Over Capacity

„Sag mal… Ganz ehrlich… unterfordert dich dein Job nicht total?!“

Es ist müßig auszuführen was in der Situation gesprochen wurde, denn das spontane Gestammel einer Person gegenüber einer Andren in der Kennenlernphase des Lebens ist austauschbar und einerlei wie das verfärbte Waschwasser archaicher Waschweiber an derelikten Waschstellen. Genauer nachgedacht entdecke ich einen Anglizismus, was mir jedoch erst durch Freund G. Klar wird (man will große Worte ja nicht falsch utilitarisieren). Klingt gut, bleibt so; bin ich doch immerhin Architekt, meist sogar Bauherr meiner eigenen Geschichte(n).

Letztlich soll für die Privatsphäre eine verallgemeinernde Zusammenfassung reichen: Ja, aber das ist schon okay.
Was bleibt und begleitet ist immerhin der Gedanke, warum das okay und was dazu führte das dem so ist und wieso und überhaupt. Also extrapoliert mein Kopf
There are two Kind of people: those that can extrapolate from incomplete data.
und geht auf die Suche eines übergreifenden oder Zugrunde liegenden Themas. Come, walk with me stranger, for the night is dark and the hours long.
Or full of terrors, wenn man ‚Meta‘ genug ist.

Cut. Es muss zum Thema, genug der Ablenkung. Und wer wären wir, dem Text sein Thema zu verweigern!
Also kein einziges vergeudetes Wort mehr um etwas anderes als das, was im Titel ominös angedeutet, durch das englische weltmännisch aufgepeppt und dessen Pointe im ersten Satz quasi schon erklärt ist. Ganz wie es mein Stil ist; Redundanz sei meine Winterdecke, ich lege mich zur Ruhe damit und komme zum Frühling darunter hervor.
Ich stelle den Wecker auf Februar, dann können wir noch kurz kuscheln. 

Der afrikanische Pinguin trägt wohl auch den Namen ‚jackass penguin‘. Und unter Weiterem in der Kategorie Kamele:

Ein Symptom unser Zeit ist es, so meine abschließende Diagnose
Lassen Sie mich durch ich bin Heiler Lvl 83!
für die Weile bis die nächste kommt, dass wir unser gesamtes Potential (unsere Kapazitäten) ausschöpfen. Ob wir das wollen oder nicht sei dahin gestellt, dass hier soll keine sozialkritische… wobei doch!
…ich wiederhole mich nur ungern…
Sensibilisiert durch die Diskussion um meine Lebensführung, eingebettet als Sozialassi in einem Nest von Gutbürgerlich funktionierenden Erwachsenen (manche von denen sind jünger als ich), betrachtete ich, wieviel Platz wir Menschen uns eigentlich so im Leben lassen.

Es wäre vielleicht übertrieben zu behaupten, dass der Wunsch nach Erfüllung durch (viel) Arbeit, ein möglichst ausgeglichenes Privatleben und Beschäftigung am Wochenende, gesunder Schlaf und sowieso Allem
…hier fliegt gleich Alles in die Luft…
der Optimierung produktiver Arbeitsdrohnen gleichkommt; aber Übertreibung dient bei mir der Verdeutlichung und ein wenig kann man das schon so sehen, eh?

Mein Beruf ist schön und etwas das ich mir wirklich ausgesucht habe, keine Notwendigkeit hat mich dorthin getrieben oder würde mich dort halten, wäre das anders. Wenn ich dort bin arbeite ich gerne und möglichst gut. Just doing my job doesn’t suit me, könnte man sagen. Gern arbeiten geh ich dennoch nicht und die Rahmen meiner Arbeit sprengen meine Kapazitäten (es war ja Eingangs schon erwähnt) nicht. Auch wenn ich dafür in einen beständigen Dialog gezwungen werde – ähnlich der Frage warum man eigentlich keinen Alkohol trinkt, nie anders herum -, hat sich mit bislang noch keine unabdingbare Logik ergeben, dies zu ändern. 

