Mein Weg

Ich gehe meinen Weg,
Denn höhnische Worte
Aus fremdem Mund
Klingen leise wider
in hohlen Knochen
Vergessener Gebeine

Ich gehe meinen Weg,
Denn dunkle Blicke
Aus leeren Augen
Sind bald erloschen
Auf kalten Haufen
Bleicher Schädel

Ich gehe meinen Weg,
Denn einzig mich
Will ich tragen
Pflegen und umsorgen
Ernten was ich
Selbst gesäht

Ich gehe meinen Weg,
Mein Tempo
Mein Stil
Mein Wunsch
Mein Befehl

Ich gehe meinen Weg,
Denn ich will
In mir
In meinem Ich
Suchen
Nach dem Ich

Die Regeln der Nacht

Sie begegneten sich in der Regel zwei mal täglich. Einmal gegen sechs Uhr Morgens, dass andere mal gegen zehn Uhr Abends.
Hätte man ihn gefragt, hätte er im Scherz gesagt „Eher sechs Uhr Abends und zehn Uhr Morgens.“ Aber es kam selten vor, dass ihn jemand nach so etwas fragte, also schwieg er.

Über Monate liefen diese Treffen still ab. Im Nachhinein betrachtet musste es sogar lange so gewesen sein, dass sie sich schon getroffen hatten ohne je einander zu bemerken. Ganz so wie eine Spinne lange in einer Zimmerecke vor sich hinleben kann ohne entdeckt zu werden. Der Mensch und die Spinne existieren beide, doch existiert der eine für den anderen erst ab dem Punkt, an dem er in das bewusste Wahrnehmen eindringt. Maximal eine vage Ahnung um das Sein des Anderen besteht in uns, bis es eine Bestätigung durch unsere restlichen Sinne erfährt und dadurch als Teil unser eigenen Welt aufgenommen wird.
So hatten wie sich oft gesehen, jedoch nie aneinander Interesse gezeigt. Wann genau sich das geändert hatte, wusste später keiner der beiden zu bestimmen. Es war eine jene Entwicklungen, bei denen man sich irgendwann nur daran erinnern kann, dass es schon immer so war und halt irgendwann begonnen hatte.
Etwas, so natürlich in seiner Natur, dass es zu einem integralen Bestandteil des eigenen Lebens wird und damit, so wie die frühe Kindheit, in einem generellen Gefühl untergeht.

So lernten sie sich kennen. In den kurzen Momenten um sechs und zehn, an seinem Abend, ihrem Morgen; ihrem Abend, seinem Morgen.

Eigentlich – so sagten alle ihre Freunde und auch die Handvoll jener Menschen, die er als Bekannte bezeichnen würde – war ihre Bekanntschaft von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Niemand – so sagten die Menschen die sie gut kannten und jene, die ihn schon lange begleitet hatten – kann so leben und glücklich sein.
Es ist wahrlich ein gutes Ding, dass sie beide wenig auf das gaben, was andere sagten, sonst wäre Ihnen beiden etwas entgangen, was sie später als die schönsten Zeiten ihres Lebens bezeichnen würden.

Es waren die Gespräche, in die beide sich verliebten; es waren die kurzen Momente – Morgens um sechs und Abends um zehn – in denen beide die Kraft für den Tag und die Ruhe für die Nacht fanden.
Einige Minuten mit ihm reichten ihr, dem trostlosen Moloch ihres Alltags zu widerstehen; angefüllt mit den kleinlichen Widrigkeiten einer Normalsterblichen, den anekelnden Gerüchen eines Lebens, an einem Ort, den Sie nicht als Zuhause, wohl aber als Endstation bezeichnen würde. Es war weniger seine Lebendigkeit – die er bei genauerem hinsehen sehr wohl besaß – welche Sie inspirierte, sondern vielmehr die Ruhe, die er in seinen Worten und seiner Art versteckte.
Ein Blick auf Ihr rotgoldenes Haar, durchzogen von einigen grauen Strähnen, die sie im Laufe der Zeit nicht mehr zu verstecken versuchte; eine Brise ihres Geruchs, müde vom aufstehen oder den langen Stunden eines Arbeitstag, reichten ihm um die Ruhe in seinen Gedanken zu finden, nach der er stets suchte um in einem ruhigen Schlaf zu fallen. Es war weniger ihre ruhige Art – der alle verfielen, die sie umgaben – sondern die brodelnde Lebendigkeit, gefesselt durch ihre Ängste und ihr Leben, die darunter lag und durch nichts zu ersticken war, die ihm half sich auf ein neues Morgen zu freuen.

