, schwache Frau die du bist.“
Wer in diesem Austausch an Meinungen die soziale Grenze überschritt… sollte allen klar sein.

„Das ich dir in die Fresse hauen will liegt nicht daran, dass du eine Frau bist, sondern das du ein Arschloch bist.“ Sagte niemand, denn Frauen sind schützenswert.

„Scheinbar gibt es keine Gentlemen mehr“ antwortete sie schnippisch und begann ihren Feldzug, seinen Ruf im Freundeskreis zu ruinieren, was ihn Partnerin, Job und Wohnung kostete.

Wer ist eigentlich dieser Stereo-Typ und warum mögen ihn vermeintlich wieder so viele?

Ich sitze in meinem kleinen rechtsfreien Raum und schüttelte den Kopf, als mir eine Bekannte mit stolzgeschwellter (nicht direkt unattraktiver) Brust erzählte, dass sie niemals lernen wird wie man ein Loch in die Wand bohrt, da dies ja Männerarbeit sei.

Zu gerne würde ich sagen, all das seien polarisierende Beispiele eines fantasierenden Geistes, die der Verdeutlichung eine Pointe dienen sollen, jedoch ist in den genannten Begegnungen fast immer eine Auswahl erlebter Situationen erfolgt. Einzig die Dialoge sind eventuell nur im Geiste gesprochen worden.

Ich könnte mit noch weiteren Situationen aus dem Leben eines aufmerksamer Beobachters dienen aber ich denke die Aussage ist klar:

Fresse halten, alle gleich lieb haben.