Letztlich, so erklärt es sich für mich, geht es immer um eines: du (also ich) kannst doch mehr aus dir machen. Und das du das willst ist gegebener Fakt, immerhin hat du das Potential und das nicht auszuschöpfen ist Vergeudung.
It is known.

Eigentlich muss hier noch Text. So voll krass mit Message und so… 
Stumpf is‘ Trumpf

… but let’s not go over capacity.

The insurmountable Insanity of Vanity

Auf der Überholspur meines Lebens kann ich auch mal kurz innehalten um jemand vorzulassen, denke ich während ich in der Masse der arbeitenden und zu beschulenden Bevölkerung von S-Bahn zu U-Bahn zwockel. An der Rolltreppe bin ich auf der Seite gelandet auf der man eben weitergeht – komme was wolle und zwar schnell denn wo kommen wir sonst hin; eben nirgends hin und wer will das schon -, als überraschend ein, gänzlich unpassend rebellierend, weniger artiger Mitbürger aus seiner Spur der Lauffaulen, der nichtsnützigen Müßiggänger – der Spur des Stillstandes und Todes. Welch wonnige Sehnsucht mich nach ihr in diesem Moment packt! – ausbricht und mich vor die Wahl stellt: Konfrontation und durchziehen, mein Tempo halten und seine Leiche herausfordern über welche ich anschließend mit stolzgeschwellter Brust schreiten könnte; oder aber innehalten – kurz nur, quasi den kleinsten Bruchteil eines Lebens, aufhören voranzuschreiten und damit zurückfallen in prä-existentielle Urzustände – und auf ewig ob der unendlichen Güte meines unermesslichen Verzichts aufzusteigen in der unablässigen Rangelei um die besten Plätze auf der huldvollen Liste der besten Menschen. Der Allerbesten!

– – –

„You are one confused person, aren’t you?“
„Nah, not really.“

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Mein Hirn muss vermutlich kurz ausgesetzt haben als ich dem verzweifelten Treiben der Hummel zuschaue, die sich zwischen der Doppelverlasung des Altbaus meiner Arbeit eingesperrt hat. Ich starre eine vermutlich ungebührlich lange Zeit auf das kleine Vieh, wie es im Kampf gegen eine unsichtbare Kraft immer und immer wieder anfliegt; vielleicht zunehmend verzweifelter und berauscht von der bizarren Hoffnung irgendwie doch noch zu entkommen; vielleicht zunehmend stoisch und besessen von der fatalistischen Gewissheit es irgendwie nicht lassen zu können. Vor mir spielt sich im Mikrokosmos ab, was mich vielleicht umgeben würde, könnte ich es wahrnehmen; würde ich die Kräfte erahnen die an mir zupfen und zerren und mich an-, ab- und umtreiben.
But alas – wie ich gerne mit dem Weltschmerz eines vom Leben gebeutelten Eremiten von mir gebe, dessen einzige Erkenntnis doch nur die Vergänglichkeit der Erkenntnis ist – … aber LEIDER – denn auf dem alas liegt der Impuls des Leidens – kann ich dieser Kräfte nicht gewahr werden und verbleibe das lyrische Ungeziefer im Käfig meines eigenen Zimmers, grotesk verwandelt und befremdlicherweise einzig um die Wahrung des eigenen, verdrießlichen Alltags bedacht. Lediglich mein Scharren mag weniger angestrengt wirken, verträume ich meinen Tag doch an dem Flügelschlag eines pelzbeinigen Sisyphos und vergesse darüber die stetige Optimierung meines von der Gesellschaft geknechteten Ichs.

