Komische Welt

Manchmal, während ich in Phasen bin, in denen irgendwas passiert (in mir), kommt es vor, dass ich urplötzlich ein Lied höre. Ich kenne es schon eine Weile und habe es auch mehrfach gehört.
Aber mit einem Mal spricht es was in mir an, was vorher nicht da war.
So ging es mir heute mit Jupiter Jones – Momentaufnahme 3

Überhaupt, was heißt schon „kennen“, in einer Welt voll Variablen?
Wo kommt Ruhe her, wenn alles sich bewegt?
Und die Selbstverständlichkeit, fühlt sich heut wieder besonders
Und der gottverdammte Grundsatz hat’s sich anders überlegt
Dein „home from home“, ein fremder Freund, zu sehr gewollt um’s zu bereuen

Furchtbar günstig abzugeben
Halbes, kaum genutztes Leben
Fünfzig Teile Einsicht und ein tristes Firmament
Tragisch traurig einzusehen
All das Klagen, all das Wehen
Reichen für ne Faus voll bitterer Pillen und ein Kissen aus Zement

Ob du wirklich richtig lebst, siehst Du, wenn das Licht ausgeht
Doch Du hast Angst im Dunkeln und schlimmer noch davor
Eine Frage des Vertrauens macht noch lange keine Antwort
Und nicht jeder schreckverzerrte Mund trifft gleich auf offene Ohren!
Lass uns mal was klarstellen, mit mir ist überhaupt nichts los

Ich glaub nicht mehr an vieles, doch ich glaube an den Trost
Ich überlass ihn halt den Tröstern

Furchtbar günstig abzugeben
Halbes, kaum genutztes Leben
Fünfzig Teile Einsicht und ein tristes Firmament
Tragisch traurig einzusehen
All das Klagen, all das Wehen
Reichen für ne Faus voll bitterer Pillen und ein Kissen aus Zement

Die Welt ist komisch. Und wenn es in ihr kein Narrativum gibt, dann weiß ich auch nicht was es ist. Denn besser hätte ich mich gerade nicht beschreiben können.

One Company2Go, grande, no CEO and de-ltd.

Facebook, der große Guru unserer Jugend, hat WhatsApp gekauft. Für knapp 42 Dollar pro Nutzer.

Jetzt bin ich allerdings kein großer Fan dieses Unternehmens. Ehrlich gesagt habe ich weder Account noch Interesse an der hippen Kommune aus den Niederungen des weltweiten Fallnetzes. Da liegt schnell die Vermutung nah hier wäre wieder so ein elitärer Kerl am Werke,  der meint seine Daten schützen zu können.“ Aber so einfach ist das  bei mir nicht.
Mir ist seit meinem ersten Emailkonto klar, dass ich mich gläsern mache, wenn ich das Internet nutze. Gut, es mag schwierig sein mich direkt über Google zu finden, aber unsichtbar bin ich nicht. Will ich auch garnicht sein. Es wäre naiv anzunehmen, ich könnte bei meinem Internethabitus und generell als Teil unserer modernen Datengesellschaft meine Daten für mich behalten.

Nein, meine Ablehnung ist eine rein subjektive!
Ich will mich nicht in den Trend eines für mich oberflächlichen „Kontakthaltens“ einreihen. Wer mich kennt und kennen will, der hat meine Telefonnummer. Und den Rest vermisse ich nicht, also brauche ich ihn auch nicht.
Ich will nicht Teil einer Gemeinde sein, in der das unreflektiert Wiederkäuen hip und geistiger Dünnschiss salonfähig ist. Gewiss gibt es Nutzer, die es anders halten. Aber auch da gilt: die haben dann meine Nummer oder sind mir nicht wichtig.

Nach Skype durch Windows ist es nun ein weiterer riesiger Einkauf in der mich umgebenden Lebenswelt. Und das Aufkäufe anderer Firmen mittlerweile in immer größeren Maßstäben passieren ist wahrscheinlich keine reine Einbildung meinerseits.
Ich fühle mich ein wenig an die Anfänge dessen erinnert, was ich einmal im Setting eines postapokalyptischen Pen&Paper Rollenspiels gefunden habe:
Die Welt wird von 4 Megakonzernen regiert. Diese führen einen erbitterten Krieg gegeneinander im Kampf um Ressourcen. Eine Macht ist deutsch und heißt Bauhaus… aber das nur am Rande. Verrücktes Setting,eigentlich aber ganz nett.

Was dahinter steht ist die Frage: wo führt das uns hin und wo hört es auf?!

„Welche Konfession haben Sie? Römisch-katholisch, islamisch, Apple oder Windows?“

„Es tut mir leid, aber ohne gültigen Facebookaccount ist die Einreise in Google-Mitgliedstaaten nur mit Nachweis einer gültigen Kreditkarte von Amazon und durchschnittlichem Umsatz von 500 Euro pro Monat möglich.“

„…Am heutigen Nachmittag haben militante Konsumverweigerer in blutigen Straßenkämpfen für Ihr Recht auf ein medienfreies Leben  demonstriert. Laut Augenzeugenberichten flogen nicht nur Mäuse und Tastaturen, auch Fahrräder wurden in Band gesteckt. Ein Sprecher der Polizei kommentierte die Vorgänge als ’sinnlose, terroristische Versuche, die öffentliche Gleichschaltung zu unterbrechen‘ und kündigte ein rabiates Vorgehen an. Derweil werden im gesamten RTL-Empfangsgebiet Stimmen laut,  die von Politik, vor allem aber von den Konzernchefs schärfere Bestimmungen gegen solche Ausschreitungen fordern. Und nun zurück zur Werbung.“

Ich bin kein feiger Mensch. Und ich habe auch keine Angst vor dem Verlust meiner Anonymität…

…aber irgendwie gruselt es mich vor dem Potential der Wirtschaft.