Meister der Ablenkung

Freitag Morgen Elf Uhr Fünfundfünfzig stehe ich am Bahngleis meiner Ubahn und warte auf den Zug. In fünf Minuten habe ich einen Termin, wie mir ein kleiner, wacher Teil meines Gehirns mitteilt, doch für den Rest meines Geistes ist Alles immer noch ein Aufwachen und damit eine ganze Traumwelt weit weg. Mein Körper hat noch den Abdruck der Matratze im Gefühl, der zurückgekehrte Winter noch nicht gänzlich die Wärme der Bettdecke vertrieben und ich stehe mit einem mehr schlecht als recht sitzendem Wrack von Frisur in der letzten Leere, kurz bevor die Massen der hungrigen Mittagspausierenden aus den stumpfen Bürogebäuden ausgespuckt werden.
Entsprechend meiner Verfassung lasse ich meine Augen ziellos umherwandern und schon bald sehe ich keine Konturen mehr, sondern mit jenem unscharfen Blick den jeder Brillenträger kennt. Jene Art von schauen, die für 3D-Bilderbücher benötigt ist – wo wir mit ihr kämpfen – und die bei exessiver Müdigkeit eintritt – ganz egal ob wir das wollen.
Ich muss kurz komplett weggetreten sein, denn mit einem Mal wird mir bewusst, dass ich nun schon eine Weile auf den schwarz-weiss marmotisierten Boden starre. Ich kann nicht genau bestimmen wann ich anfing dorthin zu starren, noch wie mein Blick dorthin gewandert ist; dazwischen ist eine Lücke, gefüllt mit wattiger, klebriger Unbestimmtheit.
Ich befinde mich in jenem Schwebezustand zwischen Wachsein und Abwesenheit, in dem meine Gedanken eine unrealistische Schärfe erreichen, mein Körper jedoch nicht mehr als eine flüchtige Erinnerung ist und mir wird mit einem Mal deutlich, was meine Augen mir zeigen:
Der Boden unter mir atmet, pulsiert und scheint sich wegen irgendwelcher Schmerzen zu winden. Ich stehe im Schacht einer Ubahn und unter mir räkelt sich das Gestein – welches Menschen vor mir zerschnitten, gesprengt, transportiert und in einer anderen Form wieder zusammengestückelt haben – und es lebt mehr als ich. Es atmet und lebt in einem derart starken Puls, dass es mich durch die gesamten Schichten meiner Gedankenwelten erbeben lässt, packt und aus meiner körperlichen Hülle hinausschleudert.
„Was ist Leben? Wie lebe ich? Lebe ich überhaupt?“ fragt Etwas, dort angekommen, unbestimmt in Fleischlichkeit, einzig definiert über die zarte Bindung  der Gedanken an eine weit entfernte Puppe.
„Ist das mein Leben? Bin ich der den ich lebe?“ denkt Etwas und die Bindung wird zu einem schmalen Pfad, während rings um mich her eine stille Schwärze lauert.

Ist es mein Leben, welches ich lebe? Eine sehr interessante Frage. Auch wenn du sie dir nicht das erste Mal stellst. Interessant auch deshalb, weil du einer Antwort noch immer nicht näher gekommen bist, wie ich annehmen darf. Nicht? War zu vermuten. Es würde mich auch überraschen, wenn du…

Während er mit sich selbst in eine uralte Diskussion einsteigt, schlüpft er unbemerkt aus sich heraus und geht den schmalen Pfad entlang, weg von dem Streit. Immer weiter läuft er, bis er sicher ist, dass sie ihn nicht mehr bemerken. Da hält er auf einmal inne, schaut zurück in die Richtung in der sie verweilen, lässt seinen Blick an dem Weg entlanggleiten. Wie er auf ihn zukommt, unter ihm entlangläuft und in der anderen Richtung im Nichts verschwindet. Dort wo jene – vage erinnerte – Hülle hätte sein sollen erstreckte sich nichts außer einer dämmrigen, grauen Ungewissheit. Unsicherheit verzerrt sein Gesicht, als er Hin und Her schaut auf jenem Pfad. Unsicherheit macht sich in seinem Herzen breit, breitet sich in ihm aus, raubt ihm die Kraft und hätte er einen Körper gehabt: er wäre erschöpft zusammengebrochen. So blieb er eine Weile, unbewegt und formlos, bis er letztlich einen Entschluss fasste und zurücklief.

Dämmrige, graue Ungewissheit Nichts als diese ewige Suppe um mich herum und nichts verändert sich Müsste ich nicht schon längst angekommen sein bei Ja schon lang müsste ich daran vorbeigegangen sein Wo sind sie nur Und wieso verändert sich nichts in dieser elengen, dämmrigen widerlich grauen beschissenen Ungewissheit?