– – –

You seem very confused with who you are.“
„But I am not…. So maybe yes, I am confused. But I integrated the ambiguity of my own little vain self into myself.“

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Die Uhr – pompös groß, mit der Spitze ihres billigen Plastikrunds auf einer blättrig weiß lakierten Fensterbank ruhend in einem Zimmer, welches die Herrlichkeit damaliger Internate erspüren lässt – tickt leise vor sich her, Symbol der streng geprüft und bemessenen Zeit die vergeht; vielleicht auch sie zunehmend verzweifelt oder stoisch, wer vermag es schon zu sagen; wer sich zum Meister der Zeit aufschwingen und mit der Illusion des Verständnisses bekleiden, die der Kaiser vorher schon schamvoll berührt abgelegt hatte.
Die Seite eines Buches – vermutlich eine Schmonzette der Untiefen dessen was sich Jugendliteratur schimpft und den Abschriften alter Blaupausen durch die Mönche des Mittelalters gleichkommt – wird umgeblättert, scharrt laut auf jene Art durch den Raum, die ein kleines Geräusch in der es umgebenden Stille zur Maxime des möglichen Lärms werden lässt und in unserem Ohr eine fokalen Kakophonie bildet, was als Satz zwar schön kingt aber in der Nebensache ausreichend störend auf die Konzentration wirkt. Auch das Rauschen im Sumpf der Zeit, oder gurgeln im Schaum der Wellen; die Bagatelle persiflieren und das Joch der Gleichmäßigkeit durchbrechen.

– – –

„That still seems pretty confused.“
„Yeah it is. But it’s all part of the plan.“

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„Wenn man kein Geld hat, dann ist man ein Nichts!“ war ihr Satz, der für Sie inbrünstigs Bekenntnis nicht nur ihres Selbst, sondern ihrer ganzen Generation – glaubte ich Ihren Worten – darstellt. Unverständnis umschwirrt sie wie behäbige, glitzernde Fliegen bei meiner Antwort und sie wird mit der unabdingbaren Brillianz ihres unfertigen, in sich (blind)schlüssigen Weltbildes fundamental abgelehnt; ganz Mensch ihres Alters – Beta-Menschen, noch aus der Testphase des Lebens zu erwachsen – und damit erfrischend ehrlich im dissonanten Dialog der zwischen uns entsteht. Rudimentär zu erklären war mir heute schon genug, die angehende geistige Elite kann sich alleine in der Welt zurechtfinden – beschließe ich und begebe mich anschließend dennoch in die Diskussion.
Hoffnung ist wo wir sie schaffen.

– – –

„So you want to be confused?“
„It’s not about if I want to, it’s that we have to.“

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Es gibt generell zwei Arten von Menschen: jene die sich bedanken wenn jemand Ihnen die Tür aufhält und jene die sich dadurch in ihren eingebildeten Geflecht von Gleichberechtigung verletzt sehen, denke ich während ich die Treppen einer anderen S-Bahn-Station herabschlendere; wesentlich später am Tag, nur unwesentlich wacher in dem Strom der abgearbeiteten und fertig beschulten Bevölkerung, welche durch einen Pulk aus zig Kinderwagen auf einen belustigenden Slalomkurs gezwungen wird – ich kann das während meines nahezu fabelhaften Abstiegs wunderbar überblicken und mich königlich darüber erheben; ein Widerstreit unendlicher Größe innerhalb der winzigen Passform meines Daseins. Individuell in der Welt meines eigenen Ichs und doch, bekleidet oder nicht nach den Vorlagen der inneren Modedesigner, ein Nichts wie alle anderen: emsig ausbrechend aus meinen Spuren, stoisch-hoffnungsvoll anflatternd gegen lenkende Kräfte und leise an meinem Leben entlangtickend.

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Maybe that’s the start of a maniacs thoughts about enlightenment…
Bewegte, tumultige Gedankenzeiten; Poesie umgibt mich wie faulige Pomade.

Drei Uhr Siebenundfünfzig

Es muss so kurz vor Vier gewesen sein. Vielleicht 3:57. Vermutlich sogar. Eigentlich sogar ziemlich sicher, denn ich hab genau da auf die Uhr geschaut. Wie eigentlich schon seit einer Stunde ständig mein Blick auf die rechte untere Ecke des Bildschirms wanderte und ich einen inneren Kampf mit der Zeit führte. Warum genau ich nicht schlafen gehen wollte… wer weiss das schon. Ich zumindest nicht. Null Plan weshalb ich hier noch saß, gefangen zwischen der inneren Unruhe und der bleiernen Schwere, die meinen Körper seit Stunden ins Bett schleifen will. Es ist häufiger geworden. Dieses sitzen und ringen. Lange war es besser, fast komplett weg. Die Nacht ist mein Spielplatz und die Stunden nach Mitternacht meine Meditation. Eigentlich. Bis vor einer Weile. Wann genau hat sich das geändert? Keine Ahnung, ehrlich nicht. Null Plan.

