Silber und Gold

Krikelkrakel, Kritzelfitzel, Blabberblubb. Würde ich diesem Stil fortfahren, wäre vermutlich ein ganz treffendes Bild meiner Gedanken gegeben. Es schwirrt wieder einmal unnötig viel in meinem Kopf herum. Über Einiges habe ich bereits geschrieben und es lungert nur noch in den alten, staubigen Windungen meines Hirns herum weil niemand es rausgeworfen hat. Manches ist schon in meinem Kopf formuliert und schwebt dort in einer geisterhaften Stille, auf den Zeitpunkt hoffend, wenn sich die Tore ins Leben öffnen und sie heraustreten können. Anderes wiederum spielt noch unbefangen und unbearbeitet auf den grünen Wiesen meiner Ideen.
Es herrscht Lärm und Chaos in mir und um mich herum.
So sehr, dass ich rede und rede und rede, ohne jemals in einen Dialog zu treten. Denn nur wenn ich atme hast du Zeit zu reden; wenn ich dich nicht schon wieder ins Wort falle.
Ich rede und rede, bis du weinst.  Nicht weil meine Worte verletzend sein sollen; Du seiest sensibel und meine Sätze bewegten etwas in dir.
Ich rede, weil ich nicht aufhören kann; auch als ich sehe,  dass es dich trifft und  emotional bewegt.
Nun schweige ich gerade, während ich in der knallenden Sonne sitze.
Ich schweige und schweige, habe mir Musik in die Ohren gedrückt und die Welt ausgesperrt.
Ich schweige und schweige und schweige, denn erst jetzt höre ich was ich sagen will.

Aber das sind Dinge, für die ich jetzt keine Worte habe.

Und wir schrieben

„Hab dich lieb.“
Ich habe noch deine Stimme im Ohr, da schreibst du mir. Und ich schreibe zurück, als müsste es so sein:
„Ich dich auch.“

Danach schreiben wir noch viel, eine lange Zeit und du sagst mehr als einmal es sei Zeit aufzuhören, du müsstest schlafen. Doch wir schreiben weiter, denn uns beide bewegt, uns mitteilen.
Was genau wir schreiben? Ich habe keine Ahnung mehr, und es nachlesen ist mir zu müßig. Ein Teil des Gesprächs kommt mir dabei aber wieder in den Sinn: Irritationsresistent.
Ich habe es nicht deutlich gemacht, aber während wir schreiben verstehe ich, wieso ich es bin.
Wenn zwei Menschen, so wie wir, kaum Worte brauchen um sich zu verstehen… dann verwirrt die Welt in ihrer Unfähigkeit zu kommunizieren entweder… oder nicht mehr. Was könnte absurder sein als das, was wir wissen ohne es wissen zu können. Was befremdlicher als zu fühlen, was wir fühlen auch wenn wir es nicht in Formen packen können?

Die Welt ist ein wirklich merkwürdiger Ort. Doch wirklich verwirren kann sie uns nicht. Kurz stolpern lassen… gewiss. Aber nur für einen keinen Moment und für den haben wir uns genug Schutzmauern errichtet um die meisten zu täuschen.
Merkwürdig… Vielleicht sind wir selbst es auch einfach, die merkwürdig sind. Zwei, die eins hätten sein können und es doch nicht sind. Zwei, die auch zwei sind und es doch nicht immer sein können.

Als du schließlich gehst – ins Bett, denn es ist schon spät und anders als ich kannst du nicht deinen Vorsatz, morgen früh aufzustehen, über den Haufen werfen und lang wach zu bleiben – bleibe ich mit meinen Gedanken alleine. Wie so oft in meinem Leben, das mich mit Freizeit zuschmeisst und zu wenig gibt um es zu füllen.
Nicht über das, was geschrieben wurde (auch wenn ich kurz überlegt hatte es hier zu schreiben) denke ich nach, sondern darüber, dass wir geschrieben haben.

Wir verbringen viel Zeit miteinander. Wir haben oft unsere Stimmen im Ohr. Telefonieren, Skypen, sehen uns, hören uns, scherzen lachen streiten.

Aber wenn wir reden… und nicht nur sprechen,… dann schreiben wir.
Und so traurig das klingt… damit sind wir einen Schritt weiter.