Später, als ich wieder zu mir kam und jenen dumpfen Zustand brütenden Gleichklangs hinter mir ließ, fand ich mich in einem riesigen Gewölbe wieder. Der Weg unter mir war, sehr zu meinem Schrecken, verschwunden und ich zuckte innerlich zusammen. Mein Magen rutschte mir in den Hals, als das Gefühl des Fallens einsetzte, ich schloß die Augen und ergab mich meinem Schicksal. Als nach einer Weile nichts passierte, öffnete ich die Augen vorsichtig und stellte fest, dass ich weiterhin fest stand. Der Pfad… er war noch da! Er war lediglich unsichtbar oder doch zumindest durchsichtig. Erleichtert ließ ich mich sinken – nur kurz verblüfft darüber meinen Körper wahrzunehmen – und atmete tief durch.

Während ich dort saß, noch immer befangen von dem unangenehmen, nicht abzuschüttelnden Gefühl im Nichts zu schweben, fiel mir auf, dass um mich herum Fackeln brannten. Unzählige vin ihnen säumten jeden Winkel des Gewölbes, und nachdem es mir erst einmal bewusst wurde stellte ich fest, dass sie überall waren. Ich war umgeben von flackerndem Licht, die letzten so weit entfernt, dass sie sich am Horizont zu treffen schienen. Noch während ich zu begreifen suchte, was um mich herum geschah, fiel mir auf, dass zu jeder Fackel ein kleiner Gang gehörte, welcher sich hinter dem Licht in eine kaum wahrzunehmende Dunkelheit wand.

Mein Weg, so wusste ich mit untrüglichen Gewissheit – jene die einen von Zeit zu Zeit ohne Vorwarnung überkommt – lag in exakt EINEM dieser Gänge. Doch in welchem, hierbei half jenes Gefühl nicht, dass – ähnlich einem Frühlingsduft – bereits verschwunden war und mich in meiner Unschlüssigkeit allein ließ. Ich starrte, grübelte, verharrte, lief auf und ab – denn schienbar war ich doch nicht zum Stillstand verdammt – und verharrte erneut, starrte erneut und grübelte weiter. Das Licht der Fackeln schien zuzunehmen, die einzelnen Lichtpunkte in der Ferne verschwammen zu einem wabernden orangeroten Leuchten und noch immer hatte ich nicht den Hauch einer Ahnung, wohin ich mich wenden sollte.

Verzweiflung rollte in einem rauschenden Grollen heran, umspülte mich und riss mich mit sich fort. Ich wirbelte herum, rang nach Luft, schrie lautlos und rang mit den Wellen. Sie drang in meine Lungen ein, umnebelte meinen Geist und erstickte meine Stimme. Sie war überall und ich.. ich verschwand.

Stille. Schwarze, kalte Stille. Stille in einem Ozean an fernen, unbekannten Ufern.
Ein Lichtpunk segelt herab und verlischt, noch bevor er begriffen werden kann. Noch einer folgt, verschwindet – ohne zu existieren – und entsteht erneut.
Ein ständiger Akt von Tod und Wiedergeburt, getanzt in völliger Stille.
Wasser brandet über stille Ufer ferner, unbekannter Ozeane und verrinnt lautlos im weißen Sand.

Wir sehen ihn, auf dem Pfad der keiner zu sein scheint.
Er steht dort, reglos und nahezu leblos.
Er öffnet die Augen, blicklos und entrückt.
Sein Mund öffnet sich, mechanisch und krotesk.
„Welchen Unterschied macht es also?“
Wir
hören ihn, als der Pfad in unzähligen Splittern zerspringt.
Er fällt, reglos und nahezu leblos.
Er schließt die Augen, blicklos und nahezu leblos.
Sein Mund schließt sich, mechanisch und krotekst.

„…zurückbleiben bitte!“ dröhnt es mir in die Ohren, begleitet vom widerlichen Tuten, dass Fahrgäste darauf hinweist das die Türen der Ubahn schließen. Ich starrte weiterhin stumpf auf den reglosen Boden.

Freitag Morgen Elf Uhr Sechsundfünfzig stehe ich am Bahngleis meiner Ubahn und warte auf den nächsten Zug.

Weite

Im Grunde kann ich wirklich nicht einmal mit schlechtem Gewissen behaupten, dass ich hoch hinauf gekommen bin.

Der Bahnübergang, auf dem ich die letzten, matten Sonnenstrahlen eines eher frischen Tages einatme, ist gerade einmal siebenunddreißig Stufen hoch. Genug um einen Zug und vielleicht noch einen Surfer auf diesem Zug durchzulassen; aber nicht mehr als unbedingt nötig. Wahrlich kein Bauwerk, dass den Erbauer bis ans Limit seiner Baukunst oder mich an die Grenzen meiner Belastbarkeit getrieben hat.
Immerhin komme ich bis an die Baumkronen um mich herum ran und als die Wipfel vor mir in einem zittrigen Gruß auf mich zuschawanken, bin ich auf den kalten Wind – der mir dennoch eine kleine Träne ins Auge treibt – vorbereitet.