Dieser Plan. Immer dieser Plan und mit ihm die Gedanken an das was sein müsste sollte könnte wollte.

Ich schrieb über „Leere“ und mein Kopf füllte sich mit Gedanken an meinen Werdegang. Wo komme ich her (literarisch) und wo bin ich hingegangen (viel literarischererer?). Wirr war ich früher. Noch mehr als heute. Vor allem im Schreiben. Aber auch im Kopf. Vor allem im Kopf. Halt nein, das geht nicht weil ich ja vorhin schon vor allem im schreiben schrieb… das ist mein Kopf. Dieses schreiben übers Schreiben. So ausgelutscht und langweilig.

Aber ich vermisse den Stil. Das fragmentierte. Das wirre. Den verschlungenen Pfad meiner Gedanken, missachtend wer mitliest und ob er, sie oder auch es (hello NASA) mir folgen kann. Meinen einsamen Tanz dort oben auf der Blaufichte. Kiefer? Lerche? Tanne? Dieser Tanz und der rote Regenschirm, wobei das eigentlich die rote Zora ist, was ich jedoch nie gelesen habe, weil ich damals freche Mädchen noch blöd fand. Nicht emanzipiert war sie für mich, sondern schlicht rotzlöffelfrech und blöd.

Wie will ich denn nun schreiben? Ausführlich, innig und mit Sinn? So, dass ich mir einen Gegenstand anschaue und ich (aber auch derdiedas Leser_um) dabei klug wirke? Bestimmt. Manchmal. Aber eins fehlt mir. „Was zur Hölle willst du mir hiermit sagen?“ Genau das. DAS und nichts anderes will ich wiederhaben. Hole es mir mit Ketteleimern (was hoffentlich ein Wort ist) unten aus dem tiefen Brunnen, in den Mr. Aufziehvogel ging um zu sterben, but not really.

Ich höre Pucifer und die Nacht wird zu einem Deckmantel meiner Gedanken in denen Müdigkeit das Muster auf der seidenen Oberfläche meines Kopfkissens bilden. Ich lausche den treibenden Klängen der Musik, irgendwann ist sie zuende und ich wechsele sie mit Tool ab. Diese Band die so hart und kraftvoll ist und doch von ihr als „sanft“ beschrieben wird. Sie die mich versteht. Ohne das wir sprechen. Die wir uns ohne Liebe lieben. Weil wir es können und wollen. Weil unsere Leben die sind die wir haben und weil „Soulmates“ nicht nur in Beziehungen funktionieren.

Enthralling. Ich mag dieses Wort. Wegen des Klangs, der so schwer zu betonen ist als Deutscher mit seinem verfickten TH. Wegen des Mangels einer passenden Übersetzung, da es weder fesselnd noch packend ist, sondern weil es befreit. Weil es mitreißt und aufschwingt in Welten, die hinter den Worten liegen. Weil es kaum einer kennt und mein kleiner Wortschatz ist, den ich hüte wie meinen Schatz. Mein Schatzzzz.

Oder will ich genau das? Die sprunghaftigkeit meines Kopfes einfangen. Schreiben ohne zu schauen wohin es geht und mit der Musik mitschwingen. Schwingen und hüfen auf dem rechten, dann dem linken bein zum treibenden Gitarrenklang dieser amerikanischen Band, die aber eigentlich aus Finnland kommen sollte oder so. Irgendwas besonderes, so wie ihre Musik besonders ist, und nicht so ordinär Amerika. Wenns das überhaupt ist. Ich mag nicht nachschauen, aber ich hab die Vermutung es wäre eh langweilig.

