Breaking Point II

In zerrissenen Laken,
Zerschunden vom Spiel,
Ausgeblutet und leer,
Liege ich allein
Neben meiner Geliebten.

Ich habe mein Gesicht,
Vielleicht auch nur
Den Blick,
verloren.

In der Stille meiner Einsamkeit
Sehe ich die Lücken,
Tief im Herzen,
Die klaffen.

Erneut am Ziel
Meiner Wünsche
Und der Sehnsucht.
Erstickt mich sanft
Meine zärtliche Geliebte.

Breaking Point

Angesicht zu Angesicht
Mit meinen Träumen
Und der Sehnsucht;
Angekommen am Ziel
Meiner Bemühungen
Und Hoffnungen…

Schwimmend im Meer
Aus lärmendem Trubel,
Geselliger Betriebsamkeit
Und bizarrer Heiterkeit…

…umklammert mich –
Scharfe Krallen voraus –
Die Sucht nach Einsamkeit
Wie eine wilde Geliebte.

Cen says V

Je mehr ich schreibe, desto mehr verlerne ich zu schreiben.
Je mehr ich verlerne zu schreiben,  desto mehr finde ich zu meinen Gedanken.
Je mehr ich zu meinen Gedanken finde, desto mehr Worte finde ich.
Je mehr Worte ich finde, desto mehr kann ich schreiben.

Zeitdillatation

„Bei dir dauert es immer eine halbe bis dreiviertel Stunde, egal obs zehn Minuten oder zwei Stunden sind.“ Sagtest du, während du dein Lächeln trugst. Dein Lächeln, das immer versucht die Ernsthaftigkeit, die für dich dahinter steckt, die Verletzungen und Enttäuschungen, die dich berühren, und die Trauer, die dich lähmt, zu übertünchen.
Dieses Lächeln, dass ich von mir selbst so gut kenne, wenn ich wieder einmal sage: „Alles gut.“, Auch wenn nicht alles gut ist. Nicht mit uns. Aber damit belasten wir niemanden, denn niemand will damit belastet werden.
Dieses Lächeln, das erkannt hat: wir sind mit unseren Worten zu weit gegangen, jetzt belastet es doch. Und versucht das Ganze hinüberzuziehen in die humorvolle Ebene.

„Das ist echt lustig.“ Sagtest du, während du deinen Blick hattest. Deinen Blick, der bemüht ist, die Trauer auszudrücken die du hast, das Gegenüber zu erreichen, gesehen zu werden wie du selbst auch siehst. Dein Blick, den ich von mir selbst auch kenne, wenn ich verzweifelt nach mehr sehne. Mehr Aufmerksamkeit, mehr Hilfe, mehr von allem. Aber niemand sieht. Nicht uns. Denn niemand will uns sehen. Dieser Blick, der den Mut hat zu sagen was wir nicht sagen: beachte meine Wünsche mehr, verletz‘ mich nicht!

„Wenn Worte meine Sprache wären“ Diese Worte fallen mir immer wieder ein. Danke an Tim Benzko dafür. Das Lied ist nicht so mega, dass Video hoffnungslos kitschig. Aber dieser eine Halbsatz beschreibt unsere Kommunikation.
Wenn Worte unsere Sprache wären, würden wir mehr miteinander reden. Doch so reden wir mit allem außer Worten. Unsere Worte sind Hüllen, die die Stille füllen in der wir uns verstehen. Sind Gebilde, die dem was zählt Raum und Platz geben. Darum magst du meine Texte wahrscheinlich auch nicht. Zu viele Worte für das, was du auch so verstehst. Oder eben nicht. Egal wie viele Worte ich verwende.

„Bei dir dauert es immer eine halbe bis dreiviertel Stunde, egal obs zehn Minuten oder zwei Stunden sind.“ Sagtest du und mir bleibt nichts anderes als dir zuzustimmen. Nachdem du das sagtest war ich kurz darauf unterwegs. Eine halbe bis dreiviertel Stunde. Drei mal hintereinander. Die genaue Zeit, die vergeht ist weniger relevant, scheint mir. Es ist mehr eine Umschreibung. „Ich bin jetzt weg, für eine Weile, aber doch nicht den ganzen Tag. Lang genug, dass es nicht nur kurz ist, zu kurz dass es lang ist“ Könnte man sagen. Oder es auch lassen. Geht es um Zeit oder um eine Lebenseinstellung? Was verletzt eigentlich? Das Aweichen der genannten Zeit oder der vermutete Abspruch von Interesse/Kontrolle oder wie man es auch sonst nennen mag? All das fragte ich mich, als ich feststellte, dass es tatsächlich immer eine halbe bis dreiviertel Stunde sein soll. Und doch nie ist.

Irgendwann wollte ich mit diesem Text zum Thema Zeit und der Wertung derselbigen gelangen. Das erscheint mir nun überflüssig und sinnlos. Denn was ich nutzen würde, um mich zu erklären, sind Worte. Immer mehr und mehr Worte. Hülsen und Gebilde. Leere Worte, die eines genauen Blicks bedürfen um gefüllt zu werden. Diesen Blick, liebster Bruder, haben wir nicht füreinander. Wie aber erkläre ich mich in einem Blick, einem Erfühlen, wenn nicht nur durch einen Zufall.

„Wenn Worte unsere Sprache wären…“ Ja dann könnte es klappen.

Hear hear!

Kluge Worte sind ein Fluch,  der sich selbst bedingt und sich den Ausweg nimmt. So kann man klug beginnen. Habe ich sogar. ZOMG.

Es gibt Phasen, da könnte ich mir selbst die Fresse einschlagen, mich erwürgen, mir die Zunge raus reissen, die Finger abhacken, mich im Meer versenken (natürlich mit Betonschuhen)… kurz (und klug) gesagt: da mag ich mich nicht besonders.
Genauer gesagt: da mag ich die Worte die ich von mir gebe nicht.