Der Tag hat komische Farben, fällt mir dabei auf. Fast scheint es so, als seien der Welt heute die Farben ausgegangen und nur noch Pastelltöne übriggeblieben. Alles wirkt schwammig und ineinander übergehend. Der zartgrüne Wald verschwimmt mit dem blassen Grau des Bahnsteigs, huscht kurz über einen hellbraunen Gehweg, ausgetreten und verwaschen wie die Farben um mich her. Mein Blick gleitet weiter, stürzt sich über die ebenfalls blassgraue Bahnsteigkante und während mir der Wind in den Ohren pfeift, knallt mein Blick mit einem saftigen Klatschen im rostbraunen Steinbett des Gleises auf. Meine Augen folgen der schnurgeraden Bresche, die das Bahngleis in den Pastellwald schlägt und in der Weite glitzert eine der abgenutzten Schwellen im letzten trüben Licht des Tages. Würde jetzt ein Fisch aus den schlammigen Wellen des Gleisbettes springen… ich wäre wahrscheinlich nicht im mindesten erstaunt, so sehr drängt sich mir der Eindruck eines schmutzigen, zäh hinfließenden Flusses auf.

Die Schienen, ein stetig parallel verlaufender Gedanke ohne sichtbares Ende, scheint sich am fernen Horizont mit dem milichg grauen Himmel zu vereinen. Dort hinten in der Weite hat die Farbe endgültig kapituliert. Während hier um micht herum das Pastell unbemerkt von den meisten die letzte Schlacht um die Grenze zwischen den Dingen führt, ist in der Weite nichts weiter als übrig als eine ausgelaufene, verschmierte Ruine der Formen meiner Welt. Blau ist Braun ist Grün ist Rot und so ist nichts voneinander zu trennen. Baum ist Wolke ist Vogel ist Gleis und in diesem Brei wird alles eins um seine Gestalt zu verlieren.

Im Grunde kann ich wirklich nicht einmal mit schlechtem Gewissen behaupten, dass ich hoch hinauf gekommen bin…
doch es reicht um zu sehen wie sich die Welt in der Weite krümmt.

Was sie sich eigentlich sagen wollten

„I am the thunder, hear me roar.“ – „Watt is‘?!“

Sie saß auf der Fensterbank, gelassen an den Fensterrahmen Ihrer geräumigen Parterre-Altbauwohnung gelehnt und rauchte mit der Gelassenheit einer Person die ihren Nachmittag dort draußen im Regen wegschwimmen sah.
Es war eine dieser Altbauwohnungen in denen eigentlich alles irgendwie mangelhaft war, die Fensterbank jedoch – bequem gemacht mit flauschigen, in den IN-Farben des Herbstes gehaltenen, allergieneutralen Kissen – für alles entschädigte. Eine Wohnung, die ein Nichtraucher selten wählt, denn diese sitzen ja selten am offenen Fenster bei Regen und Kälte; für eine Raucherin wie sie jedoch entfaltete sich eine ganz neue Welt. Ein Lebensgefühl das loszulösen schien und die Sorgen klein werden ließ.
Eine Stunde auf ihrer Fensterbank, dazu ein Kaffee und natürlich Zigaretten, mehr brauchte es nicht um ihren Tag zu retten.

Er stand auf dem Bürgersteig, jenem Überbleibsel aus alter Gründerzeit in der das noch Geld reichte um vernünftiges  Kopfsteinpflaster in ruhigen Nebenstraßen auszulegen. Heute flickte man es selbstverständlich nur noch mit grob plattgedrücktem Beton, wodurch der Eindruck entstand man wolle einen großen Kilt aus Stein und gehärtetem Erdöl häkeln.
Der Regen lief am seiner zerschlissenen Sommerjacke herab, tropfte aus seinen pitschnassen, halblangen Haaren die vielleicht braun, vielleicht aber auch dunkelblond gewesen sein mochten nun aber in schwarzen, ölig glänzenden Strähnen in sein Gesicht hingen. Seine Hose war, bis auf einige wenige Stellen, durch die Nässe zu einem tiefen Blau nachgedunkelt und in seine zerrissenen Schuhen lief das Wasser gänzlich ungehindert.
Das er in einer Pfütze stand die nahezu drei Meter Ausmaß hatte schien in ebensowenig zu stören wie das Wasser, welches Kübelweise über ihm vergossen wurde.