Es muss immer noch 3.57 gewesen sein, als ich die Augen schloß

Meine Augenlider beenden die Außenwelt. Musik rauscht noch dumpf in meinen Ohren. Was es ist verliert an Bedeutung; die Welt dort draußen hinter den Lidern tritt zurück. Watte packt sich in meine Gehörgänge und lässt sich mit einem leicht kratzigen, dann aber fluffig weichem „Flop“ in die Ohrmuscheln sacken.
Meine Augen drehen sich im engen Kerker meiner Augenhöhlen langsam aber unaufhörlich, ganz so als wollten sie meinen Nasenrücken von innen betrachten. Mein Kopf fängt an zu vibrieren, erst zwischen meinen Augen, dann die Stirn hoch und ein kalter Schauer begleitet dieses vibrieren. Ich halte die Augen geschlossen, gebe leicht Widerstand zu der unaufhaltsamen Drehung meiner Augäpfel. Ich spüre meine Zähne, die ebenfalls zu vibrieren scheinen, das Zahnfleisch eine fremdartige Masse in meinem Mund und die Haut meiner Lippen merkwürdig abgeschottet von der Gesamtheit meines Körpers. Ich habe drei Bausteine im Gesicht, die sich zu dem zusammenfügen, was ich als Mund bezeichnen würde. Die Zähne, kleine elfenbeinfarbene Ballerinas auf Zehensptzen, die auf dem wackelingen Tanzboden meines Zahnfleisch tippeln, während meine Lippen Abstand nehmen, ohne das ich welchen erspüren kann.
Meine Zunge unterbricht diesen Eindruck, als sie wie eine schleimige, kalte Schnecke über die Zähne rollt und dabei den stumofen Geschmack der Nacht mitschleift. Das vibrieren wandert weiter, das Zahnfleisch hinauf und zurück in den Kopf, wo meine Augen mittlerweile ihre erste Komplettrotation abgeschlossen haben. Zumindest scheint es mir so, denn dort oben, zwischen den Augen ist ein Druck als wäre eben ein gut verschnürtes Packet angekommen. Gelbes Licht flimmert vor meinen Augenlidern und ich erinnere mich an die Geschichte mit den inneren Lidern. Wenn ich sie hätte, wenn ich sie schließen könnte… dann würde ich endlich Dunkelheit sehen. Diese Dunkelheit, die keine huschenden Schemen beherrbergt. Die nicht aus gefühlten und erahnten Bewegungen besteht und Platz lässt für die Monster meiner Kindheit.

Das vibrieren steigt weiter nach oben und zieht sich in mein Hirn zurück, Mein Körper fühlt sich wie ein Fremdkörper an und würde ich nicht sitzen, vermutlich wäre ich vor lauter Schwindel umgekippt. Selbst so, eingeklemmt von drei Seiten durch lehnen, schwanke ich wie ein Schiffsmast im wabernden Sabbern der Brandung. Es ist fast weg, meine Augen flackern schon leicht in dem Begehren endlich wieder in Kontakt mit der Welt um mich herum zu treten, aus der ich eigentlich schon seit Stunden entkommen will indem ich schlafe. Dann jedoch kommt es wieder, breitet sich in meinem Magen aus und wandert weiter in die Seiten. So als würde ich mich selbst von innen kitzeln überkommt mich erneut ein Zittern, aus dem Gefühl einer Kälte heraus, die nur aus meinen Gedanken kommen kann. Denh hier weht weder Wind, noch habe ich mich bewegt noch… Dann ist es weg und alles was bleibt ist die sich drehende Welt meiner geschlosseen Aufen und das dumpfe Rauschen, das stetige Auf und Ab der Musik. Würde ich doch nur noch wissen, welche es war. Aber gerade läuft Tool. Wummernd, treibend, fortspülend und meine Gedanken treiben mit, wummern fort und fort und fort bis sie auslaufen in seidige Muster auf dem Kopfkissen, welches die Nacht mir strickt.