Im Grunde – so waren sich alle einig – band die beiden nichts aneinander, hatten sie nichts gemein. Sah man sie zusammen, also zumeist während jener kurzen Treffen, so schwiegen sie überwiegend.
Es ist müßig, darin fortzufahren, wieso die beiden nach allem Anschein nicht zusammenfinden hätten können oder sollen, warum die Sache nie etwas werden würde oder wann sie scheitern sollte. Denn auch nach Jahrzehnten, als beide alt geworden und die Sorgen des Lebens klein geworden waren, waren sie ein Paar.
Vielleicht nicht eines der gewöhnlichen Allerweltspaare, die ihre gemeinsame Zeit mit Aktivität füllen um nicht in die Gefahr zu gelangen, sich tatsächlich mit dem andren auseinander setzen zu müssen. Oder zu erkennen, dass in der Stille Fragen liegen.
Ich sprach nur einmal mit Ihnen persönlich. Damals, als ihrer beider Zeit nahezu gekommen war und nicht mehr viel blieb als die Erinnerungen an das Vergangene, da in der Zukunft schon bald das Ende drohte. Ich bin bis zum heutigen Tag keinem Paar begegnet, in dem ich deutlicher die Sage spüren konnte, nach welcher der Mensch einst beide Geschlechter vereinte und durch eine große Tragödie geteilt wird, nun beständig auf der Suche nach der anderen Hälfte.
Hier, so war es mir, hatten sich zwei Hälften gefunden und waren wieder eins geworden.

Zuletzt, nach einem spannenden aber eher belanglosem Report über ihr Leben – ich berichtete damals über lange Beziehungen und was sie zusammenhielt – stellte ich jene Frage, die immer gleich klang, jedoch niemals gleich beantwortet wurde.
Was ihre Antwort war, ist mir – ich muss es zu meiner Schande gestehen – zum größten Teil entfallen. Viel darin drehte sich um relative Gewichtungen, geteilte Lasten und Neuevaluierung der eigenen Sicht. Natürlich waren ihre Worte um ein vielfaches liebevoller und elaborater, doch wie schon bemerkt: ich habe das meiste vergessen.
Seine Worte jedoch blieben nur bis zum heutigen Tag im Kopf stecken, vermutlich deshalb, weil ich in ihnen einen Schlüssel für mein eigenes Leben fand und daher einen besseren Zugang zu Ihnen hatte als zu denen von ihr.

„Die Nacht hat ihre eigenen Regeln. Wenn du als Reisender in ihren Gefilden umherstreifst, wirst du durch die Fremdartigkeit dieser Regeln jedoch meist erschreckt. Darum fühlen wir uns des Nachts auch oft bedroht. Natürlich nicht nur deshalb; Fantasie und andere Spukgedanken tun oft ihr übriges um uns Angst zu bescheren.
Was ich sagen will ist… wer die Nacht als Besucher trifft, also hin und wieder nachts länger wach bleibt oder einmal ‚die Nacht zum Tage werden lässt‘, der wird sie niemals verstehen können. Die Nacht ist kein Tag. Will sie nicht sein. Die Nacht – ich sagte es ja schon – hat ihr eigenen Regeln. Und wer sie verstehen will, der muss sich Ihr hingeben. Mit all seinen Wesen und seinem Leben. Nur indem ich Teil der Nacht werde, kann ich Ihre Regeln beginnen zu erahnen.