„I am the silence before the storm, try to hold me.“ – „Häh?!“

Sie nahm ihre Tasse an die Lippen, die merkwürdige Erscheinung vor ihr nicht aus den Augen lassend. Ihre Sicht war eh seit einiger Zeit nicht mehr so gut und sie hatte gerade ihre trendige Hornbrille in knalligem Rosa (die Verkauferin hatte es ihr empfohlen nachdem sie ihren Wunsch geäußert hatte etwas zartrosefarbenes zu bekommen) nicht zur Hand, da sie trotz der hohen Kosten des Sehgeräts nicht überzeugt war, dass sie damit gut aussah und es somit vermied sie zu tragen. Nur die unansehnlichen Falten, die sich immer bildeten wenn sie versuchte ohne ihre Brille Entferntes zu sehen hatten sie überhaupt dazu bewegt in einem tagelangen Marathon den ersten Schritt zu wagen.

Er schwankte leicht hin und her, ob nun wegen des strömenden Regens oder wegen einer anderen, inneren Störung ließ sich dabei jedoch nicht ausmachen. Grundsätzlich hatte er eine aufrechte Haltung, wobei jedoch seine Schultern wie von einer schweren Last niedergedrückt schienen. Seine Augen funkelten wach aus den tropfenden Höhlen unter seinen buschigen Augenbrauen, aber auch hier war eine Schwere und Niedergedrücktheit zu erahnen. Doch als er ein breites Lächeln auf sein Gesicht brachte verflog dieser Eindruck fast vollkommen. Lediglich ein kleiner Funke blieb übrig, ganz hinten in den Spiegelungen seiner Pupillen.

„I am the storm, fear my mighty smite!“ – „Biste bekloppt?“

Während sie einen letzten Zug aus ihrer Menthol-Light-Bio-ohne-Zusatzstoffe-Zigarette nahm – welche sie bevorzugte, da zum einen der Geschmack angenehmer im Gaumen war und zudem die Haut von dieser Sorte durch spezielle Aloe-Vera-Extrakte geschützt wurde – während sie also diesen letzten Atemzug genussvoll durch die Zähne zog und in den grauen Tag hinausblies, stellte sie die Tasse ab und nahm den Aschenbecher in die Hand.
Stirnrunzelnd ob des Mannes fortgeführter Merkwürdigkeit trat sie der nassen Gestalt weiterhin ihr Augenmerk ab und drückte dabei den Kippenstummel zu den restlichen Ruinen vorangegangener Stunden am Fenster. So stand sie noch eine Weile nachdenklich dort, bis sie letztlich mit einem Achselzucken – einem jener Sorte, welches Akzeptanz heucheln soll, jedoch mehr der Rettung der eigenen Ignoranz dient – das Fenster ohne ein weiteres Wort schloss und in ihrer Wohnung verschwand.

Er stand weiterhin da, im rauschenden Regen, inmitten eines kleinen Sees, der sich in und um seine Schuhe ausbreitete und sah ihr dabei zu wie sie das Fenster schloss, den Raum verließ, dann jedoch wieder zurückkam und die sanft beerefarbenen Vorhänge zuzog.
Lange stand er so da. Unbewegt und aufrecht. Der Regen schwoll noch mehr an, wurde lauter und verschluckte alle Geräusche der Welt. Einzig das Getrommel der Tropfen auf dem nassen Stoff seiner Jacke und des Wassers auf dem Boden waren zu hören; übertönten sogar das Rauschen des Blutes in den eigenen Ohren.

Der Bürgersteig verschwand unter dem Bombardement des Regens und irgendwann verschluckte es auch ihn.
Danach herrschte eine seltsame Stille in der kleinen Straße in der sie ihre feine Altbauwohnung bewohnte.

Busy Bumblebee

Busy, busy little bumblebee.
Immer weiter, fleißig.
Immer weiter, heiter.
Surrend,
Schwirrend,
Hin und Her.

Mein Leben ist am Arsch.
Ich habe es nicht
Gemerkt
hat es
niemand
war dabei
als es passierte.

Darum weiter, kleine Hummel.
Flieg um dein Leben.
Stillstand ist Tod.
Verharren dein Absturz.
Also auf!
Und ab.

Wie messe ich
den Stillstand
in mir
ist Kälte die
schweigend
versinke ich
in mir.

Rückzug. Zu mir.
Von mir weg.
In die Leere zwischen
meinen Persönlichkeiten.
Als Kleister der verhärtet.
Ich suche den Schlaf,
den zu meiden ich alles gebe.

Schlaf, der
Ruhe
bringt
Kraft
schöpfen lässt
mich
genesen
ist mir verwehrt.

Busy, busy little bumblebee.
Deine Flügel schlagen noch.
Flirrend, glitzernd im Licht.
Hektisch, bemüht, eifrig.
Denn du hast dich stets bemüht;
Ohne zu bemerken,
dass du längst stehst.