Als ich schließlich um halb fünf schlief, da wusste ich, dass ich darüber schreiben wollte. Über den fehlenden Wahnsinn. Die beängstigende, süchtigmachende Klarheit im Durcheinander meiner Gedanken und das Gefühl, welches ich vermisst habe ohne es benennen zu können. Über Affekt und Struktur. Fragmente sind mein Ding. Ich musste schreiben, doch diesmal war ich zu müde. Kam die Erkenntnis über meinen Fund – den Fund dessen, was ich scheinbar vor einiger Zeit zu suchen begonnen hatte – zu spät. Also schlief ich. Innerhalb von Sekunden. Wie es meine Art ist. Vermutlich weil ich dann, wenn ich mich hinlege, endlich die Zügel meiner Gedanken loslasse und sie mein Bewusstsein sofort an die Kandarre nehmen und davongallopieren.

Die Dauer einer Fahrt

Ich suche dich, Inspiration. Oh du holde Maid, du zarte Versuchung. Du flüchtige Braut, ewig am Rande..

Ah well. Fuck you stupid bitch.

Auf der Suche nach Bildern über die ich schreiben kann stolpere ich immer wieder über Wiederholungen.

Die Bogensehne, die zum zerreissen angespannt ist; das Flugzeug, dessen Flügel wild im Wind vibrieren und desen bedrohliches Summen mit lauter Stimme nahendes Unheil verkündet; der Baum, im Sturmwind gebeutelt und im Geiste noch nicht entschlossen ob er Eiche oder Palme sein soll; Die Fußstapfen, die sich immer und immer wieder selbst kreuzen…

Alles wiederholt sich. Kreise im Kopf ergeben die Kreise in meinem Leben und ich bin gefangen in einem meiner Lieblingselemente: Redundanz. Ein schönes Wort, meist liebe ich es. Doch gerade bringt es mich um den wenigen Verstand, den ich normalerweise als halbwegs zurechnungsfähig einstufen würde.

Verzweifelt bemühe ich mich darum, Schönes zu kreieren. Der Drang, meine eigene Erbärmlichkeit zu übermalen ist so stark, dass er mich in die Tasten hauen lässt, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass ich eigentlich nichts zu sagen habe. Und schon jetzt scheitere ich an meinem eigenen Ausweg, da ich die Mittelmäßigkeit des Bemühens erkenne. Denn wer schreibt schon über das Schreiben an sich?! Ein Künstler, der vor einem weißen Blatt sitzt und es weiß belässt, weil er gerade nichts kreieren kann ist vermutlich der beste Maler, da er Anspruch an seine Arbeit hat. Zumindest finde ich ihn besser als jene, die aufs Blatt spucken und das Ganze als kreativ verkaufen.

Ich spucke. Spucke Worte, da mir Gift und Galle ausgehen. Ich schreibe ohne ein Thema, da mir keines einfallen will, meine Seele aber nach einem Ventil schreit. Nach einem Ablass, doch wo kann ich den heutzutage noch kaufen? Die Kirche musste es ja abschaffen und ich glaube eh nicht an sie.

Wer bin ich wenn ich schreibe? Und warum zur Hölle fällt mir kein anderes Thema ein als ich selbst?

Vielleicht… Vielleicht sind viel denkende Menschen allein per Definition einsamer als andere, weil man Gedanken ja eben nicht hören kann. Ich will schreien, traue mich aber noch nicht einmal in Capslock zu schreiben…

Ich will schlafen, denn ich habe zu viel gesehen von mir selbst. Doch meine Gedanken schlafen nie, denn sie wollen mehr mehr mehr. Und so bleibe ich mit meinen Wünschen ein Schatten in meiner eigenen Welt. Ich bin ein Schatten in meiner eigenen welt, wie soll ich also in deiner teilhaben?! Wie soll ich das raus bekommen, was in mir wuchert und krankt wie ein Geschwür, wenn es doch letztlich in meinem eigenen Kopf steckt und nur dort Bestand haben kann?

1 2 3 Kotzprobe UEEERG. So hat es ein kleiner 13jähriger Junge neulich bei Tonproben formuliert. So schreib ich es nieder um zusammenzufassen was hier abgeht. Ich kotze; reier mir die Seele aus dem Leib. Denn dort will sie nicht bleiben. Und ich gebe ihr nach, denn ich kann sie verstehen.