Ich kann Ihnen erzählen, dass in der Nacht die Welt schlafen geht und Sie werden es erst verstehen, wenn Sie selbst mit dem ersten Morgengrauen den tiefen, klagenden Klang einer einsamen Klosterglocke hören, obwohl Sie inmitten einer Großstadt leben und sich weit und breit keine Kirchen oder Klöster befinden.
Ich kann Ihnen von der perfekten Ruhe einer Nacht erzählen, und doch werden Sie niemals die Nuancen der Stille erahnen können, wenn Sie nicht die allumfassende Stille der Nacht gewöhnt sind. Viel zu schnell nehmen Sie an, es sei still, so überreizt sind Sie von den Fluten des Tages.
Ich kann Ihnen erzählen, wie es sich anfühlt wenn die Welt zu Bett geht und jene Stille, von der ich sprach, unter Ihrer Bettdecke hervorkriecht. Doch können Sie die Ungeduld verstehen, mit der Sie dem Rückzug des täglichen Lebens zusieht, wenn Sie selbst gegen die Müdigkeit des Tages kämpfen? Was für die einmalig ist, ist für mich ein tägliches Ritual. Der Wunsch, den Tag fortzuführen macht Sie blind für den Beginn der Nacht und wenn Sie es dann endlich bemerken, dann ist sie bereits angezogen, geschminkt und geschmückt… Wenn Sie mir dieses plumpe Bild nachsehen wollen…
Ich kann Ihnen schildern, welche Klarheit die Nacht hat. Doch kann Ihr – von der Sonne des Tages geblendetes – Auge mehr sehen als die strahlende Leuchtkraft der Sterne? Sehen Sie die Farben des Schwarz? Schmecken Sie die Nuancen der Dunkelheit? Mal rauchig und verkatert, dann wieder so klar, dass nicht einmal ein geschultes Auge an ihr haften bleiben kann?
Die Nacht zu beschreiben ist, wie einem Tauben das Tanzen zu zeigen. Er wird Sie stets für verrückt halten. Erst wenn er die Musik hören – oder doch zumindest spüren – kann, wird er beginnen eine Ahnung davon zu entwickeln, was Ihnen das Tanzen ist. Doch wahrlich verstehen kann er sie nur, indem er sein Leben dem Studium Ihrer Meinung verschreibt. Und erst wenn er mit Ihnen verschmelzen kann, wird er einen Eindruck Ihrer Welt bekommen. Doch niemals erkennt er ihre Wahrheit, so sehr blendet in das Licht seines eigenen Lebens.

Die Nacht hat ihre eigenen Regeln. Damit habe ich begonnen und damit will ich diesen Exkurs beenden.
Ich habe mich dem Studium der Nacht verschrieben, habe in meinen Gedanken die Klarheit der Nacht gefunden, meine Zunge kennt den Geschmack der Dunkelheit besser als den des Essens von gestrigen Tag. Meine Ohren hören mehr in einer Minute Schweigen als im stundenlangem Geplapper der Menschen.
Aber in ihr… in IHR fand ich das eine Licht, dass mich nicht blendet.“

Eine Frage des Wunsches

Ich bin wer ich bin,
Wann ich es sein will;
Wenn ich es sein kann;
Immer wieder neu.

Will ich stark sein, bin ich
Macho, Chauvi, grob.
Will ich sanft sein, bin ich
Emanzipiert,  still, nett.

Ich kann nicht mehr sein,
Wie ich war;
Wie ich sein s/wollte;
Zu jeder Zeit gleich.

Eingebunkert in Prinzipien
Überstehen sich die Jahre gut.
Gelöst von diesen Grenzen
Will ich den Rest verleben.

Ungebunden in Meinungen
springend,
Ohne den B(einb)ruch des Dogmas;
Jetzt und immer wieder jetzt.

Wer bin ich, über sie zu richten?