Immer dem Frühling nach

„Lass uns verreisen.“

Sie blickte verdutzt von ihrer Schreibarbeit auf, als der Satz durch ihr gemeinsames Wohnzimmer klang und schaute zu ihm hinüber. Er saß da, eingekuschelt in seinen Lieblingssessel; die Augen geschlossen, einen Sonnenstrahl auf dem Gesicht, eine dampfende Tasse Tee in den Händen, das Buch auf den Beinen, diese wiederum eingewickelt in seine Lieblingsdecke. Nichts an ihm deutete Unruhe, Verdruss oder Ärger an. Sein sommersprossiges Gesicht war eine Maske der Entspannung, seine Mundwinkel zu einem leichten Lächeln verzogen als ob er über irgendetwas in seinem Kopf amüsiert wäre. Es war Sonntagvormittag, die Sonne hatte sich endlich einmal wieder gezeigt und sie beide hatten für den weiteren Tag keine Termine oder Pläne, einzig ein schönes Mittagessen war angedacht, hierfür allerdings auch schon die meiste Arbeit getan.

Umso verwunderlicher kam ihr dieser eine kleine Satz vor, da sie von ihm wusste, dass er es bevorzugte, wenn es war wie gerade. Zu Hause, ein gutes Buch, eine gute Tasse Tee und gute Gesellschaft waren für ihn, so seine Aussage, das Nirwana auf Erden. Und in diese gemütliche, ruhige Idylle fiel der Satz wie eine Bombe, zersprengte ihre Gedanken in unzählige Richtungen, warf Brocken von Fragen auf und vernebelte die Luft mit stickiger Unsicherheit.

Er öffnete seine Augen, jene grünen Augen, von denen sie noch immer annahm, dass sie bis auf den Grund ihrer Seele schauen konnten und sie sah ihren ersten Eindruck bestätigt. Kein Unfriede, kein Verdruss oder Ärger umwölkte seinen Blick. Eher sah sie in ihnen ein Funkeln der Erheiterung, ganz so als wäre hinter seiner Aussage ein versteckter Witz, den zu erfassen sie jedoch nicht imstande schien.

„Lass uns verreisen.“

Er wiederholte den Satz genauso gelassen, wie er ihn zuerst gesprochen hatte: leise, melodisch, entspannt, nahezu verschlafen. Und doch spürte sie hinter diesem Satz, seinen Augen und seiner Miene die Aufforderung, das Gewicht der Worte und die Härte des Wunsches. Ihr fiel nicht ein, was sie hätte sagen sollen und blinzelte ihn aus erstaunten Augen an. Er lächelte, kaum merklich, sein geheimnisvolles Lächeln, welches er – so dachte sie gerne – nur für sie benutzte und lehnte sich noch tiefer in seinen Sessel, während er die Augen wieder zu flattern lies und seinen Hals ein wenig reckte um weiterhin den Sonnenschein abzubekommen. Wie eine Katze, ging es ihr durch den Kopf.

„Ich bin des Winters leid. Es ist mir zuwider auf den Frühling zu warten, jede Woche erneut darauf zu hoffen, dass der Schnee sich nun bald endlich zurückzieht. Es ist mir zuwider, dieses ewige Weiß in all seinen dreckigen Schattierungen. Es ist mir zuwider, das Viertel einer Stunde mit ankleiden und entkleiden zu verbringen, ein jedes Mal wenn man aus dem Hause geht.“

Seine Worte klangen unwirklich durch den Raum, ein summender Kontrapunkt zu seiner Haltung, seiner Stimme und seiner Mimik. Er sprach, als würde er die Vorzüge eines seiner Lieblingstees erörtern, nicht im Geringsten konnte man erahnen, ob die Worte der Wahrheit entsprachen oder nur einen seiner Späße darstellten. Nun war sie vollends verwirrt, fühlte sich gewogen aufzustehen und einen Schritt um den Tisch herumzugehen. Dann zögerte sie jedoch, lehnte sich auf der Tischplatte vor, ihr Kinn auf der einen Hand abstützend, mit der Anderen nachdenklich an ihren Lippen zupfend. Sie zog die Stirn kraus, entschied sich jedoch, erst einmal zu warten ob er noch mehr sagen würde.

Stille kehrte in die Lesestube zurück, aus der sie so rüde vertrieben worden war. Aber von der vormals herrschenden Ruhe war wenig zu spüren, es lag eine Anspannung in der Luft, die nahezu mit Händen zu greifen war. Stille und Ruhe sind sich sehr ähnlich, doch nicht einheitlich, schob sich ihr kurz ein Gedanke in den Weg, doch sie schob ihn beiseite wie eine störende Schmeißfliege. Er saß, unverändert in seiner Ruhe, da und wäre aus der Tasse nicht stetig wabernder Dampf emporgestiegen, hätte die Szene auch ein Standbild sein können. Lange Zeit herrschte diese angespannte Stille, während der sie versuchte zu ergründen was in seinem Kopf vorging und warum er so entspannt wirkte, wo er doch ihre Unruhe spüren musste. Endlich hob er erneut den Blick, nur leicht öffneten sich seine Lider und er schien fast entrückt als er, noch leiser und nahezu unbetont weitersprach.