Wer kluges Zeug redet, merkt oft nicht, wann es nur noch flussiger bullshit ist und eben… kluges Zeug. Das wäre die eingehend (uuuh. Kluge Worte!) erwähnte Ausweglosigkeit. Und wenn man es dann merkt, dann hat man ja genug kluge Worte, sich dafür zu rechtfertigen, rauszureden, oder es anderweitig abzustreiten.

Ich komme in dieser Erkenntnis dann zu dem Punkt, naja… ich glaub es ist klar was ich dann für einen Punkt erreiche.

Aber ganz kann ich die klugen Worte auch dann nicht lassen. Es ist so, als würden sie aus mir heraussprudeln. Als wäre es ihnen unmöglich, ein ungesprochenes / ungeschriebenes Leben zu führen und in stupider Mittelmäßigkeit zu verharren. Ein jedes ist etwas ganz besonderes. Ya fo sho…
Sich selbst zuzuschauen, wie man etwas tut, wofür man sich nicht mag ist… erbärmlich. Und auch wenn Psychologen und anderes kroppzeusch hier anwenden könnten, das nur wir selbst una erbärmlich gestalten und so weiter… darum geht es ja! Das die eigene Darstellung, trotz aller Klugheit und Besonnenheit, machtlos daneben steht, wenn das Hirn weitere Eskapaden (yeah. I’m on FIRE) auspackt und zuschaut, unfähig einzugreifen und dem Hirn das zu geben was es verdient: ne Maulschelle.

Aber vielleicht geht es auch nur mir so, weil ich so unglaublich klug und selbstreflektiert bin…
Ja, das muss es sein.

Indeed.
Hear hear.

Eine halbe Stunde

Magst du Fehler?

Hinter kleinen Fragen stehen oft große Herausforderungen an unsere Weltvorstellungen. So in etwa waren meine ersten drei Minuten schon vorbei, die man mir gegeben hatte, um über diese Frage nachzudenken. Ich haderte. Damit, welcher Natur die Fehler zu sein hatten um einer generellen Antwort gerecht zu werden; damit, wie sie zufriedenstellend gesammelt und bewertet werden könnten.
Dabei schossen um mich herum schon eine Unmengen an Antworten herum! Laute Flüche wurden laut, als keine Resultate folgten; Wehklagen als keine Erlösung durch die Worte eintrat. Heftige Debatten wurden geführt, mit jener nach Aufmerksamkeit gierenden Heuchelei, in der weder Worte noch Sinn einen Platz finden. Streit entbrannte dort, wo man sich der Aufmerksamkeit sicher war oder sie zu verlieren meinte.
Nach dem zeternden Geschrei, dem rauschenden Toben und der aufgedrehten Hektik folgte – wie meist in unserer Zeit – eine lähmende Stille. Und in dieser Stille, so weiß ich heute, steckt doch immer erst der Anfang eines Gedanken.

Mag ich Fehler?

Darüber nachzudenken bringt mich in eine schwere Krise, wenn ich an erster Stelle anhalte. Dort, so drängt es sich mir fast zwanghaft auf, verabscheue ich Fehler.

Fehler sind es, die mich hierher gebracht haben. Fehler sind es, die „hier“ notwendig machen. Fehler… sind einiges, jedoch selten gut.

Eigentlich.

Fehler sind, was mich einzigartig macht. Fehler sind, was mir zeigt, wo ich wachsen kann. Fehler… sind eine Frage des Standpunktes.

Im eigentlichen Sinne ist an Fehlern wenig Gutes, verkörpern Sie doch die Abweichung von einem Optimum. Wenn ich also gefragt werde, ob ich Fehler mag; so frage ich mich:

Mag ich das Optimum nicht?

Das Optimum, wie sollte es auch anders sein, ist ein schwer zu greifendes Ding und einem Jeden eigenes Ding. Meines unterscheidet sich von dem Deinen und dieses wieder von denen Anderer. Hierin selbst kann man schon die Antwort sehen. Denn wenn ich kein gemeinsames Optimum entdecken kann, so sind Fehler unabdingbar immanent in den Gedanken, Aktionen und allem überhaupt.

Klingt mir zu einfach.

Ist die Akzeptanz der Abwesenheit eines möglichen Optimums schon eine zwingend vorhandene Anwesenheit von Fehlern und, damit einhergehen, eine Vorliebe für Dieselbigen (wenn man nicht in totaler Ablehnung des Lebens verharrt oder das Leben nicht nehmen will wie es sich einem präsentiert)? Oder anders:

Mag ich Fehler, weil ich das Optimum nicht erreiche?

Eine Unebenheit in der Perfektion kann ein Gegenüber erst interessant machen. Glatte, haltlose Perfektion (selbst wenn erreichbar), kann langweilen. Das Musikstück wird an jenem Punkt interessant, an dem es nicht nur unserem Geschmack entspricht, sondern auch Fehler enthält. Zu einem Unikat wird. Das Gesicht mit der leicht krummen Nase kann dennoch für das innere Auge perfekt erscheinen. Ich kann also auch fragen:

Muss ich Fehler nicht eigentlich mögen?

Wie man die Frage auch stellt, die Antwort ist mir stets ein klares JEIN. Es gibt Fehler, die mein Leben bereichern, die unerlässlich sind und die ich nicht missen möchte. Aber es gibt ebenso Fehler, die ich gerne los wäre, denen ich niemals begegnet wäre oder die ich gern an- und abstellen könnte wie ich möchte.

Aber so, wie du sie gemeint hast:

Ja. Ich mag sie und die Herausforderung.