Gott und die Postleitzahlen

Gott ist, so scheint mir, zu kurzsichtig gewesen mit seiner Schöpfung. Typisch irgendwie.

Ich bin kein wirklich religiöser Mensch, habe aber für mich meinen Glauben. Das auszuführen wäre eine langwierige und wahrscheinlich auch langweilige Angelegenheit, aber es sei so viel gesagt: Ich berufe mich in meinen Ausführungen darauf, dass es Gott in jedem von uns, für uns und aus uns heraus gibt. Feuerbach, Existentialismus und einen Haufen eigener Ansichten zusammengewürfelt zu einem Gott, den wir in uns selbst tragen/produzieren und finden können. Wobei es schon ein formloses und übergeordnetes „Sein“ gibt. Das ist der Glaube daran, der sich von dem psychologischen Grundstock wegbewegt. Meiner zumindest.

Und dieser Gott also hat seine Schöpfung verkackt. So wie der Mensch das mit den Postleitzahlen. Oder mit den IP-Adressen. „Ach das wird schon ewig reichen. Das verbrauchen die nie!“, mag sich Gott gedacht haben, als er die Erde mit den Ressourcen und allem ins Universum warf. So wie sich die Herren der Post verrechnet haben, oder die Urväter des Internets niemals annahmen, dass ihre postulierten Zahlen erreicht werden.

Was also tun, wenn man dasteht und das eigene Konzept mitten im Spiel flöten geht. Weitermachen. Soviel ist sicher. Denn aufhören ist eine Option, die in diesem Spiel mit recht gravierenden Folgen versehen ist: dem Tod. Wir sind, auf Gedeih und Verderb hineingeboren in unser Leben. In diese Welt, die in bester Politikermentalität konzipiert wurde: spaßig und farbenfroh zu Beginn sein, am Ende aber dann mehr schlecht als recht die gef(l)ickte Karre aus dem Dreck holen.

Klassisch Mensch wäre und ist an diesem Punkt allem und jedem die Schuld zu geben. Wir sind ja letzten Endes nur Opfer der Umstände. Gott hat uns fehlerhaft geschaffen, wir können nicht anders als dem Kind den Lolli wegzunehmen weil es so klein und schwach ist. Wir mussten das letzte Brot essen, auch wenn andere noch nichts hatten. Gott ist schuld. Oder irgendwer anderes. Aber nicht wir. Nicht ich.

Wenn wir es aber dann mal irgendwie hinbekommen, uns hinsetzen und ehrlich zu uns sind… dann stellen sich manche Fragen nicht wirklich mehr. Wir können uns fragen, warum Gott uns so geschaffen hat. Oder ob er es überhaupt getan hat. Oder ob es ihn überhaupt gibt.

Bullshit.

Es ist pups egal, ob es Gott gibt oder nicht, wie oder ob er uns geschaffen hat und ob das Kind den Drecks Lolli eh nicht essen wollte. Wir sind, so hab ich eben schon gesagt, hineingeworfen in unser eigenes Leben. Nicht das eines anderen Menschen, nicht das skurrile Konzept eines jenen. Wir sind. Hier und Jetzt und ganz für uns selbst sind wir im Hier und Jetzt und in uns.

Vielleicht müssen wir einfach mal erwachsen werden und notgedrungen auch die Fehler eines anderen ausbügeln um in unserem Spiel weitermachen zu können. Ob ich mir dabei einen Spielpartner mit Rauschebart, mir andere meiner abgefuckten Spezies suche oder alleine vorgehe: Wichtig ist mir, mich meiner eigenen Verantwortung für mich selbst bewusst zu machen und mich nicht weiter davor zu drücken. Ob nun mit oder ohne Ausreden.

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