„Man müsste dem Frühling entgegen reisen. Nicht sich ein bestimmtes Land als Ziel setzen, sondern eine Temperatur, eine bestimmte Farbe im Gras. Vielleicht den Gesang eines bestimmten Vogels. Man müsste dem Frühling entgegen reisen und dabei nicht auf den Weg achten, sondern nur auf die Umgebung und die Knospen der Bäume. Und an dem Punkt, an dem der Frühling sich in all seiner Pracht zeigt, oder doch zumindest in der Pracht die einem am liebsten scheint, sodann müsste man umdrehen und stetig in der Geschwindigkeit des Frühlings die Welt bereisen. Immer Rund und Rund müsste man reisen, stets auf Schritt mit dem Erblühen und Erwachen der Natur. Aber man müsste aufpassen, nicht zu lange zu verweilen, denn es ist einem ja bewusst, dass dem Frühling nur allzu schnell der Sommer folgt. Und der Sommer ist fast ebenso scheußlich wie der Winter. Die bratende Hitze mit der einem das Hirn heraus geschmolzen wird, die ungehemmte Frivolität, mit der ein jeder meint seine Umgebung belästigen zu können und nicht zuletzt die schlaflosen Nächte, in denen man die Trinker erdulden muss, für die eine Nacht im Sommer stets als passend für ihre Eskapaden erscheint. Man müsste also aufpassen, nicht zu lange zu verweilen, will man nicht den Frühling verlieren.“

Sie schüttelte sich kurz, als wache sie aus einer Trance auf, so lebhaft hatten die Bilder seiner Worte vor ihren Augen gestanden. Es musste schon eine Weile still gewesen sein im Raum, denn er hatte seine Augen wieder geschlossen und an seinem Tee genippt, sein Aroma eingeatmet und in einem langen Zug seinen Atem entweichen lassen. Sie schaute grübelnd auf seine Brust, welche sich nun nur langsam hob und senkte, ganz so als sei er eingeschlafen während seines Monologs. Und sie hätte es ihm nicht verdenken können, so verträumt und verworren hatten seine Worte geklungen. Gerade als sie sich nicht mehr sicher war, ob er nicht tatsächlich eingeschlafen war, räusperte er sich kurz und strich sich eine Locke aus der Stirn.

„Wenn wir dem Frühling folgen würden, wären wir stets von Leben umgeben, wären wir eins mit dem Kreislauf des Lebens und all seinen Wundern. Sorgen erscheinen mir als das Ergebnis von Sesshaftigkeit. Erscheinen mir wie etwas, das man sich nicht ins Gepäck packen muss, aber seine Wohnung mit einrichtet. Eine niemals endende Reise, fort von Sorgen, Verpflichtungen und den Geißeln, die wir uns selbst jeden Tag aufs Neue wieder und wieder über den wunden Rücken ziehen, in der Hoffnung irgendwann der Reue würdig zu scheinen.“

Er schaute sie nun wieder direkt an, seine Augen waren weit geöffnet und in ihnen lag eine Dringlichkeit, die ihr Schauer über den Rücken laufen ließ. Er richtete sich auf, stellte die Tasse auf den Beistelltisch und hielt ihr die Hand entgegen, das Buch fiel hierbei von seinem Schoß und kam polternd auf dem Holzboden zu liegen. So stand er da, halb aufgerichtet in seinem Sessel, noch immer vollkommen entspannt und ruhig in Haltung und Mimik. Doch für sie war es, als würde sich die Welt auf seine Hand reduzieren, der Raum um seine Finger herum verblassen und in weite Ferne rücken. Diese Hand war ein Ultimatum, eine Aufforderung, eine Chance, ein Wagnis. Sie saß an ihrem Tisch, unfähig sich zu rühren, einen Gedanken zu fassen oder gar zu sprechen, während seine Hand in der Luft hing, leicht zitternd und einladend nach oben geöffnet.

„Lass uns verreisen.“

Noch lange saß sie so, bis die Haushälterin ihren Kopf zur Tür hereinstreckte und verwundert feststellte, dass eine der Herrschaften anwesend waren. Nach mehrfachem Klopfen und Klingeln, ganz wie es die Sitte gebot, hatte die Bedienstete anschließend, in der Annahme man sei ausgegangen, den Ersatzschlüssel bedient hatte und war so in die Wohnung gelangt. Doch auch jetzt reagierte sie nicht und es dauerte wohl ein Dutzend Nachfragen, bis sie endlich die Worte der Frau verstand und so langsam an die Oberfläche der Welt zurückkehrte. Inzwischen war die Haushälterin schon mehr als besorgt und hatte Riechsalz, einen Fächer sowie einen Schnaps herbeigeschafft, ganz wie es ihr beliebe und wonach ihr gerade sei. Man frage sich doch, was ihr widerfahren sei und nicht zuletzt, wo seine Lordschaft verblieben sei. Hier merkte sie kurz auf, blickte auf die Frau, dann an ihr vorbei zum Sessel und anschließend hinaus zu dem sich verdunkelnden Himmel.