Ein Wollpulliglatzkopf, 0,25 Liter Cabernet-Sauvignon im Plastikglas, ein Laptop und sein Smartphone;  eingepfercht auf einen der sterilen Beinhocker der Deutschen Bahn. Es scheint ein langer Tag – oder nicht der erste Wein – gewesen zu sein, denn nach dem Glas kippt sein Kopf nach hinten und gibt den Blick auf das gefleckte Innenleben seines Gaumens frei.
Vor ihm, auf einem „Vierer“ ein Dreiergespann von Verkäufern. Einer alt genug um zu sehen, dass er sich die Haare möglichst effizient über die samtig anmutende Schädelhaut verteilt. Er trägt den Schal zwischen seinen Halsfalten im perfekten Juppiknoten und während er seine Edeldesignkopfhörer in sein blitzendes iPad mini steckt und ich vage klassische Musik höre,  Wende ich mich von diesem wandelnden Statussymbol ab.
Neben der Konsumikone sitzt sein Kollege, an und für sich unspektakulär, doch ich kann mir ein kleines Grinsen nicht verkneifen,  als ich den indischen Einschlag in seiner Sprache höre. Das war jetzt rassistisch schießt es mir durch den Kopf, ganz der politisch korrekt getrimmte Mensch, der ich sein soll. Als er aber seinem Gegenüber mitteilt, er habe zehntausend Matratzen verkauft, sind diese Gedanken passé. Soviel Klischee muss anerkannt werden.
Anerkennung sucht der jungsche, gegeelte Kollege scheinbar vergebens. Zumindest sehe ich einen grünen Schimmer um seine Nase und ein loderndes Feuer in seinen Augen, als er kritisch zu hinterfragen beginnt. Später sehe ich ihn mehrfach seinen Status bei Xing bearbeiten,  verzweifelt nach Aufbesserung seines Egos suchend.
Vorerst wende ich mich jedoch ab – zu meiner Erleichterung endlich meinen geliehenen, unscheinbaren Standardkopfhörern habhaft geworden – und lasse meinen Blick von der müden, traurigen Gruppe abgleiten.
Er bleibt kurz danach – oder auch zwei Sitze weiter – an den mürrischen Dobermannbacken einer Frau hängen, die früher einmal so etwas wie Charme oder Ausstrahlung besessen haben mochte, heute immerhin noch ein wenig Mittelstandsklasse aufweisen kann. Was in Ihrem Leben so frustrierend gewesen sein mag, entzieht sich ein wenig meinem Verständnis, denn der pummelige Mann neben ihr – der auch als gut rasierte Variante des  Weihnachtsmanns durchgehen könnte – wirkt sympathisch und lebensfroh.
Auf meiner langen Reise wechseln die beiden dennoch kein Wort miteinander. Wahrscheinlich betrügt er sie und sie weiss es. Vielleicht mit dem Haarschopf, von dem ich durch die Rückenlehne nicht mehr erkennen kann als den nachgetönten  Haaransatz.
Zumindest redet er mit ihr.
Sie nicht.

Die Reise ist lang und auf einmal merke ich…

Der junge Mann schlägt auf Xing den Kontakt eines gemeinsamen Kollegen nach, weil er und der Inder festgestellt haben, den selben Schulweg hinter sich zu haben und sich so über eine oder zwei Ecken schon seit zwanzig Jahren kennen.
Im Telefonat mit seiner Frau erklärt der Juppi verzweifelt, dass er beim nächsten Trip wieder seinen alten CD-Player mitnimmt, denn mit dem iPad-Ding kommt er gar nicht klar und habe es ja nur mit um seine drei Kinder nicht zu enttäuschen, die es ihm geschenkt haben.

Der Weihnachtsmann und der Haarschopf stehen auf und lassen die Doberfrau und mich allein zurück, während sie Händchen haltend aus dem Abteil schwanken.

Die Doberfrau schaut mich an, ich schaue zurück. Und durch die Spiegelung ihrer Augen sehe ich mich selbst, mit hängenden Mundwinkeln, kritischer Miene und strengem Blick. Ob sie auch sich sieht? Oder sieht sie nur einen hippen, unnützen Studenten, ständig auf sein Smartphone schauend, zu laut Musik hörend und ignorant der Umwelt gegenüber?

Irgendwann geht auch sie und ich reise alleine durch das dunkle Deutschland. Ich will hinausschauen, aber auch dort sehe ich nur meine eigene Spiegelung. Es sind noch zwei Stunden und es gibt niemand zu richten, als mich selbst.

Tiefpunktmenschen

Gerade jetzt wieder erkenne ich in mir jemand, dessen einzige Stärke darin zu bestehen scheint, einen Tiefpunkt zu erreichen und dann endlich die Dinge zu ändern, die mich herabgezogen haben.
Aber da ich unzufrieden mit diesem Anfang bin, fange ich noch einmal von vorne an.

Immer wenn ich denke: „jetzt bist du ganz unten, nichts bekommst du geregelt und deinem Leben kannst du eigentlich schon Tschüß sagen.“ Kommt von irgendwo her die Energie, einen Schritt weiter zu gehen.
Doch auch hier gefällt mir etwas nicht. Also noch einmal.

Ich … nein, anders…

Menschen an sich… auch so nicht…

So sitze ich nun vor diesem Text, die Pointe im Kopf, auch den Text und erhänge mich am Anfang. In meinem Leben ist das oft so. Mein Kopf erkennt die Lösung, meist sogar das Problem und die Regungen die mich behindern. Und doch fehlt immer etwas, hält mich etwas ab. Oft bleibte ich eine Antwort auf die Frage: „Was genau hält dich denn nun davon ab, dass kurz zu regeln?“ schuldig. In meinem Kopf ist dann nicht mehr als ein klares und deutliches: „Keine Ahnung. Es gibt keinen logischen Grund“.