Ich verstehe so viel, zu viel. Ich verstehe und verstehe.

Doch was mir fehlt ist das Verständnis.

Für meine Welt.

Für mich.

 

Denn manchmal ist Niveau auch nur eine Handcreme und ein Blog auch nur ein emotionaler Schrotthaufen.

Aufbrechen

Wie eine Wunde,
Verschorft an ihren Rändern.
Wie eine Blume,
Voller Kraft in hellen Farben.
Wie eine Reise,
Verschlungen in ihren Pfaden.
Wie der Himmel,
Die letzten Tropfen weinend.
Wie Gestein,
Zersprengt von Lavafluten.
Wie Gedanken,
Endlich frei von alten Lasten.

So breche auch ich auf.
Doch wohin der Weg mich trägt…
Oder ob es diesen Weg gibt…

Das werde ich sehen wenn ich unterwegs bin.

Einfach mal…

… die Fresse halten.  Wer sich das jetzt noch gedacht hat, der kennt meine Texte noch nicht. Oder gut genug. Denn darum geht es nicht. Zumindest nicht in erster Linie.

Einfach mal innehalten, sich hinsetzen und etwas zuende denken.
Darum geht es. Wann machen wir das denn noch? Wann nehmen wir uns die Zeit,  die Muse und vor allem die Kraft

2 Stunden später. Etwas kam dazwischen. Wie immer etwas dazwischen kommt. Und dann ist die Stimmung weg. Der Kopf flutet alle Gänge mit Gedanken. Alle nicht zu dem Thema, über das ja gerade ganz gründlich nachgedacht werden sollte. Und in den Kampf, in dem Bemühen oder wegen mir in dem Prozess (nennen wir es doch so. Schön neutral.) Diese Flut abzustellen und wieder das trockenzulegen was wir eigentlich anschauen wollten und wahrscheinlich jetzt nur noch anschauen wollen, weil wir uns vorgenommen hatten es anzuschauen. Nicht mehr der Wunsch und das Interesse lenken uns. Es ist die Pflichterfüllung. Das „du hast es dir doch vorgenommen!“
Vielleicht ist genau darin aber auch das Problem versteckt.

Und wieder eine Unterbrechung. Sind Kopfhörer nicht in jeder Sprache dieser Welt ein deutliches Zeichen für: „Sprich mich nicht an. Ich will mich gerade abgeenzem und auch nicht wegen Belanglosigkeiten daraus herauskommen.“ Scheinbar nicht.
Was mich zu einem neuen Problem führt. Was tun wemn ich abbreche und wirst lese was ich geschrieben habe. Verändere ich es? Lass ich es? Tage ich nach was noch dazu in meinem Kopf rumspukt? Kann ich so jemand einen gesamten als fertig erachten? Und vor allem: wo war ich und worauf wollte ich hinaus?

Ich mußte mich mal hinsetzen und. . Hah. Jetzt hab ichs wieder. Siehste mal. So einfach kanns gehen.

Aber ist es auch wirklich das selbe? Eben wirkte es schlüssiger. Strukturierter. Und dieser Text hilft mir irgendwie auch nicht weiter. Da steht zwar was aber dann… Meh. Ende Text.

Oder auch nicht. Kaum zur Seite gelegt überkommt mich das Gefühl das es nicht fertig ist. Das was fehlt. Ich noch was sagen muss. So ergeht es mir meistens. Vor allem in Gesprächen. Nicht mal unbedingt der Punkt „das letzte Wort zu haben“, sondern vielmehr das immer fortgesetzte nachsetzen. Eigentlich ist eine Pointe, eine Erklärung und sowieso fast Alles als, wenn der Punkt nicht an der richtigen Stelle erfolgt und auch ein Punkt bleibt, Und nicht zu einem Komma umgebaut wird…

Mist. Wieder mal den Weg verloren. Dabei hatte ich doch vor… ah well.

Ich müsste einfach mal…