„Immer dem Frühling nach.“

Antwortschreiben des Eremiten an Seine Heiligkeit

Meist ist der Geist leer. Eine Leere, so weiß wie gebleichte Knochen legt sich über alles, was der Geist zu erdenken vermag. Jede noch so kleine Klarheit, jedes Wissen wird verschlungen von dem Sog, den dieses weiße Loch erzeugt. Und so sitzen wir, unfähig uns zu rühren oder zu befreien da und harren der Zukunft, verspricht sie doch ein winziges schwarzes Pünktchen. Das dunkle Licht am Horizont, welches nicht Helligkeit, sondern Schatten, Konturen birgt.
Wir sind uns bewusst, dass wir falsch vorgehen, wenn wir versuchen, die kühlenden Schatten herbei zu zwingen, unseren Geist mit Konturen, Bildern und Gestalten zu füllen. Doch wir zwingen es herbei, in der Hoffnung, dies eine Mal doch Erfolg zu haben, wohl wissend, dass wir im Ende nicht mehr bewirken werden, als dies Licht in noch weitere Ferne zu rücken.
So manch einer sagt, durch Ruhe des Geistes sei es herbei zu rufen, herbei zu locken. Doch erlangen wir dann endlich, nach endlosen Anstrengungen und Bemühungen, die Ruhe, so stellen wir fest, dass diese Ruhe kaum von dem Sturm zu unterscheiden ist, der uns sonst von dieser Ruhe ablenkt. Kommt der Geist zur Ruhe, finden wir uns im Zentrum des Wirbelwindes unserer Ablenkungen wieder, nur um festzustellen, dass das Auge des Sturms ein ungleich heftigerer, da konzentrierter, Orkan ist. Es reißt uns herum, zeigt all jene Dinge, die in den verhältnismäßig lauen Böen der Zerstreuung untergingen und rüttelt an den Festen unseres Geistes.
Nur all zu gern flüchten wir uns dementsprechend, so schnell es unserem zerrütteten Geist möglich ist, wieder in die Feste, welche wir in den vertrauten Filden der Kurzweil gebaut haben. Dort bleiben wir, in der Verbitterung des Misserfolgs, ermattet liegen und verfluchen jene, die uns dazu brachten, die Ruhe in unserem Geist zu suchen. Während wir dort liegen und verschnaufen, kehrt unser Geist sich jedoch wieder der bleichen Ebene zu, die unser inneres Auge bestimmt. Unendlich weit entfernt können wir, wenn wir uns anstrengen und hoffen, noch den schwarzen, erlösenden Punkt ausmachen, der nun nicht mehr allein Schatten und Konturen verheißt, sondern zum Inbegriff für Bewegung, für Leben geworden ist. Oder sehen wir doch nur die Täuschung, die wir selbst uns dort hingesetzt haben?
Wir verschnaufen, wir verharren. Und in dieser Verharrung beginnt die Ebene um uns herum sich zu verändern. Wir merken, dass die vormals eher einladend, einlullend wirkende Ebene feindselig zu werden beginnt. Auch wenn wir sie nicht sehen, machen wir doch die tödlichen Gruben aus die dort draußen unser harren. Wir fühlen die Gefahren, die geboren werden und über uns herfallen werden, wenn wir uns erneut hinauswagen. Doch wenn wir bleiben, wird die blendende Helligkeit der Ebene uns endgültig erblinden lassen, alle Konturen mit sich reißen und uns auf ewig als formlosen Schemen zurücklassen. Und so raffen wir uns erneut auf, ohne Hoffnung auf Erlösung, erneut den Weg unserer vermeintlichen Erlösung beschreitend.
Die erwarteten Gefahren bleiben nicht aus. Wenn wir uns genau konzentrieren, können wir sie sehen, direkt hinter uns, vor uns, im Sand vergraben, hinter dem Flimmern der Luft versteckt. Anspannung befällt uns, denn wenn wir die Konzentration verlieren, verlieren wir sie aus den Augen. Dann ist der Sand nur mehr Sand, die Luft nur mehr Luft und hinter uns nichts als unsere, bereits nahezu ausgelöschten, Fußspuren. Doch dass dort etwas ist, dass wissen wir. Und so bleiben wir angespannt, gefasst auf das nahende Verderben, unfähig uns dagegen zur Wehr zu setzen. Endlos lange verkrampfen wir uns so in erzwungener Aufmerksamkeit, stets bemüht jenen Fehler zu vermeiden, der uns garantiert das Leben kosten wird. Und schließlich passiert es doch, genau wie wir vorausgesagt haben. Wir stolpern, erschlagen von der Last die wir tragen und sofort sind sie heran, fallen über uns her und zwingen uns zu Boden. Wir sinken herab, ohnmächtig gegenüber der Wucht unseres Gegenübers, außer Stande uns von dem zu überzeugen was wir letztendlich doch einsehen müssen, während wir in den Sand hineingezogen werden und verschwinden.
Das Gesicht, welches unser Feind, all jene lang gefürchteten Gefahren, tragen, ist unser.

