Du weisst es noch nicht XIII

Es ist nicht das Brennen,
Flammen und Lodern;
Jenes Sehnen nach Hitze:
„Was kommt noch?“

Es ist die Wärme die bleibt
Wenn du gehst
Und die Leere heranschleicht.

Es ist nicht Zufriedenheit,
Bequemlichkeit und Rast;
Jenes Sein mit Zögern:
„Was wäre wenn?“

Es ist die Gewissheit
Wenn ich gehe
Und die Zweifel heranrollen.

Du weißt…
 Nein. 

Wir wussten es nicht. 
Aber wir wissen es nun.
Jederzeit.

Oder? 

Wir rannten,
Atemlos und berauscht;
Ganz im Moment
Der ewig währt.

Wir waren berauscht,
Bis wir stolperten
Fort der Atem
Den wir teilten.

Wir stolperten,
Im vollem Lauf;
Tot der Traum
Den wir schufen.

Oder?

Wir fühlten uns,
So wie wir waren.
Wir atmeten uns,
So wie wir sind.
Wir träumten uns,
So wie wir werden.

Lass mich erneut
Ein wenig träumen:
Vielleicht bleibt es.
Vielleicht ist der Traum,
solange er bleibt,
Unsere Wirklichkeit.

Oder?

Du weißt es noch nicht XI

Ich vermisse dich.

Die Silouette deines
Noch unbekannten Gesichts
In das ich mich
Stets neu
Verliebe.

Die Tiefe deiner
Noch ungesehenen Augen
In denen ich mich
Stets neu
Verliere.

Das Gefühl deiner
Noch ungefühlten Nähe
In der ich mich
Stets Neu
Vergesse.

Ich vermisse dich.

Du weißt es noch nicht,
Aber du wirst es wissen.

Bis dahin.

Du weißt es noch nicht X

Du bist noch nicht
und doch:
Du wirst sein.

Ein verliebter Gedanke
Träumender Innigkeit
Im seichten Tempo
Lauer Sommernächte.

Du bist noch nicht
Und doch:
Auf ewig Mein.

Eine endlose Liebe
Unbeirrtes Vertrauen
Rasende Wut
Stetiges Verzeihen.

Du bist noch nicht
Und doch:
Ich dir ergeben.

Du wirst sein.
Dann,
In fernen Tagen;
Wenn
zwei Leben
gemeinsam träumen.

Du weißt es noch nicht,
Aber du wirst es wissen.

Bis dahin.

Re: Woran glaubst du?

Sabine Wirsching fragte auf ihrem Blog: „Woran glaubst du?“

Meine Antwort war dann für nen schnöden Kommentar doch zu lang. Außerdem blieb es dann irgendwie auch ein paar Wochen halbfertig liegen. But here it goes now:

Woran glaube ich. Hm. Vermutlich ist das sehr unterschiedlich zu beantworten, je nachdem wie der Kopf gerade drauf ist.
Grundsätzlich ist aber klarzustellen:

Allem zugrunde liegend ist für mich – glaube ich – die Überzeugung, dass die Antwort darauf irrelevant ist.
Der Mensch ist und vergeht. Das ist halt so.
Ob „wir“ dabei (für eine Weile) alles mitnehmen was sich nicht gegen uns durchsetzen kann oder soll oder heimlich zuendeleben… schnubbe.
Wir sind und irgendwann hören wir damit auf.
Danach wird es auch weitergehen; zwar ohne uns, aber das ist eben auch egal.
Das ist – für mich – die Quintessenz des Lebens auf der fundamentalsten aller Basen.
Leben ist. Nicht „für“, nicht „weil“, nicht „damit“. Einfach „ist“.

Warum also jetzt noch weiterschreiben? Nunja, davon abgesehen schwebt für mich in der Frage „woran glaubst du“ auch immer die Frage nach Hoffnung mit; besonders aber worin dieses „hoffen“ begründet sein soll. Und noch viel mehr: worauf?

Also: „Worauf hoffe ich als ‚Ich‘ und worauf hoffe ich als Mensch generell?“

Hm. Vermutlich ist das sehr unterschiedlich zu beantworten, je nachdem … 😉

Hoffnung beinhaltet für mich – so im Versuch eines allgemein gehaltenen Grundsatzes – die Überlegungen und Gedanken eines Wesens aus dem Jetzt über einen anderen, zukünftigen Zeitpunkt. Hinzu kommt, dass diese Gedanken und „noch nicht seienden Seinszustände“ eine positive Färbung beinhalten sollen. Zu hoffen bleibt in der Regel ja, dass die Zukunft besseres bereit hält.