Diese Unschlüssigkeit, dieses ‚Ohne Antwort sein‘ dauert meist eine ganze Weile an und steigert sich selbst immer mehr. Denn je mehr ich eine Antwort schuldig bleibe, häufen sich in mir die Antworten dazu, warum es eigentlich NICHT mehr ein Problem sein sollte. Denn die Antworten auf alle Einwände, die ich selbst mir bringen könnte, sind bereits gegeben.  So strauchele und falle ich meist in immer schnellerem Tempo auf einen Boden zu, den ich selbst schon vor langer Zeit gesehen habe und kenne. Und so wird aus einem anfänglichen seichten Bergab irgendwann eine haltlose Raserei, ein wütendes Abstürzen und unkontrollierbares Leiden.

„Die Kunst des Fliegens ist es, zu fallen und dabei den Boden zu verfehlen.“ So in etwa hat es Douglas Adams in seinen genialen Büchern zu „Per Anhalter durch die Galaxis“ formuliert. Was er als lustiges, bizarres Element verwendet, um seinen Hauptcharakter aus einer der sehr wilden und abstrusen Situationen zu retten, in denen Rettung unwirklich erscheint, ist für mich allerdings Wirklichkeit.

Ungebremst stürze ich auf diesen Boden zu, zähle derweil den Countdown bis zum Aufschlag und irgendwo zwischen „Eins“ und „Null“… verfehle ich den Boden. Ok, ich fliege danach nicht unbedingt, sondern krabbele mehr wie eine sehr große Spinne über den Boden… Aber ich schlage nicht auf. Der Zeitpunkt in dem dies geschieht wird irgendwie… übergangen.

Irgendwie sollte mir das eine Gelassenheit bescheren, oder doch zumindest eine Sicherheit, was mein Leben angeht. Vielleicht ist dem auch so. Doch was mir dabei Sorgen macht ist eher die Überlegung, dass der Fall zu meinem Freund wird. Sehne ich den Punkt herbei, an dem ich ganz unten bin? Wie viele dieser Nahezubruchlandungen kann ich herausfordern ohne irgendwann einmal doch den Boden zu treffen.

Es ist schwierig, zu unterscheiden, ob der Sturz der Ohnmacht geschuldet ist, oder einer abstrusen, perversen Liebe dieses Sogs. Die Unterscheidung fällt mir hier, wie so oft bei Dingen die mich selbst betreffen, schwer. Wahrscheinlich is es ein wenig von beidem. Doch es lässt mich zu einer recht ernüchternden Erkenntnis kommen:

Ich bin ein Tiefpunktmensch.
Es muss für mich der Punkt kommen, an dem ich mich total klein und schwach fühle, mein Leben nahezu einen Totalabsturz erleidet bis ich mich weiterschieben kann.

Das mag nicht immer so sein. Es gibt auch Phasen, in denen ich ohne weiteres die Probleme meines Lebens hinter mich bringe. Doch dieser Tiefpunktmensch bleibt in mir drin, lauert irgendwo und bei allem Mut und aller Kraft, die ich doch meine zu haben… er bekommt seine Spielzeiten. Immer wieder.

Nachtrag: Kurz nach beenden des Beitrags über das hier gestolpert….

I can’t say if it’s real
That you’re laying here with me
It feels so good … this can’t be you
No … this is something new
A hoax, a silly joke or just a lie

I don’t know if this is true
Or just another dream of you
I can’t forget
I know that this sounds mad
But not as mad as anything you say

Being me … is everthing I’ve got
Being me … is everythig that stays
When everybody else will fail …

And if it’s real what did it take
Just to get here to this place?
I gave so much … I cannot say
And now i ask myself
What it might be this time … just to stay

And if it’s true, what is it worth?
All these years and all the hurting … all the pain …
Is it worth to hate …
I couldn’t help to grow inside myself?

Being me … is everthing I’ve got
Being me … is everythig that stays
When everybody else will fail …

Being me … being myself …
Indeed I’ve learnd my lesson well …
Being me … Being myself
At least not anybody else …