Mit Schrecken wachen wir dann auf, eingegraben in den Sand und unsere Augen sehen nichts. Schwärze umgibt uns, endlose, tief mit den Schatten verwurzelte Dunkelheit. Klarheit erfasst uns, tiefe, verstehende Klarheit. Doch wenn wir versuchen, sie zu greifen, sind unsere Arme gefesselt von der Masse des Sandes. So liegt die Klarheit kurz vor uns, wir erahnen sie auch, doch wir können sie nicht fassen. Kurz suhlen wir uns in dem Gefühl, dem Verstehen, dass uns umgibt. Wir fühlen das Spannen unserer Sehnen, die über die Fingerknöchel gleiten, das Schlagen unseres Herzens. Obwohl erblindet sehen wir mit einer Klarheit, die der Welt eine Maske der Kunst anzieht. Wir stehen außerhalb der Zeit, spüren mit all unseren Sinnen Wärme, Gefühle, Auren und verstehen. Wir verstehen.
Dann jedoch endet dieser Moment, die Klarheit verlässt uns und zurück bleibt nicht mehr als die dumpfe Gewissheit, von einer Wahrheit kaum mehr als eine Handbreit entfernt gewesen zu sein. Wir sehen uns noch danach, als uns die Ebene wieder ausspuckt, nun wieder die wohl gesonnene Leere, die sie zuvor war. Doch wir sind wieder dort, wo wir begonnen hatten, wieder endlos entfernt unseres Ziels. Hier mag manch einer verzweifeln, sich in Lethargie und Niedergeschlagenheit begeben, einzig beseelt von der Hoffnung, dies Unglück vergessen zu können, indem man es nicht beachte. Manch einer mag auch verzweifeln und ganz aufgeben, auf ewig gefangen in den Weiten der Leere. Meist wird man sich nun mit der Ebene arrangieren, auf Dauer feststellen, dass auch ohne die klaren Konturen dessen was wir in unserem Ziel erhofft hatten in dieser Ebene Formen zu finden sind
Manchmal, sehr selten, entflammt in uns jedoch der innige Wunsch, die Seeligkeit jenes Momentes unter dem Boden erneut herbeizuführen. Und so sinnen wir, wie es zu bewerkstelligen sei, welche Wagnisse von Nöten seien und was unser Lohn sei. Wir verharren einerseits in der Angst dessen, was wir noch all zu klar in Gedanken haben. Erinnern uns an die peitschenden Winde der Ruhe, als wir unseren Geist zur Ruhe kommen ließen. Lassen die peinigende Qual jener Zeit erneut an uns vorbei rinnen, als wir – in der Furcht vor Fehlern – endlose Zeiten aufs äußerste gespannt waren. Dann jedoch erinnern wir uns an diesen einen Moment. An jene Klarheit die uns umgab. Die Wärme, Geborgenheit. Es ist schwer, sich zu entscheiden, ob die Wagnisse jenen kurzen Moment wert sind. Doch wenn wir uns auf diesen Weg begeben, lernen wir, dass die kurzen Momente nicht herbei zu führen sind. Wir können sie nicht erzwingen, nicht herbei locken. Und schon sind wir erneut erinnert an unser damaliges Ziel, jenen dunklen, Formen versprechenden Punkt, der unser Dasein bestimmte. Angst umklammert das Herz in jenem Moment, Zweifel peitschen die Winde unseres Geistes auf und so wir in jenem Moment in Ruhe verweilten, so erfordert es all unsere Kraft, nicht herausgefegt zu werden aus den wirbelnden Wogen des ruhenden Sturms.
Doch wir können weiter schreiten. Können uns erneut zur Ruhe bringen, uns erneut fortbewegen. Doch abgesehen von jenen zufälligen, unverhofften Momenten der Klarheit, bleibt uns über lange Zeit die Klarheit verwehrt. Wir bewegen uns zwischen dem Zwang, die Klarheit zu erlangen und dem Druck, unter der stetig größer werdenden Anstrengung unterzugehen. So gehen wir, hin und her gerissen von den Winden unseres Geistes, der so manches mal auch die Leere der Ebene aufzupeitschen vermag, stets in der Hoffnung, jenen Punkt zu sehen, an dem kein Wind weht, an dem vollkommene Ruhe herrscht.