An und für sich ist es nun ja doch schon recht schwer, darüber zu reden ob und was denn „besser“ ist. Aber gehen wir erst einmal von einfachen Verhältnissen aus. Ich habe Hunger und hoffe bald etwas zu essen zu bekommen; hier ist der moralische Spielraum recht klein gehalten. Besser heißt hier also einfach: nicht verhungert und damit tot (was recht häufig die Folge von verhungern ist).

In komplizierteren Verhältnissen wird es da mehrdimensionaler und dem einen positiven Effekt können mehrere negative entgegenstehen. Ich mag zwar satt sein, meine drei Geschwister haben aber nichts bekommen und verhungern. Hier will ich deshalb Hoffnung von Moral trennen und es darauf reduzieren, dass „gut“ im Kontext der „Hoffnung“ gleichbedeutend mit einem „utilitaristischen Eigengewinn“ steht. Gut ist, was mir das beste Gefühl gibt. Will ich meine Geschwister nicht hungern sehen, wird meine Hoffnung nicht sein „Ich will satt werden!“, sondern „Ich hoffe wir werden alle nicht verhungern!“ und sich mein Handeln entsprechend anpassen. Will ich es nicht, so mag das moralisch verwerflich sein, dennoch habe ich meiner Hoffnung entsprechend gehandelt.

In anderen Worten ist „hoffen“ also eine Vorstellung über einen anderen Zeitpunkt (gewöhnlich die Zukunft), von dem in der Regel eine (für das eigene Sein) positive Entwicklung zu erwartet wird. Diese positiven Effekte können für mich unmittelbar (ich bin satt) oder mittelbar (andere sind satt) stattfinden und richten sich im günstigsten Fall nach meiner intrinsischen Moral.

Das, so denke ich, ist ein gänzlich natürliches Verhalten und großer Antrieb unser Gesellschaft. Würde es keine Hoffnung geben, gäbe es also auch weniger Fortschritt. Okay: Neid, Missgunst und Geltungssucht würden noch immer ihren Teil hierzu beitragen. Aber letztlich kann man auch diese darauf zurückführen, dass „wir“ hoffen es ergibt sich für uns da doch dann irgendwann etwas Gutes daraus (aus dem neidischen Verhalten erhoffe ich mir, auch zu bekommen was ich neide, etc.).

Um hier aber den Bogen zurückfinden wäre die Formulierung der Eingangsfrage („woran glaubst du“) entsprechend:
„Was für eine positive Entwicklung stellst du dir und anderen vor?“
Der erste Punkt sei in der Absicht der Ursprungsfrage einmal ausgeklammert und ich bleibe bei:
„Was für eine positive Entwicklung stellst du dir für die Menschheit vor?“

Hm. Vermutlich ist das sehr unterschiedlich zu beantworten und der Witz schon seit dem letzten Mal unlustig.

Ich bin gedanklich spontan zurück am Anfang. Welche Aussicht stelle ich mir vor? Keine. Irgendwann ist halt Ende. Dazwischen der Schmuh ist irrelevant. Es mag uns in unserem kleinen, dennoch zentral und darum wichtigen Ego zwar alles groß vorkommen, aber letztlich – wenn wir den Fokus einmal weiten – ist das Leben und Sterben des Einzelnen, sogar das einer ganzen Generation, irgendwann auch wumpe.

So weit so fatalistisch will ich mich bemühen, an diesem Punkt klarzustellen, dass dies für mich keineswegs negativ verstanden ist.

Ich muß die Zukunft nicht „schaffen“ weil es kein Ziel zu erfüllen gibt. Der Mensch ist frei, einfach zu sein und genau darauf hoffe ich. Dass er dieses Geschenk versteht und mehr das Leben genießt. Nicht in Aufhäufung von mehr und mehr (im Sinne des Fußabdruck hinterlassen müssen), sondern einfach entspannt „ist“.
Diese Welt gibt was wir brauchen. Genug für alle. Außer wenn wir für eine Zukunft jenseits von „übern Winter kommen“ raffen.

Ich stelle mir als positive Entwicklung (hoffe also), dass der Mensch nicht an sich scheitert, sondern immer weiter einen Weg finden wird mit seiner Umwelt klarzukommen.
Heutzutage eben nicht mehr mit reinem nehmen, sondern mit nehmen und geben.

Du weißt es noch nicht VIII

Ich will schreiben!
Über dich,
Dein Feuer,
Deine Lust.
Das Leben, das du bist.

Ich will schreiben!
Über uns,
Unser Leben,
Unsere Zeit,
Das Glück, das wir sind.

Ich will schreiben!
Über mich,
Mein Glück,
Meine Kraft,
Das Feuer, dass ich bin.

Ich will schreiben!
Über mich, dich, uns.
Was war, ist, sein wird.

Du weißt es noch nicht,
Aber du wirst es wissen.

Bis dahin.